10.000 Euro für letzte Herzenswünsche

Gruppenfoto mit Spendenscheck vor Fahrzeug und Rollup
Spende für den Malteser Herzenswunsch-Krankenwagen (HWK) (v. l.): Andrea Hirth, Projektleiterin Malteser HWK im Erzbistum München und Freising, Marina Albrecht, Gruppenleiterin HWK-Team für Traunstein und Berchtesgadener Land, Michael Stodola und Klaus Frankenberger, Vorstandsmitglieder der Bernd-Frankenberger-Stiftung, Josef Hinterschnaiter, Kreisbeauftragter der Malteser im Berchtesgadener Land, und Max Rauecker, Kreisbeauftragter der Malteser Traunstein. (Foto: Margit Schmitz/Malteser)

Erzbistum München und Freising/Bad Reichenhall. Wenn schwerstkranke Menschen einen letzten Wunsch haben, zählt oft jeder Tag: noch einmal nach Hause, noch einmal an den See oder in die Berge, noch einmal ein Familienfest erleben oder einen wichtigen Menschen treffen. Der Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser im Erzbistum München und Freising macht solche Fahrten möglich – medizinisch begleitet, ehrenamtlich organisiert und für die Betroffenen kostenfrei. Nun erhält dieses besondere Angebot eine großzügige Unterstützung: Die Bernd-Frankenberger-Stiftung spendet 10.000 Euro für den Herzenswunsch-Krankenwagen.

Die Vorstandsmitglieder Klaus Frankenberger und Michael Stodola überreichten einen symbolischen Spendenscheck an Andrea Hirth, Projektleitung Malteser Herzenswunsch-Krankenwagen im Erzbistum München und Freising, Josef Hinterschnaiter, Kreisbeauftragter der Malteser im Berchtesgadener Land, und Vertreter der Malteser Traunstein, die Fahrten für beide Landkreise durchführen.

Die Bernd-Frankenberger-Stiftung fördert seit 2012 soziale Projekte vor allem in den Bereichen Gesundheitswesen sowie Kinder- und Jugendhilfe. Für Klaus Frankenberger ist die Unterstützung des Herzenswunsch-Krankenwagens eine sehr persönliche Angelegenheit. „Die Stiftung wurde von meinen Eltern ins Leben gerufen – im Gedenken an meinen Bruder Bernd, der 1990 im Alter von 22 Jahren an Krebs starb“, sagt er. Seine Familie habe damals erlebt, wie wichtig Nähe, Begleitung und menschliche Zuwendung am Lebensende sind. Das sehe er als Mediziner jetzt auch in seinem beruflichen Alltag. „Eine Fahrt mit dem Herzenswunsch-Krankenwagen gibt Menschen Kraft: Sie haben noch einmal etwas Positives erlebt – und können dann vielleicht auch leichter loslassen.“

Der Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser im Erzbistum München und Freising erfüllt Wünsche von Menschen mit lebensverkürzender Erkrankung, die für eine Fahrt auf professionelle Begleitung und ein geeignetes Fahrzeug angewiesen sind. Die Wünsche sind so individuell wie die Menschen selbst: Manche möchten noch einmal an einen Ort, der ihr Leben geprägt hat. Andere wünschen sich ein Wiedersehen mit Angehörigen oder die Teilnahme an einer Feier. Häufig geht es nicht um große Reisen, sondern um vertraute Orte, Erinnerungen und gemeinsame Zeit.

„Der Herzenswunsch-Krankenwagen schenkt schwerstkranken Menschen und ihren Angehörigen wertvolle gemeinsame Momente“, sagt Andrea Hirth. Die Fahrten werden sorgfältig vorbereitet. Ein Fachteam nimmt die Anfragen entgegen, prüft die Machbarkeit und organisiert die Umsetzung. Voraussetzung ist unter anderem eine medizinische Bestätigung, dass die erkrankte Person transportfähig ist. Immer wieder müssen Fahrten abgesagt werden, weil sich der Gesundheitszustand schnell verschlechtert. „Wir empfehlen deshalb, eine Herzenswunsch-Fahrt nach Möglichkeit frühzeitig anzufragen“, so Hirth.

Seit 2018 gibt es den Dienst im Erzbistum München und Freising. Seit Herbst 2024 steht ein neuer, speziell ausgestatteter Krankenwagen zur Verfügung, der den Fahrgästen auch im Liegen eine möglichst angenehme Fahrt ermöglichen soll. Zur Ausstattung gehört unter anderem ein „Sternenhimmel“. Je nach Bedarf kommen alternativ auch rollstuhlgerechte Fahrzeuge oder Pkw zum Einsatz.

Getragen wird der Dienst von Ehrenamtlichen mit medizinischer Qualifikation. Im Team für die Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein engagieren sich derzeit rund 15 Ehrenamtliche unter der Leitung von Marina Albrecht. Sie begleiten die Fahrten mit fachlicher Kompetenz, Ruhe und Einfühlungsvermögen. Regelmäßige Fortbildungen und Austausch im Team gehören ebenso dazu wie die Möglichkeit zur Supervision nach belastenden Einsätzen.

Der Herzenswunsch-Krankenwagen lebt von diesem ehrenamtlichen Engagement und von Spenden, für die Fahrgäste und ihre Begleitung entstehen keine Kosten. „Die Spende der Bernd-Frankenberger-Stiftung hilft uns, die Fahrten weiterhin kostenfrei anbieten zu können. Dafür sind wir sehr dankbar“, so Hirth. 

Wer einen schwerstkranken Menschen durch die Erfüllung eines letzten Wunsches unterstützen möchte, erreicht das Koordinierungsteam des Malteser Hilfsdienstes e.V. im Erzbistum München und Freising unter Telefon 089 / 42608-120 oder per E-Mail an herzenswunsch.muenchen@malteser.org. Informationen rund um das Projekt gibt es online unter https://www.malteser.de/herzenswunsch-krankenwagen.html .


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