E-Bike im Alter: Was Sie vor der Anschaffung wissen sollten

Radfahren macht Spaß, ist gesund und erfreut sich seit Jahren steigender Beliebtheit – auch bei älteren Menschen. Einen großen Anteil daran haben E-Bikes, also Fahrräder, bei denen ein Elektromotor das Treten unterstützt. Wir verraten Ihnen, worauf es beim Kauf ankommt.

Was spricht für ein E-Bike?

Ob in der Stadt oder auf dem Land: Mobilität ist eines der ganz großen Themen der heutigen Zeit. Hier nimmt das E-Bike im Bereich des Individualverkehrs inzwischen eine wichtige Rolle ein: mal schnell zum Einkauf, ins Café, zu Verwandten in den Nachbarort oder ein Ausflug ins Grüne mit Freunden – mit einem E-Bike kein Problem. Praktisch sind sie vor allem dann, wenn der Weg etwas länger ist oder der eine oder andere Hügel bezwungen werden muss.

Möglich machen dies leistungsstarke Elektromotoren, die von Akkus mit Strom versorgt werden. Ganz ohne Treten geht es dabei nicht: Der Motor unterstützt beim Fahren in unterschiedlichen Stufen, die ganz einfach während der Fahrt gewählt werden können. Das macht die Fahrräder gerade für ältere Menschen so interessant. Denn plötzlich spielt die mit den Jahren etwas abnehmende körperliche Fitness keine so entscheidende Rolle mehr beim Radfahren. Das Fahrrad wird wieder zum praktischen Begleiter im Alltag und kann Taxi, Bus oder auch das eigene Auto ersetzen beziehungsweise ergänzen.

Gleichzeitig leistet es einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit: Die Bewegung an der Luft stärkt Herz, Lunge, Kreislauf und Muskulatur. Radfahren gilt zudem als besonders gelenkschonend. Und macht richtig viel Spaß.

Was Sie beim Kauf beachten sollten

2020 waren fast 40 Prozent aller verkauften Fahrräder E-Bikes – insgesamt rund zwei Millionen Stück. Fast jeder Hersteller hat entsprechende Modelle im Angebot, woraus sich eine riesige Auswahl ergibt. Hier ist gute Beratung vorausgesetzt, weshalb ein Fachhändler vor Ort die richtige Anlaufstelle ist. E-Bikes gibt es mitunter auch im Baumarkt oder Discounter, doch hier sind die Beratung und die Auswahl nicht vergleichbar. Beim Händler gibt es idealerweise unterschiedliche Modelle und die Möglichkeit, diese auch gleich zu testen. Folgende Punkte sollten Sie dabei besonders beachten:

Gewicht:

E-Bikes wiegen deutlich mehr als herkömmliche Fahrräder, durch Motor und Akku werden es schnell 20 bis 30 Kilogramm. Das Gewicht macht sich gerade beim Halten und Schieben bemerkbar und sollte auch in Bezug auf den Abstellort berücksichtigt werden: Schon ein paar Stufen hinunter in den Keller können ein unüberwindbares Hindernis sein.

Motor und Akku:

Bei der Auswahl des passenden E-Bikes sollte die Antriebsleistung zu den jeweiligen Anforderungen passen: Wenn das Rad nur im Flachland und auf relativ kurzen Strecken genutzt wird, brauchen sowohl Motor als auch Akku nicht die höchste Leistung. Ist es hügelig oder sogar bergig, sollte der Antrieb über mehr Drehmoment und die Akkus über mehr Kapazität verfügen.

Größere Akkus bedeuten wiederum mehr Gewicht und schlagen sich, ebenso wie ein stärkerer Motor, natürlich auch im Preis nieder.

Fahrverhalten:

Hier stehen natürlich Beschleunigung und Geschwindigkeit im Fokus. Mit einem handelsüblichen E-Bike ist ein Tempo von 25 km/h kein Problem – erst hier endet die Unterstützung durch den Motor. Wer so schnell unterwegs ist, muss also auch schnell genug auf Hindernisse reagieren können. Oft wird zudem die Geschwindigkeit von anderen Verkehrsteilnehmenden unterschätzt, was besondere Aufmerksamkeit erfordert.

Bremsen:

Hohe Geschwindigkeit und hohes Gewicht machen gute Bremsen zu einem absoluten Muss. Idealerweise kommen hier speziell für E-Bikes ausgelegte hydraulische Scheibenbremsen zum Einsatz. Aber auch kräftig zupackende Felgenbremsen sind für den normalen Alltagsgebrauch ausreichend. Das Bremsverhalten sollte unbedingt bei einer Probefahrt getestet werden.

Preis:

Qualität hat ihren Preis. Das gilt auch beim Kauf eines E-Bikes. Mindestens 2500 bis 3000 Euro sollten Sie für ein Markenfahrrad mit guter Ausstattung einrechnen. Auch die Betriebskosten sollten mit eingerechnet werden. Schließlich braucht der Akku Strom und regelmäßige Inspektionen in der Fachwerkstatt sind ebenfalls unerlässlich.

Spezielle E-Bikes für Seniorinnen und Senioren

Die Modellvielfalt unter den E-Bikes steigt mit der Nachfrage. Und so gibt es auch in diesem Bereich – wie bei Fahrrädern allgemein – spezielle Ausführungen und Bauweisen für Seniorinnen und Senioren. Eine weit verbreitete Variante sind Räder mit tiefem Einstieg: Darunter fallen die typischen Damenräder, bei denen der Rahmen nicht über ein Oberrohr verfügt und somit das Aufsteigen sehr viel einfacher wird. Bei speziellen Weiterentwicklungen dieses Typs ist der Rahmen noch niedriger gebaut, sodass der Fuß kaum angehoben werden muss. Gerade für Menschen mit eingeschränkter Bewegung im Bein- und Hüftbereich ein Plus an Komfort und Sicherheit.

Wer Probleme mit der Balance hat oder Angst, beim Fahren umzukippen, kann auf dreirädrige Modelle zurückgreifen. Auch diese gibt es inzwischen mit elektrischem Antrieb bei spezialisierten Herstellern wie Pfautec oder Van Raam.

Fahren Sie sicher und vorausschauend

Sollten Sie eine Auffrischung in Sachen verkehrssicheres Radeln benötigen, haben wir hier einige Informationen zusammengetragen. Vor allem, wenn Sie viele Jahre nicht mehr im Sattel gesessen haben, sollten Sie vorab ein wenig üben und auf den ersten Kilometern besondere Vorsicht walten lassen. Wenn physische Einschränkungen sichere Radeln erschweren, sollten Sie sich lieber ganz genau überlegen, ob ein E-Bike (beziehungsweise die damit verbundene Geschwindigkeit) das Richtige für Sie ist.

Denken Sie daran, dass Sie mit einem E-Bike ohne große Anstrengung mit bis zu 25 km/h und dabei nahezu lautlos unterwegs sind. Nehmen Sie daher stets Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer und gewöhnen Sie sich von Anfang an eine vorausschauende Fahrweise an. Wir wünschen allseits gute Fahrt!


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