Speyer. Mit großer Dankbarkeit, Respekt und persönlicher Verbundenheit würdigen die Malteser im Bistum Speyer Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, dessen Rücktrittsgesuch Papst Leo XIV. heute angenommen hat. Der Speyerer Bischof hatte den Papst aus gesundheitlichen Gründen um seine Entpflichtung gebeten. Über fast zwei Jahrzehnte hinweg prägte er das kirchliche Leben in der Diözese Speyer und begleitete das Bistum durch eine Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher und kirchlicher Veränderungen.
Ein Bischof in Zeiten des Wandels
Die Amtszeit von Bischof Wiesemann fiel in eine Epoche tiefgreifender Veränderungen. Sinkende Kirchenbindung, gesellschaftlicher Wandel, die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt, Strukturreformen und die Frage nach der Zukunft kirchlichen Lebens stellten das Bistum Speyer vor große Herausforderungen. Bischof Wiesemann hat sich diesen Fragen gestellt und das Bistum durch schwierige Prozesse geführt. Dabei suchte er den Dialog, warb für Beteiligung und versuchte, Kirche in einer veränderten Zeit glaubwürdig und den Menschen zugewandt zu gestalten. Seine besondere Aufmerksamkeit für die Ökumene, seine Liebe zur Kirchenmusik und seine persönliche Glaubenssprache waren dabei keine Randthemen, sondern Ausdruck seines Verständnisses von Kirche: hörend, verbindend, geistlich und nah bei den Menschen.
Für die Malteser war Bischof Wiesemann über viele Jahre hinweg ein verlässlicher Gesprächspartner, ein aufmerksamer Begleiter und ein Bischof, der sich ehrlich für die Menschen und ihr Engagement interessierte. Die enge Verbundenheit zeigte sich in zahlreichen Begegnungen und gemeinsamen Feiern, beim Diözesankatholikentag ebenso wie bei Fronleichnam, dem Dompatrozinium oder zuletzt anlässlich seines 40-jährigen Priesterjubiläums, das viele Malteserinnen und Malteser gemeinsam mit ihm feiern durften.
„Nicht nur ein Bischof, sondern ein Mensch, der Zeugnis gab“
Prof. Dr. Christopher Wolf, ehrenamtlicher Diözesanleiter der Malteser im Bistum Speyer, erklärt:
„Die Nachricht vom Rücktritt von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann erfüllt mich mit großer Dankbarkeit und auch mit Wehmut. Über viele Jahre hinweg haben die Malteser ihn als einen Bischof erlebt, der den Menschen mit ehrlichem Interesse begegnete. Er konnte zuhören, Fragen aufnehmen und andere an seinen Gedanken teilhaben lassen. Diese zugewandte Art hat viele Begegnungen geprägt.
Besonders in Erinnerung bleiben mir seine Predigten im Speyerer Dom. Am stärksten war er für mich immer dann, wenn er von seinem eigenen Glauben, seinen Hoffnungen, seinen Fragen und seiner Suche nach Gott sprach. Dann wurde spürbar, dass hier nicht nur ein Bischof predigte, sondern ein Mensch Zeugnis gab. Diese Authentizität hat viele Menschen berührt und erreicht.
Bischof Wiesemann musste unser Bistum in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen führen. Ich habe großen Respekt davor, mit welcher Besonnenheit, Menschlichkeit und inneren Haltung er diesen Weg gegangen ist. Er hat Brücken zwischen den christlichen Konfessionen gebaut, die Kirchenmusik als Ausdruck gelebten Glaubens geschätzt und vielen Menschen gezeigt, dass auch ein Bischof Stärke darin finden kann, eigene Grenzen anzunehmen und offen mit ihnen umzugehen.
Auch die Art und Weise seines Abschieds verdient Respekt. Es entspricht seinem Verantwortungsgefühl, diesen Schritt bewusst zu gehen und dabei offen über die Grenzen der eigenen Kräfte zu sprechen.
Die Malteser im Bistum Speyer haben ihn stets als aufmerksamen Begleiter und dem Verband eng verbundenen Bischof erlebt. Für seine Verbundenheit, seine Wertschätzung und seinen langjährigen Dienst danken wir ihm von Herzen.“
Verbundenheit mit den Maltesern
Auch Nicolai Hellie, Diözesangeschäftsführer der Malteser im Bistum Speyer, würdigt die Zusammenarbeit:
„Bischof Wiesemann war den Maltesern über viele Jahre hinweg eng verbunden. Er interessierte sich für die Arbeit unserer Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen und wusste um den Wert des Dienstes am Nächsten. Die Begegnungen mit ihm waren geprägt von gegenseitiger Wertschätzung und Vertrauen. Für diese Verbundenheit und seine Unterstützung danken wir ihm sehr.“
Der Diözesanseelsorger der Malteser, Dekan Michael Paul, hebt die geistliche Dimension seines Wirkens hervor:
„Bischof Wiesemann hat viele Menschen durch seine persönliche und glaubwürdige Art angesprochen. Er verstand es, von Gott zu sprechen, ohne dabei distanziert oder abstrakt zu wirken. Gerade weil er auch von eigenen Erfahrungen, Fragen und Herausforderungen erzählte, konnten sich viele Menschen in seinen Worten wiederfinden. Sein Vertrauen auf Gott und seine Liebe zur Kirche haben sein Wirken geprägt und vielen Menschen Orientierung gegeben.“
Dank und Gebet für den weiteren Weg
Die Malteser im Bistum Speyer danken Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann für seinen langjährigen Dienst im Bistum Speyer. Für den nun beginnenden neuen Lebensabschnitt wünschen sie ihm Gesundheit, Gottes reichen Segen, innere Ruhe und viele erfüllende Begegnungen. Als Teil der kirchlichen Gemeinschaft bleiben die Malteser dem Bistum Speyer auch in der nun beginnenden Zeit der Sedisvakanz verbunden und werden den weiteren Weg mit Gebet, Solidarität und verlässlicher Zusammenarbeit begleiten.