Wie möchten junge Menschen mit Behinderung ihre Stadt erleben? Welche Möglichkeiten brauchen sie, um selbstbestimmter mobil zu sein, gemeinsam etwas zu unternehmen und am kulturellen Leben teilzuhaben? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Malteser in Hildesheim im neuen Projekt „KulTour(en): jung, inklusiv & mobil“, das im Oktober gestartet ist. Gefördert wird das Projekt von Aktion Mensch.
Vor mehreren Jahren legten die Malteser mit ihren „KulTouren“ den Grundstein für ein Angebot, das Menschen mit Beeinträchtigungen mehr Mobilität und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. Mit den bekannten roten Fahrradrikschas wurden zunächst Menschen mit Behinderung auf Ausflüge mitgenommen, später kamen auch Fahrten für Seniorinnen und Senioren hinzu. Das Angebot schafft Begegnungen und eröffnet Möglichkeiten, Hildesheim und seine Umgebung auf neue Weise zu entdecken.
Mit dem neuen Projekt gehen die Malteser nun den nächsten Schritt. Junge Menschen mit Behinderung sollen stärker in den Mittelpunkt rücken – mit ihren eigenen Vorstellungen, Interessen und Ideen. Dabei geht es nicht darum, bereits fertige Lösungen anzubieten. Vielmehr sollen gemeinsam mit den jungen Menschen Möglichkeiten entwickelt werden, wie Mobilität aussehen kann und welche Angebote tatsächlich gebraucht werden.
„Wir möchten herausfinden, was junge Menschen selbst wollen und was sie benötigen, um mobil zu sein und am Leben in ihrer Stadt teilzunehmen. Dafür wollen wir zuhören, Erfahrungen zusammenbringen und gemeinsam neue Ideen entwickeln“, beschreibt das Projektteam den Ansatz.
Ideen sind willkommen – von allen, die etwas beitragen können
Ann-Kathrin Meiertoberend und Martina Menekse leiten das Projekt und stehen als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung. Sie möchten bestehende Vereine und Organisationen, die bereits jetzt schon Menschen mit Behinderung begleiten, ebenso zusammenbringen wie Veranstalter und weitere Akteure aus dem kulturellen und gesellschaftlichen Leben. Gemeinsam sollen Ideen entstehen, wie Mobilität und Teilhabe für junge Menschen mit Behinderung verbessert werden können.
Ausdrücklich willkommen sind auch Menschen, die eigene Erfahrungen, Anregungen oder bereits erprobte Lösungen einbringen möchten. Vielleicht gibt es andernorts schon ein Fahrrad oder ein Spezialrad, das auch für Menschen in Hildesheim interessant sein könnte. Vielleicht haben Vereine oder Einzelpersonen Erfahrungen mit besonderen Mobilitätsangeboten gemacht, von denen andere profitieren können. Auch Veranstalter können dazu beitragen, neue Möglichkeiten für gemeinsame Unternehmungen zu schaffen.
Welche Räder und Angebote künftig eine Rolle spielen, soll sich aus den tatsächlichen Bedürfnissen der Interessierten ergeben. Denkbar wäre beispielsweise ein Tandem, mit dem blinde Menschen gemeinsam mit ehrenamtlichen Pilotinnen und Piloten Hildesheim auf zwei Rädern erkunden können. Ob und welche solchen Angebote umgesetzt werden, soll jedoch gemeinsam mit den Menschen entschieden werden, für die sie gedacht sind.
Bewährtes bleibt bestehen
Während das neue Projekt zusätzliche Perspektiven eröffnet, bleiben die bisherigen KulTour-Angebote für Erwachsene mit Mobilitätseinschränkungen und Seniorinnen und Senioren erhalten. Das Team um Nicole Gent steht weiterhin für die bestehenden Fahrten und Kulturbesuche bereit und freut sich zugleich auf die neuen Aufgaben.
Mit „KulTour(en): jung, inklusiv & mobil“ möchten die Malteser dazu beitragen, dass junge Menschen mit Behinderung ihre Freizeit und ihre Mobilität stärker selbstbestimmt gestalten können. Dafür braucht es nicht nur passende Fahrräder oder neue Ausflugsziele, sondern vor allem Menschen, die ihre Ideen, Erfahrungen und Wünsche einbringen.
Wer Ideen hat oder sich am Projekt beteiligen möchte, ist herzlich eingeladen, Kontakt aufzunehmen:
Malteser Hilfsdienst e.V.
Projektkoordination KulTouren - jung, inklusiv, mobil
Ann-Kathrin Meiertoberend und Martina Menekse
Waterloostraße 25
31135 Hildesheim
Mail: jungekultouren.hildesheim@malteser.org
Telefon: 05121 9575350