Die Katastrophenschutzeinheit der Malteser im Harz hat ein neues geländegängiges Fahrzeug erhalten. Das sogenannte All Terrain Vehicle (ATV) wurde für den überregionalen Katastrophenschutz beschafft, kann aber auch bei regionalen Einsätzen genutzt werden. Vor allem bei Großschadenslagen soll das ATV helfen, Einsatzgebiete zu erkunden. Die dabei gewonnenen Informationen ermöglichen es Einsatzleitungen, die Lage schneller einzuschätzen und erforderliche Maßnahmen gezielt zu koordinieren.
„Wir sind stolz und dankbar über die neue Aufgabe und das Vertrauen, dass der Malteser Hilfsdienst in unsere Gliederung steckt. Das Fahrzeug stärkt unsere Fähigkeiten im Bevölkerungsschutz und soll Lücken schließen, wo herkömmliche Technik bisher an ihre Grenzen kam. Dabei stehen wir nicht in Konkurrenz zu anderen Einheiten, sondern wollen bedarfsgerecht ergänzen“, sagt Tony Krutenat, Leiter Einsatzdienste und Ortsbeauftragter der Gliederung.
Insbesondere bei Hochwasser, Waldbränden oder Sturmschäden spielt das ATV seine Stärken aus. Es eignet sich zudem für die Suche nach Vermissten. Ausgestattet ist das Fahrzeug unter anderem mit Arbeitsscheinwerfern vorn und an den Seiten, mit Rammschutz und Spiegeln mit Kameras. Dank einer speziellen Halterung auf der Ladefläche können außerdem verletzte oder erkrankte Personen transportiert werden.
Vor Ort ist bereits ein Anhänger, mit dem das ATV zu den jeweiligen Einsatzorten gebracht werden kann. Das dafür erforderliche, ebenfalls geländegängige Zugfahrzeug befindet sich derzeit im Bau und soll zeitnah verfügbar sein.
Vier ehrenamtliche Helfer der Malteser im Harz haben bereits eine Ausbildung für das Fahren im Gelände abgeschlossen. Weitere Einsatzkräfte sollen nun für den sicheren Umgang mit dem Fahrzeug geschult werden.
Mit dem neuen ATV erweitern die Malteser im Harz ihre Möglichkeiten im Bevölkerungsschutz. Neben ihrem Engagement im Fachdienst Sanitätsdienst, in der Medizinischen Task Force des Bundes und im Zug „Dekontamination Verletzter“ werden sie künftig auch Aufgaben bei der Erkundung von Einsatzstellen übernehmen.
Finanziert wurde das rund 70.000 Euro teure Fahrzeug von den Maltesern Deutschland über das Programm „Benefacio“. Mit diesem Förderprogramm unterstützt die Hilfsorganisation bundesweit Projekte, Fahrzeuge und Konzepte, die die Fähigkeiten der Malteser im Bevölkerungsschutz stärken.
Für die unterschiedlichen Aufgabenbereiche suchen die Malteser weiterhin ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die kostenfreie Ausbildung kann berufsbegleitend absolviert werden. Seit Jahresbeginn 2026 gibt es außerdem das Projekt „Helferreserve“. Darüber werden Menschen unter anderem für Aufgaben im Sprechfunk, in der Logistik, als Kraftfahrer oder für den Sanitätsdienst qualifiziert. Ziel ist es, die regulären Einsatzkräfte bei langanhaltenden Krisen wirksam zu entlasten.