Mit einem neuen Modellprojekt wollen die Malteser im Harz ihre Einsatzbereitschaft im Bevölkerungsschutz ausbauen. Geplant ist der Aufbau einer sogenannten Helferreserve, die ehrenamtliche Strukturen ergänzt und Menschen gezielt für Einsätze in Krisensituationen qualifiziert – ohne sie dauerhaft in den regulären Dienst einzubinden.
Initial für das Projekt sind Erfahrungen der vergangenen Jahre: „Lange Einsatzlagen wie die Corona-Pandemie, Hochwasserereignisse oder großflächige Stromausfälle haben deutlich gemacht, wie wichtig zusätzliche, verfügbare Kräfte sind“, erklärt Tony Krutenat, Leiter Einsatzdienst und Ortsbeauftragter der Malteser im Harz. Die neue Reserve richte sich an Menschen, die helfen wollen, sich aber nicht langfristig verpflichten können. „Es ist ein zeitgemäßes und flexibles Ehrenamtsangebot.“
Ziel sei es, das Ehrenamt neu zu denken und breiter aufzustellen. Neben gut ausgebildeten Helferinnen und Helfern für akute Sofortlagen und die dynamische Anfangsphase eines Einsatzes brauche es auch Unterstützung bei langanhaltenden Krisen, so Krutenat. Die Reservekräfte sollen genau hier ansetzen und die bestehenden Einheiten entlasten und ergänzen.
Das Projekt ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. Im ersten Jahr absolvieren die Teilnehmenden eine modulare Ausbildung an fünf Wochenenden. Im zweiten Jahr wird das erworbene Wissen durch praxisnahe Übungen weiter vertieft. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: vorgesehen sind unter anderem Tätigkeiten als Sprechfunker, in der Logistik als Boten oder Kraftfahrer sowie im Sanitätsdienst. Auch individuelle berufliche oder persönliche Fähigkeiten sollen in die Aufgabenverteilung einfließen.
Angesprochen werden Personen ab 18 Jahren, die nicht in Bereichen der kritischen Infrastruktur tätig sind, etwa im Rettungsdienst oder in der Pflege. „Wenn es uns gelingt, eine leistungsfähige Reserve aufzubauen, wäre das ein wichtiger Fortschritt für den Bevölkerungsschutz im Harz“, betont Krutenat.
Fragen & Antworten zur Helferreserve
Ansprechpartner: Tony Krutenat