„Letzte Lieder“ ist ein Langzeit-Kunstprojekt des Autors und Bühnenkünstlers Stefan Weiller, das sich mit den Themen Sterben, Tod, Trauer und der Bedeutung von Musik am Lebensende beschäftigt. Für dieses Projekt spricht Weiller mit Menschen in Hospizen über die Musik ihres Lebens und die Erinnerungen, die sie mit diesen Liedern verbinden. Vermittelt durch ambulante Hospizdienste besuchte er seit Beginn seiner Recherchen im Jahr 2010 Menschen in privaten Wohnungen, in stationären Einrichtungen, Kinderhospizen und Altersheimen – unter anderem in Deutschland, der Schweiz und Schweden. Die Gespräche finden bewusst ohne elektronische Aufzeichnungen statt, um eine offene und geschützte Atmosphäre zu ermöglichen; die Anonymität der Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner bleibt gewahrt und alle Namen werden verändert.
Aus diesen Begegnungen entstehen literarische Texte, Szenen und Geschichten, die Stefan Weiller künstlerisch frei gestaltet. Sie bilden die Grundlage für Solo-Bühnenprogramme, Ensemble-Konzertlesungen sowie Buch- und Hörbuchveröffentlichungen. Musik spielt dabei eine zentrale Rolle: Viele Menschen verbinden prägende Lebensmomente mit bestimmten Liedern – sie werden Teil des persönlichen „Soundtracks des Lebens“. In den „Letzten Liedern“ wird Musik so zur Brücke, um über existenzielle Erfahrungen wie Glück, Verlust, Liebe, Abschied und Sterben zu sprechen.
Das Projekt entwickelt sich kontinuierlich weiter. Seit den ersten Aufführungen im Jahr 2013 greift es auch gesellschaftliche Veränderungen auf, etwa Fragen des assistierten Suizids, neue Formen der Begleitung Sterbender oder Erfahrungen von Trauer und Abschied in Zeiten einer Pandemie. Immer wieder wirken auch bekannte Schauspielerinnen und Schauspieler wie Christoph Maria Herbst oder Eva Mattes an Aufführungen mit, zudem hat sich ein eigenes Ensemble „Letzte Lieder“ gebildet. Humor, Zuversicht und Gelassenheit gehören ebenso zum Projekt wie der ernsthafte Blick auf die Tragik des Todes – ohne das Sterben zu romantisieren oder zu verharmlosen.