Werl. Der Familienpilgertag in Werl hatte besonders für die Malteser aus der Gliederung Emscher-Ruhr - neben dem schönen Miteinander aller Teilnehmenden - weitere bewegende Momente: Renate Keller erhielt die Verdienstplakette des Malteserordens in Silber, Jürgen Plöger empfing in der Wallfahrtsbasilika das Sakrament der Firmung – über 60 Jahre nach seiner Taufe.
Auszeichnung für langjähriges Engagement: Verdienstplakette in Silber für Renate Keller
Renate Keller war rund 20 Jahre ehrenamtliche Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Gliederung Emscher-Ruhr. Was mit Sanitätsdiensten und Projekten im Sozialen Ehrenamt begann, wurde über die Jahre zu einer Aufgabe, in die sie Herzblut, Professionalität und viel Zeit investierte: Mit ihrem Gespür für Geschichten, Menschen und den richtigen Ton berichtete sie nicht nur klassisch über Einsätze und Veranstaltungen, sondern pflegte auch die Webseiten der Gliederung und hielt den Kontakt zur lokalen Presse lebendig.
Ob beim Malteser Café oder als Begleiterin der Pilgergruppen aus Castrop-Rauxel auf dem Weg zur Wallfahrt nach Werl: Renate Keller war präsent, ansprechbar und mittendrin. Umso berührender war der Moment, als sie während des Familienpilgertages im Werler Pilgerkloster die Verdienstplakette des Malteserordens in Silber entgegennehmen durfte – sichtbar bewegt und mit großer Freude über diese Wertschätzung für ihr langjähriges Wirken.
Die Stadtbeauftragte Ria Achtmann dankte im Namen der Gliederung und aller Weggefährtinnen und Weggefährten: „Renate Keller hat die Malteser-Arbeit über viele Jahre sichtbar gemacht – mit Kompetenz, Verlässlichkeit und einem großen Herzen.“ Zugleich bedauerte sie, dass Renate Keller nach ihrem berufsbedingten Wohnortwechsel nach Aurich nicht mehr für die Malteser Emscher-Ruhr aktiv sein kann.
Ein bewegender Glaubensmoment: Jürgen Plöger empfängt die Firmung
Ein weiterer Höhepunkt des Tages folgte während der Heiligen Messe in der Wallfahrtsbasilika: Jürgen Plöger, ehrenamtlicher Auslandsreferent der Malteser in der Erzdiözese Paderborn und ehemaliger Stadtbeauftragter der Malteser Emscher-Ruhr, empfing das Sakrament der Firmung. Ein Schritt, der in den letzten Monaten in ihm fest gereift war. Über 60 Jahre nach seiner Taufe wurde für ihn ein noch offenes Kapitel geschlossen.
Als seine Mitschülerinnen und Mitschüler 1975 im Alter von 14 Jahren gefirmt wurden, zog seine Familie von Herne nach Castrop um – ein neuer Firmtermin kam damals nicht zustande. Erst viele Jahre später kam die leise Frage auf, ob er diesen wichtige Schritt im Glauben irgendwann noch gehen würde.
Impulsgeber waren mehrere Gespräche mit jungen Menschen auf der Sternwallfahrt im September des vergangenen Jahres, die selbst gerade gefirmt worden waren. Daraus wuchs in ihm der Gedanke: „Vielleicht bin ich jetzt auch mal an der Reihe!“ Es folgten ein vertiefender Austausch mit Pastor Stephan Mockenhaupt vom Wallfahrtsteam in Werl (zugleich Ortsseelsorger der Malteser Emscher-Ruhr) sowie ein intensiver Firmunterrichtstag.
Als Paten wählte Jürgen Plöger Raimund Neuhaus, den er „mit beiden Beinen tief im Glauben verwurzelt“ sieht, sowie Leonie Achtmann aus der Malteser Jugend. Eine besondere Freude bereitete ihm Leonie mit der Anfertigung seiner Firmkerze, die sie nach seinen Wünschen gestaltete – ein sehr persönliches Zeichen, zumal seine ursprüngliche Taufkerze nach der langen Zeit im Elternhaus nicht mehr auffindbar war.
Die Malteser sind Jürgen Plöger in all den Jahren zu einer spirituellen Heimat geworden; die Gemeinschaft empfindet er als seine Gemeinde. So lag die Idee nahe, die Firmung gemeinsam mit „seiner“ Malteser-Gemeinde an diesem Pilgertag zu feiern. „Es war mir ein Anliegen, damit ein Zeichen in meiner Ersatzgemeinde zu setzen – wie es im Leitsatzes der Malteser steht: ‚Bezeugung des Glaubens‘. Jetzt konnte ich 60 Jahre nach meiner Taufe genau das tun“, sagte Jürgen Plöger. Er sei „ganz beseelt“ nach Hause gefahren.
Bestärkt gehe er nun seine Aufgaben im Malteser Verband weiter an und möchte mit seiner späten Entscheidung zur Firmung auch anderen Mut machen: „Ganz nach dem aktuellen Malteser-Jahresthema: Gehe und handle genauso.“