Traunstein/Vogling. Ob Verkehrsunfall, Atemschutzunfall oder medizinischer Notfall: Damit Einsatzkräfte im Ernstfall sicher und routiniert handeln können, braucht es regelmäßige, möglichst realistische Übungen. Genau dafür sorgt die Gruppe der Realistische Unfalldarstellung (RUD) der Malteser Traunstein. Anfang Juli unterstützte das ehrenamtliche Team einen Übungsabend der Freiwilligen Feuerwehr Vogling und stellte an mehreren Stationen verletzte Personen möglichst realitätsnah dar.
Für die Feuerwehrleute standen vier Stationen mit mehreren Durchläufen auf dem Programm. Zwei Szenarien wurden mit Verletztendarstellerinnen und Verletztendarstellern der Malteser besonders realitätsnah umgesetzt: ein Verkehrsunfall mit drei verletzten Personen sowie ein Atemschutzunfall mit Verbrennungen. Durch die geschminkten Verletzungen, die gespielten Reaktionen und die realistische Einsatzsituation konnten die Einsatzkräfte Abläufe, Kommunikation und Versorgung unter möglichst praxisnahen Bedingungen trainieren.
Die Mitglieder der RUD werden regelmäßig bei Übungen, Ausbildungen und Fortbildungen eingesetzt. Dabei schminken und spielen die Ehrenamtlichen Verletzungen und Notfallsituationen so, dass Einsatzkräfte unter realistischen Bedingungen üben können. Die Gruppe besteht derzeit aus mehr als 30 Ehrenamtlichen. Allein im vergangenen Jahr 2025 war das Team 32-mal im Einsatz, also im Durchschnitt häufiger als jedes zweite Wochenende. Auch für Übungen außerhalb des Landkreises wird das Team angefordert
Neben Fachwissen, Kreativität und schauspielerischem Talent ist dabei vor allem Teamgeist gefragt. Eine Ehrenamtliche beschrieb ihr Engagement im Ruhestand als „ein zweites Leben“. Diese Begeisterung ist in der Gruppe deutlich spürbar: Die Ehrenamtlichen investieren viel Zeit, um Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen bestmöglich auf herausfordernde Einsatzlagen vorzubereiten. Vor allem Feuerwehren nützen diese Übungsmöglichkeit gerne.
„Realistische Übungen sind ein wichtiger Baustein, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt“, betont Hedi Huber, stellvertretende Gruppenführerin. „Unsere Verletztendarstellerinnen und Verletztendarsteller helfen dabei, Einsatzsituationen der Hilfsorganisationen so nah wie möglich an der Realität zu trainieren – und leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Sicherheit der Menschen in der Region.“ Gemeinsam mit Gruppenführer Norbert Ramsaier leitet sie das Team seit vielen Jahren. Für das realistische Aussehen der Wunden sind die beiden Schminkleiterinnen Brigitte Kaiser und Martina Berger zuständig.
Interessierte, die sich ein nicht alltägliches, aber abwechslungsreiches Ehrenamt im Team der Realistischen Unfalldarstellung vorstellen können, sind herzlich eingeladen. Informationen und Kontaktdaten finden sich auf der Webseite unter www.malteser-traunstein.de oder telefonisch unter 0861 986600.