Eichstätt. Studien zeigen: Junge Menschen erleben so häufig Einsamkeit wie kaum eine andere Altersgruppe. Etwa jeder fünfte Jugendliche hat laut dem Deutschen Jugendinstitut (DJI) oft das Gefühl, allein zu sein oder sich von anderen abgeschnitten zu fühlen. Genau hier setzen nun die Malteser an: mit dem Modellprojekt „Mitmachen verbindet“, das in der Diözese Eichstätt und in bundesweit neun weiteren Bistümern umgesetzt wird.
„12- bis 17-Jährige fühlen sich besonders einsam, wenn sie starken Leistungsdruck spüren und wenig Raum für soziale Beziehungen bleibt. Kinder aus Trennungsfamilien oder mit Eltern, die finanzielle Sorgen haben, fühlen sich häufiger einsam. Auch Mädchen, queere junge Menschen sowie Personen mit Behinderung oder Beeinträchtigung sind besonders oft betroffen“, erklärt Alissa Schuster.
Die 26-Jährige hat in Eichstätt Soziologie studiert und ist seit Mitte Februar bei den Maltesern für das Projekt „Mitmachen verbindet“ zuständig. Dabei kann sie auch aus Erfahrungen schöpfen: „Immer wieder hat mir meine ehrenamtliche Arbeit mit jungen Menschen im Jugendmigrationsdienst Eichstätt gezeigt, dass Einsamkeit auch im Kontext von Migration eine besondere Bedeutung bekommt. Es ist wichtig, allen jungen Menschen Begegnungen zu ermöglichen, in denen sie Vertrauen und Zugehörigkeit erleben."
Ihre Aufgabe wird es in den kommenden Monaten sein, neue Begegnungsformate zu schaffen: etwa stärkende Workshops rund um das Themenfeld Einsamkeit, Einzelbegleitungen und Gemeinschaftserlebnisse. „Zudem wollen wir Alternativen zu übermäßigem digitalen Medienkonsum anbieten“, sagt Alissa Schuster, „der Fokus des Projekts liegt auf analogen Angeboten – außerhalb von Schule und Elternhaus.“
Um dem Projekt, das vom Bundesfamilienministerium gefördert wird, dauerhaft zu Erfolg zu verhelfen, will Schuster zunächst Bedarfe ermitteln sowie Ehrenamtliche gewinnen und qualifizieren. Die Vernetzung mit Schulen, Trägern der Jugendarbeit oder anderen Vereinen soll dazu beitragen, Angebote aufeinander abzustimmen und Synergien zu schaffen. „Zusammenfassend kann man sagen: Es geht uns um Gemeinschaft, Beteiligung und echte Beziehungen“, so Alissa Schuster.