Neuer First Responder der Malteser im Landkreis

Malteser Stadtseelsorger Florian Regner, Pfarrer Ulrich Bensch, Malteser Beauftragter Harald Schwill und Landrat Christoph Göbel (v.l.n.r.) bei der Segnung des neuen Einsatzfahrzeuges. Foto: Malteser/Horlemann

München Stadt und Landkreis. Die Malteser vom Landkreis München haben einen neuen First Responder für Bürgerinnen und Bürger im Landkreis München in Betrieb genommen. Der neue Einsatzwagen vom Typ BMW X3 wird ab sofort auf den Straßen rund um die Landeshauptstadt unterwegs sein, um schnell Hilfe für verunfallte oder verunglückte Menschen zu leisten. Die Neuanschaffung war nötig, da das Vorgängerfahrzeug aufgrund hoher Gesamtlaufleistung immer öfter in der Reparatur war und altersbedingt aus dem Verkehr genommen werden musste. Der neue First Responder ist ein Vorführwagen der BMW AG mit einem 170 PS starken Motor und einem Allradantrieb. Ausgestattet ist der auffällig rundum neonfarben beklebte Einsatzwagen mit klassischem Einsatzmaterial wie einem Notfallrucksack, einer Sauerstofftasche zum Transport von Sauerstoff-Flaschen, zwei Helmen und einem Funkgerät. An Bord des neuen First Responders sind aber auch medizinisches Material oder Geräte für schwerere Verletzungsmuster wie ein REBEL-Set zur Versorgung schwerer Schuss-, Stich- oder Explosionsverletzungen, ein Corpuls C 1,  ein mechanisches Reanimationsgerät, das zur Unterstützung bei Thoraxkompressionen eingesetzt wird.

Seit 1998 stellen die Malteser am Standort Taufkirchen den First Responder für den Landkreis München. Dieser wird von der Einsatzleitstelle zeitgleich mit dem Rettungsdienst alarmiert, trifft aber aufgrund der räumlichen Nähe schneller am Einsatzort ein. Speziell ausgebildete Malteser-Einsatzkräfte, leiten am Unfallort sofort lebensrettende Maßnahmen ein und überbrücken die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens. Im Schnitt rückt der First Responder der Malteser zu 500 Einsätzen im Jahr aus.

„Wir sind sehr dankbar für die viele Unterstützung, die wir finanziell und personell für diesen wichtigen Dienst erhalten“, sagt Johannes Bleicher, Kreisgeschäftsführer der Malteser in München Stadt und Landkreis. Personell unterstützt wird der Dienst auch von der Freiwillige Feuerwehr. „Vor allem möchten wir uns bei der Stiftung der Kreissparkasse bedanken, dass sie die Neubeschaffung des Einsatzfahrzeugs sehr großzügig mit 52.000 Euro unterstützt“, so Bleicher. Der Dienst wird auch durch die Gemeinde Taufkirchen jährlich bezuschusst, „einen großen Teil der Aufwendungen finanzieren wir allerdings über Spenden aus der Bevölkerung“, ergänzt Richard Lütkecosmann, Leiter Malteser Einsatzdienste. Hierzu gehören, so der Malteser Einsatzleiter, neben allgemeinen Betriebskosten für Kraftstoff, Werkstatt und Versicherung auch Kosten für die Anschaffung von Schutzausrüstung und Aus- und Fortbildung der HelferInnen.

First Responder, auch als Helfer-vor-Ort bekannt, kommen vor allem in ländlichen Gegenden und am Stadtrand zum Einsatz, wo es weniger Rettungsdiensteinheiten gibt als in der Stadt. Das liegt einerseits an der geringeren Bevölkerungsdichte und andererseits an gesetzlichen Vorgaben wie der Hilfsfrist in Bayern, die maximal 12 Minuten zwischen Notruf und Eintreffen des Rettungsdiensts vorschreibt. Um die lebenswichtigen ersten Minuten nach einem Unfall oder bei einem Notfall zu nutzen, werden in diesen Gebieten so genannte "First Responder", notfallmedizinisch ausgebildete Helfer und Helferinnen eingesetzt, die zusammen mit dem Rettungsdienst alarmiert werden, aber aufgrund ihrer kürzeren Anfahrtszeiten sehr viel schneller Hilfe leisten können. Hierdurch wird die Zeitspanne, in der der von einem Notfall oder Unfall betroffene Mensch nicht versorgt wird, das so genannte therapiefreie Intervall, reduziert und die Genesungschancen deutlich erhöht.


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