Hannover (mhd). Die Zahl der Patientinnen und Patienten in der Malteser Migranten Medizin (MMM) Hannover – Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung – ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent gestiegen. Dies zeigt eine Auswertung der Jahresstatistik.
403 (Vorjahr: 377) Patientinnen und Patienten ohne Krankenversicherung suchten 2025 die Hilfe der fünf ehrenamtlichen Ärztinnen und Ärzte sowie der Hebamme in der MMM, was einem Anstieg von sieben Prozent entspricht. Weniger stark gestiegen ist die Zahl der Patientenkontakte, von 1027 (2024) auf 1086. Dies sind knapp sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Männer besuchten die MMM im vergangenen Jahr durchschnittlich 2,3-mal, Frauen 2,9-mal. Für beide Geschlechter zusammen ergibt sich somit eine durchschnittliche Besuchshäufigkeit von 2,7.
Erneut kamen im vergangenen Jahr deutlich mehr Frauen als Männer in die Ambulanz der MMM (34 Prozent Männer, 66 Prozent Frauen). Im Vorjahr (2024) war dieses Ungleichgewicht allerdings noch größer (29 Prozent Männer, 71 Prozent Frauen). Die Statistik zeigt zudem, dass 2025 an einem Ambulanztag durchschnittlich 24 Patientinnen und Patienten die Sprechstunde aufsuchten, im Jahr davor 23.
Fast ein Viertel aller Patientinnen und Patienten kam aus Ghana (2025: 24,6 Prozent, Vorjahr 20,2 Prozent). Gesunken ist dagegen die Zahl der Patientinnen und Patienten aus Rumänien (2025: 13,4 Prozent gegen 22,5 Prozent im Vorjahr). Am dritthäufigsten gaben Patientinnen und Patienten Bulgarien als Herkunftsland an (2025: 8,9 Prozent gegen 9,3 Prozent im Vorjahr). Die Zahl deutscher Patienten ohne Krankenversicherung in der MMM-Ambulanz blieb mit 27 beziehungsweise 6,7 Prozent auf niedrigem Niveau. Oft handelt es sich dabei um ehemalige Privatpatienten, die ihre Versicherungsprämien nicht mehr bezahlen können. Die restlichen Patientinnen und Patienten verteilen sich auf mehr als 60 Herkunftsländer.
Das Spektrum der Erkrankungen spiegelt die ganze Bandbreite der Medizin wider, mit einem Schwerpunkt auf Schwangerschaften: Knapp 32 Prozent aller Diagnosen entfielen auf diesen Bereich (Vorjahr: 35 Prozent). Häufig sahen die Ärzte auch Magen-, und Darmbeschwerden (19 Prozent), Herz-, Kreislauferkrankungen (17 Prozent) sowie orthopädische Beschwerden (15 Prozent).
Nach Ansicht von Dr. Renate Gräfin von Keller, der Ärztlichen Leiterin der MMM Hannover, zeigt diese Statistik die Wichtigkeit dieser medizinischen Hilfe. „Hier können wir Menschen helfen, die ohne uns nicht wüssten, wohin mit ihren Schmerzen oder bei schwerwiegenden Erkrankungen“, sagt die Internistin. „Auf diese Weise haben unsere Unterstützer und Spender schon das eine oder andere Menschenleben gerettet.“
Die MMM ist eine Einrichtung des Malteser Hilfsdienst e.V. Dort finden Menschen ohne Krankenversicherung, viele von ihnen Migranten ohne gültigen Aufenthaltsstatus, einen Arzt, der ihnen kostenlos hilft, auf Wunsch auch anonym. Die erste MMM-Ambulanz wurde 2001 in Berlin eröffnet. Inzwischen gibt es solche Sprechstunden in 21 deutschen Städten. Die MMM-Ambulanz in Hannover wurde 2007 eröffnet. Dort engagieren sich zurzeit fünf Ärztinnen und Ärzte ehrenamtlich sowie eine Hebamme. Nach Vereinbarung ist auch eine gynäkologische Untersuchung möglich. Die Kosten werden durch Spenden, einen Zuschuss von Stadt und Region Hannover sowie Eigenmittel der Malteser getragen.
Sprechstunden der MMM Hannover sind dienstags von 10 bis 12 Uhr im Keller des Caritashauses, Leibnizufer 13-15, Hannover.
Weitere Informationen im Internet:
https://www.malteser.de/menschen-ohne-krankenversicherung.html
https://www.malteser.de/standorte/hannover/malteser-medizin-fuer-menschen-ohne-krankenversicherung.html