Wolfgang Epting und die Malteser möchten dabei neben der sportlichen Herausforderung auf ein Thema aufmerksam machen, das oft im Verborgenen bleibt. Während der Ausdauersportler Woche für Woche 12 bis 16 Stunden für den internationalen Wettkampf trainiert, unterstützen die Malteser des Kinder-, Jugend- und Familienhospizdienstes im Landkreis Freudenstadt Familien, die von schwerer oder unheilbarer Krankheit, Sterben und Tod betroffen sind.
Der Ironman selbst dauert rund 10 bis 12 Stunden und wird Wolfgang Epting physisch und mental an seine Grenzen bringen: „Ich motiviere mich so, dass ich dabei daran denke: Die Kinder, die ich unterstützen möchte, haben nicht die Chance. Ich habe sie. Ich kann weitermachen. Das gibt mir immer wieder neue Kraft“, sagt er.
Der Malteser Kinder-, Jugend- und Familienhospizdienst begleitet Betroffene in schweren Zeiten
Für den Kinder-, Jugend- und Familienhospizdienst ist die Aktion eine wertvolle Unterstützung. Diana Schmidt, Leiterin des Dienstes, freut sich nicht nur über die Spendeneinnahmen, sondern auch über die Aufmerksamkeit für ein oft verdrängtes Thema.. „Für uns ist das eine tolle Aktion. Wir sind auf Spenden angewiesen und freuen uns sehr über diese Unterstützung. Gleichzeitig hilft sie dabei, die Themen Sterben, Tod und Trauer aus der Tabuzone zu holen“, sagt sie. Sie erlebe oft, wie wichtig eine frühzeitige Begleitung für betroffene Familien sei. „Immer wieder sagen Familien: Ich glaube, wenn wir euch nicht gehabt hätten, hätten wir diese Krise nicht überstanden.“
Seit 2012 begleitet der Kinder-, Jugend- und Familienhospizdienst der Malteser in Freudenstadt Familien im Landkreis, in denen ein Elternteil oder ein Geschwisterkind schwer erkrankt ist. Die Unterstützung beginnt bereits mit der Diagnosestellung. Derzeit engagieren sich 27 ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und -begleiter im Dienst. Sie besuchen die Familien regelmäßig, verbringen Zeit mit Kindern und Jugendlichen und schaffen Freiräume für Eltern, die oft stark belastet sind.
Darüber hinaus bieten die Malteser Kinder- und Jugendtrauergruppen sowie Einzelbegleitung an. „Oft geht nach einem Todesfall für alle anderen das Leben weiter. Für die einzelnen betroffenen Personen dagegen verändert sich dagegen alles“, sagt Diana Schmidt. Der Austausch mit anderen Kindern und Jugendlichen könne helfen, Gefühle einzuordnen und neue Kraft zu finden. Insbesondere die Trauerarbeit ist komplett spendenfinanziert.
Diana Schmidt ist noch eins wichtig: „Viele denken bei Hospiz sofort an das Sterben. Aber Hospiz bedeutet eigentlich Herberge. Es geht um Begleitung und Gemeinschaft. Hospizdienst bedeutet auch ganz viel Leben.“
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