Mit Spenderleber im Einsatz für andere

Ein Malteser mit einem Organspendeausweis
Torsten Klein lebt seit 39 Jahren mit einer Spenderleber. Sein Appell an alle: "Sprechen Sie über das Thema Organspende." Foto: Malteser
Ein Rettungsdienstwagen bei der Übergabe am Flughafen
Seit 2018 übernehmen die Stuttgarter Malteser Organtransporte im Auftrag der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Foto: Malteser Rettungsdienst Bezirk Stuttgart

Seit 39 Jahren lebt Torsten Klein aus Notzingen mit einer transplantierten Leber. Bereits mit 17 Jahren wurde bei ihm Morbus Wilson diagnostiziert – eine schwere Stoffwechselerkrankung, die seine Leber zerstörte. „Bald war klar, dass ich ohne Organspende nicht überleben kann“, erinnert sich der heute 56-Jährige. Die Zeit nach der Operation war schwierig, doch es geht ihm heute gut. Jedes Jahr feiert er seinen Geburtstag zwei Mal – seinen eigentlichen Geburtstag und den Tag der Organtransplantation. 

Die Erfahrung hat das Leben von Torsten Klein geprägt 

Seit 1989 engagiert sich Torsten Klein bei den Maltesern in Kirchheim – er verantwortete zunächst die Jugendarbeit in der Gliederung Kirchheim, später leitete er hier die Notfallvorsorge und wurde Zugführer. In Notzingen etablierte er das First Responder-System. „Mir war es immer wichtig, mich für andere sinnvoll zu engagieren“, erzählt Torsten Klein. „Vielleicht hängt das auch mit meiner eigenen Geschichte zusammen: Weil mir durch eine Organspende geholfen wurde, habe ich das Gefühl, mich in besonderer Weise einbringen zu wollen.“ 

Organtransporte der Malteser - Schnelle Hilfe im entscheidenden Moment

Auch die Malteser selbst leisten einen wichtigen Beitrag im System der Organspende: Seit 2018 übernehmen die Stuttgarter Malteser Organtransporte im Auftrag der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). 

Dabei zählt jede Minute: Ein Herz oder eine Lunge müssen innerhalb von etwa vier Stunden transplantiert werden, eine Niere innerhalb von 24 Stunden. Sobald die Malteser von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) die Meldung erhalten, dass ein Organ zur Verfügung steht, organisieren sie umgehend den Transport – auch nachts oder am Wochenende. Die Organe werden schnell, sicher und unter strengen hygienischen Bedingungen von Klinik zu Klinik gebracht. Gleichzeitig sorgen die Malteser dafür, dass das notwendige medizinische Personal rechtzeitig in die entsprechende Klinik gelangt.

„Sobald die Organe entnommen wurden, werden sie in speziellen, mit Eis gekühlten Boxen transportiert – Nieren mittlerweile auch in sogenannten Perfusionspumpen, die das Organ während des Transports kontinuierlich durchspülen“, erklärt Joachim Fässler, Geschäftsführer im Rettungsdienstbezirk Stuttgart. „Wir Malteser bringen die Organe zu Kliniken in ganz Deutschland, teilweise auch ins benachbarte Ausland. Dabei tragen wir eine große Verantwortung: Hinter jedem Organ, das wir befördern, steht ein menschliches Schicksal - für die Empfängerinnen und Empfänger ist es zugleich ein großes Geschenk.“

„Sprechen Sie über das Thema“

Torsten Kleins Appell an alle: „Setzen Sie sich mit dem Thema auseinander und bilden Sie sich eine eigene Meinung. Es ist völlig in Ordnung, sich gegen eine Organspende zu entscheiden – wichtig ist nur, dass man sich bewusst damit beschäftigt. Im Organspendeausweis kann jede persönliche Entscheidung festgehalten werden, auch ein Nein. Wichtig ist jedoch, darüber mit der Familie zu sprechen – mit den Eltern, dem Partner oder den Kindern. So wissen im Ernstfall alle Bescheid und kennen den Wunsch.“

Weiterführende Informationen:

 


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