Rund 140 Teilnehmende waren auf Einladung von Karl-Josef Laumann und dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW am 14. August zur Netzwerkveranstaltung für bürgerschaftliches Engagement in der Seniorenarbeit ins Forum M nach Aachen gekommen. Minister Laumann sagte in seinem Grußwort, er freue sich sehr, dass sich Menschen ehrenamtlich engagieren und sich mit ihrer eigenen Persönlichkeit und Zeit einbringen. Einer von diesen Menschen ist Werner Schneider. Er nahm die Auszeichnung zum Dank und zur Anerkennung für das beispielhafte bürgerschaftliche Engagement von Minister Laumann entgegen, stellvertretend für alle Helfenden, die sich im sozialen Ehrenamt der Malteser in der Diözese Köln engagieren. „Es macht mir einfach unfassbaren Spaß und gibt mir sehr viel, mich für andere Menschen einzusetzen,“ sagt der 75-Jährige, der den Mobilen Einkaufswagen der Malteser in Langenfeld leitet. „Nach dem Einkaufen treffen wir uns noch im angrenzenden Café zu einer Plauderrunde und für die meisten ist diese Plauderrunde das A und O,“ erklärt er bei der Urkundenübergabe. Die Fahrten mit dem Mobilen Einkaufswagen für ältere und hilfsbedürftige Menschen sind mehr als bloße Einkaufstouren: Sie unterstützen die Selbstständigkeit und fördern soziale Kontakte. Für die Fahrgäste sind die Touren eine willkommene Abwechslung im Alltag und ein wirkungsvolles Mittel gegen die Einsamkeit.
Der Einsamkeit entgegenwirken
Das Thema Einsamkeit nicht in eine Tabuzone zu bringen und dafür weiter zu sensibilisieren, forderte Laumann ebenfalls in seinem Grußwort. Im Rahmen der Veranstaltung zeichnete er insgesamt 40 Projekte aus, die mit ihren Ehrenamtlichen ältere Menschen unterstützen und damit auch der zunehmenden Einsamkeit entgegenwirken. Zuvor kam der NRW-Minister bei einem Podiumsgespräch mit Ehrenamtlichen aus verschiedenen Projekten ins Gespräch. Im Rahmen der Veranstaltung stellten Kerstin Fischer, Referentin Soziales Ehrenamt und Johanna Westenburger, Projektreferentin für das Soziale Ehrenamt der Maltesern im Erzbistum Köln, die Malteser Hausbesuche vor. Modellhaft wurde bundesweit an verschiedenen Standorten durch die Malteser ein trägerübergreifender, aufsuchender Informationsdienst für Senioren aufgebaut. Das Ziel ist es, bestehende Hilfeleistungen für alle zugänglich zu machen, Informationslücken zu schließen, akute Notlagen zu lösen und Hilfestellung zur nachhaltigen Verbesserung der eigenen Lebenssituation zu geben. Qualifizierte Ehrenamtliche besuchen dabei Senioren auf deren Wunsch hin kostenfrei zu Hause oder informieren am Telefon über Angebote in der Nachbarschaft und soziale Unterstützungsmöglichkeiten. Durch das Programm der Veranstaltung „Ehrenamt schafft Begegnung" führten Dr. Michael Ziemons, Dezernent für Soziales, Gesundheit und Digitalisierung der Städteregion Aachen und Thomas Hauberichs vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW.
Werner Schneider: „Wir Lachen sehr viel miteinander“
Seit zehn Jahren engagiert sich Werner Schneider ehrenamtlich bei den Maltesern. „Mit Renteneintritt war auf einmal viel Zeit da. Nachdem das ganzes Haus geputzt und aufgeräumt war, dachte ich, es muss doch auch sonst noch eine sinnvolle Aufgabe für mich geben“, sagt er. In seinem Job als Pharmavertreter hatte er täglich etwa acht bis zehn Gesprächstermine und vermisste so auch den Kontakt mit anderen. Er meldete sich bei der Freiwilligenagentur, die ihn zu den Maltesern an seinem Wohnort in Langenfeld Rhld. vermittelte. Damals suchten die Malteser jemanden, der ehrenamtlich die Telefonzentrale unterstützt. Das war sein Start bei den Maltesern. Als für die Telefonzentrale keine Unterstützung mehr benötigt wurde, lud Kerstin Fischer, Referentin Soziales Ehrenamt bei den Maltesern im Erzbistum Köln, ihn ein, sich im Bereich des Sozialen Ehrenamts zu engagieren. Dort waren und sind die Malteser vor allem aktiv in der Begleitung von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen. In dem Bereich mitzumachen, konnte sich Werner Schneider zunächst so gar nicht vorstellen. Aber er hat es sich einfach mal angeschaut und gemerkt: „Die Helfenden und auch die Gäste im Café Malta sind so nett und es ist nicht eine so traurige und schwere Angelegenheit, wie ich es mir zuerst vorgestellt hatte. Wir lachen sehr viel miteinander und unsere Gäste freuen sich sehr, wenn sie zu uns kommen." Bei einem Engagement im Café Malta ist es nicht geblieben. Auch den Besuchs- und Begleitungsdienst unterstützt er seit Jahren als Stellvertreter in der Leitung und hat vor sieben Jahren schließlich die Leitung des damals neuen Mobilen Einkaufswagens übernommen. Hierbei koordiniert er die Fahrten und unterstützt die älteren und in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen auch selbst beim Einkaufen, gemeinsam mit dem insgesamt 16-köpfigen Team an Ehrenamtlichen.
Weiterführende Informationen:
"Malteser Hausbesuche"
"Mobiler Einkaufswagen"
"Mitmachen im Sozialen Ehrenamt"