Wenn plötzlich der Strom ausfällt

In dieser simulierten Situation wird ein Verletzter auf einer Trage ins Behandlungszelt gebracht.
Die Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen hat gut funktioniert. Hier wird ein Verletzter zum Behandlungsplatz der Malteser gebracht.

Was passiert, wenn in einer ganzen Stadt über viele Stunden der Strom ausfällt? Wenn gleichzeitig die Trinkwasserversorgung zusammenbricht und Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenzen kommen? Genau dieses Szenario stand am 12. September bei der jährlichen Katastrophenschutzübung in Bremerhaven im Mittelpunkt.

Für die Malteser bedeutete das: Behandlungsplatz aufbauen, Patienten versorgen und gleichzeitig die Bevölkerung informieren. Insgesamt 13 Einsatzkräfte aus Bremen und Bremerhaven waren dafür im Einsatz. Auf dem Gelände der DLRG errichteten sie einen sogenannten Behandlungsplatz 25. Er ist darauf ausgelegt, bis zu 25 Patientinnen und Patienten pro Stunde medizinisch zu versorgen. Unterstützung aus Bremen kam mit dem Gerätewagen Sanität, der unter anderem Behandlungszelt, Stromaggregat und umfangreiches medizinisches Material an Bord hat. Aus Bremerhaven waren außerdem ein Notfallkrankentransportwagen und ein mobiler Sirenenwagen dabei.

Gerade der Sirenenwagen übernimmt im Katastrophenfall eine besondere Aufgabe. Anders als fest installierte Sirenen kann er nicht nur Warnsignale abgeben, sondern auch konkrete Informationen und Verhaltenshinweise verbreiten. Während der Übung fuhr das Fahrzeug durch das Stadtgebiet und spielte entsprechende Übungstexte ab.

Am Behandlungsplatz wurde es unterdessen immer wieder anspruchsvoll. Insgesamt bewältigten die Malteser 32 Hilfeleistungen. Die dargestellten Verletzungen reichten von Unterkühlungen bis zu einem Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten aufgrund einer ausgefallenen Ampelanlage. Dabei ging es nicht nur um die medizinische Erstversorgung. Besonders wichtig war es, mehrere gleichzeitig eintreffende Verletzte schnell zu sichten, die richtigen Prioritäten zu setzen und sie anschließend geordnet weiterzuversorgen.

Genau darin sieht Mona Malek, Gruppenführerin im Katastrophenschutz und Abschnittsleiterin der Malteser während der Übung, den besonderen Wert solcher Einsätze: „Genau solche Situationen müssen wir üben, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt und auch die Zusammenarbeit mit den anderen Hilfsorganisationen funktioniert.“ Denn bei einer größeren Schadenslage arbeitet keine Organisation für sich allein. Auch in Bremerhaven wurden Verletzte von Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen zum Behandlungsplatz gebracht und dort an die Malteser übergeben.

 


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