„Wir lassen Menschen nicht allein“: Malteser feiern 30 Jahre Hospiz- und Trauerarbeit

Gruppenbild der hauptamtlichen Mitarbeiter der Hospiz- und Trauerarbeit Berlin
Das Malteser-Team feiert das 30-jährige Jubiläum des ambulanten Hospizdienstes. Fotos: Malteser Berlin
Dieses Foto zeigt den Festsaal auf der Jubiläumsveranstaltung: 30 Jahre Hospiz- und Trauerarbeit in Berlin.
Mit einem Festakt haben die Malteser in Berlin am Dienstag 30 Jahre Hospiz- und Trauerarbeit gewürdigt.
Zu den Gratulanten zählten unter anderem der Vorstandsvorsitzende der Malteser in Deutschland, Dr. Elmar Pankau (2.vo.r.), sowie Benno Bolze, Geschäftsführer des Deutschen Hospiz- und Palliativverbands (r.) und Dr. Jörg von Fürstenwerth, Diözesanleiter der Berliner Malteser (l.). Mit einem Vortrag über Hoffnung am Lebensende berührte Prof. Dr. Judith Mangelsdorf die Festgäste.
Die Leiterinnen der Hospiz- und Trauerarbeit der Malteser Berlin eröffnen die Jubiläumsveranstaltung.
Die beiden Leiterinnen des Hospizdienstes, Antje Rüger-Hochheim und Kerstin Kurzke leiteten durch den Nachmittag.
Die Trauerbegleiterin stellt ihr Arbeit vor.
An Informationsständen präsentierten die Malteser die verschiedenen Bereiche ihrer Hospiz- und Trauerarbeit in Berlin. Regina Ehm leitet gemeinsam mit Cornelia Schütze die Anlaufstelle für Trauernde.
Die Gäste der Jubiläumsveranstaltung auf der Tanzfläche, um das Trauerangebot "Tango bewegt die Seele" kennenzulernen.
Mit dem Projekt „Trauer und Tango“ wurde ein besonderer Zugang vorgestellt, der Trauer auch über Bewegung erfahrbar macht. Die Gäste erhielten im Verlauf des Abends selbst einen Eindruck davon und kamen gemeinsam in Bewegung.
Die Gäste der Jubiläumsveranstaltung auf der Tanzfläche, um das Trauerangebot "Tango bewegt die Seele" kennenzulernen.
Eine Talkrunde mit einer Betroffenen und dem ehrenamtlichen Begleiter.
Halt geben und finden: Im Gespräch mit Antje Rüger-Hochheim (M.) erzählt der ehrenamtliche Sterbebegleiter Johannes (r.), wie er einen Berliner Familienvater in seiner letzten Lebensphase unterstützt hat. Wie unterstützend die Begleitung für die ganze Familie war, erzählt die Frau des inzwischen Verstorbenen, Birgit (l.).

Berlin. Drei Jahrzehnte gelebte Nähe: Mit einem Festakt haben die Malteser in Berlin am Dienstag 30 Jahre Hospiz- und Trauerarbeit gewürdigt und damit ein Engagement, das für viele schwerkranke Menschen und ihre Familien unverzichtbar geworden ist. Rund 200 Gäste, darunter viele ehrenamtlich Engagierte, kamen im Festsaal des „Martas“ Gästehauses der Berliner Stadtmission in Moabit zusammen, um dieses besondere Jubiläum zu begehen. Der Abend wurde zu einem bewegenden Rückblick auf 30 Jahre des Daseins für Menschen am Lebensende und zeigte zugleich, was diese Arbeit bis heute ausmacht: Nähe, Zeit und Menschlichkeit.

Hospizarbeit im Fokus: Begrüßung mit Kerstin Kurze und Antje Rüger-Hochheim

Den Auftakt gestalteten die beiden Leiterinnen des Hospizdienstes, Kerstin Kurze und Antje Rüger-Hochheim. Sie begrüßten die Gäste und gaben einen kurzen Impuls zur Bedeutung der Hospizarbeit im Hier und Jetzt. Kerstin Kurze betonte in diesem Zusammenhang: „Wir lassen Menschen mit ihren Ängsten nicht allein.“

Ehrenamt in der Hospizarbeit: Persönliche Einblicke aus der Begleitung Sterbender

Wie diese Begleitung konkret aussieht, wurde im Gespräch zwischen Antje Rüger-Hochheim und dem ehrenamtlichen Sterbebegleiter Johannes Ottliczky deutlich. Er berichtete von seiner Begleitung eines schwerkranken Familienvaters und gab Einblicke in seine Erfahrungen im Ehrenamt zwischen Mut, Nähe und sehr persönlichen Begegnungen.

Besonders eindrücklich war auch die Perspektive der Ehefrau des begleiteten Mannes. Sie schilderte, wie unterstützend die Begleitung für ihren Mann und die gesamte Familie gewesen sei. Ihre Worte machten deutlich, welchen Wert hospizliche Begleitung im Alltag schwerkranker Menschen haben kann.

Würdigung der Hospizarbeit: Politik, Verbände und Malteser Leitung gratulieren

Zu den Gratulanten zählten unter anderem der Vorstandsvorsitzende der Malteser in Deutschland, Dr. Elmar Pankau, sowie Benno Bolze, Geschäftsführer des Deutschen Hospiz- und Palliativverbands (DHPV). Beide würdigten die Entwicklung der ambulanten Hospizarbeit und das große Engagement der Ehrenamtlichen.

Auch Dr. Jörg von Fürstenwerth, Diözesanleiter der Berliner Malteser, hob die besondere Bedeutung der Hospizarbeit hervor: „Kaum ein Dienst der Malteser veranschaulicht mehr, was uns ausmacht: Weil Nähe zählt. Es gibt keinen Dienst, der so nah an den Menschen ist wie die Hospizarbeit.“

Die Perspektive des Landes brachte Dr. Christine Fuhrmann von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege ein. Sie dankte den Maltesern für ihr langjähriges Engagement und betonte ihre Rolle als wichtiger Partner in der Begleitung sterbender Berlinerinnen und Berliner.

Hoffnung am Lebensende: Vortrag von Prof. Dr. Judith Mangelsdorf

Einen inhaltlichen Akzent setzte der Vortrag von Prof. Dr. Judith Mangelsdorf zum Thema „Hoffnung – auch zu guter Letzt“. Sie machte deutlich, dass Hoffnung am Lebensende nicht verschwindet, sondern sich wandelt – hin zu dem, was trägt: gute Momente, Zeit mit nahestehenden Menschen, Würde und innerer Frieden.

Trauerarbeit der Malteser Berlin: „Trauer und Tango“ als besonderer Ansatz

Einen weiteren Schwerpunkt des Abends bildete die Trauerarbeit der Malteser. Die Anlaufstelle für trauernde Erwachsene unterstützt Menschen berlinweit in ihrer Trauer. Mit dem Projekt „Trauer und Tango“ wurde ein besonderer Zugang vorgestellt, der Trauer auch über Bewegung erfahrbar macht. Die Gäste erhielten im Verlauf des Abends selbst einen Eindruck davon und kamen gemeinsam in Bewegung.

Ambulante Hospiz- und Trauerangebote der Malteser in Berlin

An Informationsständen präsentierten die Malteser die verschiedenen Bereiche ihrer Hospiz- und Trauerarbeit in Berlin. Seit der Gründung 1996 ist der ambulante Hospizdienst stetig gewachsen – von den Anfängen in Ost-Berlin zu einem der größten Angebote dieser Art in der Hauptstadt. Heute engagieren sich rund 230 Ehrenamtliche und zwölf hauptamtliche Fachkräfte in der Begleitung von Erwachsenen, Kindern und Familien.

Die Arbeit wird zu einem Teil durch Spenden getragen und lebt maßgeblich vom Engagement der Ehrenamtlichen. Der Abend machte deutlich: Hospizarbeit ist Beziehung und sie lebt von Menschen, die bereit sind, Zeit und Nähe zu schenken. Drei Jahrzehnte Hospizarbeit in Berlin stehen damit vor allem für eines: 30 Jahre gelebte Nähe.


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