Berlin. Weite Teile von Steglitz-Zehlendorf, darunter Nikolassee, Zehlendorf und Wannsee, waren seit Samstag von einem massiven Stromausfall betroffen. Rund 100.000 Menschen mussten fünf Tage lang ohne Strom auskommen. Wohnungen kühlten aus, Aufzüge standen still, medizinische Geräte konnten nur eingeschränkt betrieben werden. Besonders schutzbedürftige Menschen waren dringend auf Unterstützung angewiesen. Seit heute ist die Stromversorgung wiederhergestellt.
Großschadenslage in Berlin: Malteser im Katastrophenschutzeinsatz
Angesichts der Lage rief die Berliner Innensenatorin die Großschadenslage aus. Dadurch konnten Hilfsorganisationen koordiniert und Einsatzkräfte gezielt eingesetzt werden. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer wurden für den Einsatz von ihren Arbeitgebern freigestellt.
„So konnten wir kurzfristig ausreichend Personal mobilisieren und über mehrere Tage einsatzfähig bleiben“, sagt Lucas Stachetzki, Referent für Katastrophenschutz bei den Maltesern in Berlin.
Die Einsatzkräfte arbeiteten in Schichten und koordinierten ihre Hilfe eng mit anderen Berliner Hilfsorganisationen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der praktischen Unterstützung vor Ort, vor allem auf Transporten hilfsbedürftiger Menschen.
Hilfe für besonders schutzbedürftige Menschen
Im Mittelpunkt des Einsatzes standen Menschen, die sich in der Situation nicht selbst helfen konnten. Ältere, kranke und pflegebedürftige Berlinerinnen und Berliner sowie Familien mit kleinen Kindern wurden unterstützt. Die Malteser brachten mobilitätseingeschränkte Menschen aus Wohnungen ohne Strom zu Angehörigen oder in Notunterkünfte. Auch liegende Patientinnen und Patienten wurden medizinisch versorgt und verlegt.
Evakuierungen und Patiententransporte in Nikolassee, Zehlendorf und Wannsee
In der Nacht zu Montag musste vorsorglich eine Pflegeeinrichtung in Lichterfelde evakuiert werden, da die Stromversorgung nicht mehr zuverlässig gewährleistet war. Der Patiententransportzug der Malteser brachte die Bewohnerinnen und Bewohner sicher in andere Einrichtungen.
Auch an den Tagen davor und danach waren die Einsatzfahrzeuge der Malteser im gesamten betroffenen Gebiet unterwegs. Anwohnerinnen und Anwohner aus Nikolassee, Zehlendorf und Wannsee wurden in Notunterkünfte im Bezirk Steglitz-Zehlendorf oder zu Angehörigen gebracht. Bei medizinischen Notfällen erfolgte der Transport direkt ins Krankenhaus. Parallel dazu sorgte der Betreuungsdienst der Malteser für die Verpflegung der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.
Malteser bleiben einsatzbereit
Seit heute ist der Strom im Berliner Südwesten wieder da. Die Malteser bleiben dennoch weiterhin einsatzbereit, um das Land Berlin auch künftig zu unterstützen. Der größte Stromausfall seit der Nachkriegszeit hat gezeigt, wie wichtig ein leistungsfähiger und gut organisierter Katastrophenschutz ist und wie unverzichtbar das Engagement ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer.