Ehrengast der Jubiläumsfeier im Hof der Malteser-Geschäftsstelle am Siemensdamm war Erzbischof Dr. Heiner Koch, Schirmherr der Berliner MMM. Gemeinsam blickten die Gäste auf die Anfänge der medizinischen Hilfe zurück und sprachen darüber, warum die MMM auch heute gebraucht wird.
Was vor 25 Jahren mit einer Ärztin in Teilzeit, zwei ehrenamtlichen medizinischen Fachkräften und einem Behandlungszimmer begann, ist inzwischen ein bundesweites Hilfsangebot mit 21 Malteser Praxen. Die Grundidee ist dabei unverändert: Menschen ohne Zugang zur regulären Krankenversicherung erhalten unabhängig von ihrer Herkunft und ihrer finanziellen Situation medizinische Hilfe.
„25 Jahre MMM stehen für gelebte Nächstenliebe und für viele Menschen, die sich mit ihrer Zeit und ihrer Fachkompetenz für andere einsetzen. Dass aus einer kleinen Berliner Praxis ein bundesweites Hilfsangebot entstanden ist, zeigt, was möglich wird, wenn Menschen Verantwortung füreinander übernehmen“, sagt Dr. Jörg von Fürstenwerth, ehrenamtlicher Diözesanleiter der Berliner Malteser.
Ehrenamtliches Engagement trägt die Hilfe
In Berlin engagieren sich heute 39 Ärztinnen und Ärzte ehrenamtlich für die MMM. Sie behandeln Patientinnen und Patienten in den Bereichen Allgemeinmedizin, Gynäkologie, Orthopädie, Kinderheilkunde, Zahnmedizin und Dermatologie. Unterstützt werden sie von 14 medizinischen Fachkräften, darunter viele ehrenamtliche Helferinnen, und einer Sozialarbeiterin.
Allein 2025 wurden 4.886 Behandlungen durchgeführt. Die Patientinnen und Patienten kamen aus 110 Ländern. Die Zahlen zeigen, wie groß der Bedarf an medizinischer Hilfe außerhalb der regulären Strukturen weiterhin ist.
Dabei beschränkt sich die Arbeit der MMM nicht auf die Behandlung akuter Beschwerden. In der Sozialberatung klären die Malteser gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten, welche Ansprüche bestehen und welche Möglichkeiten es gibt, wieder Zugang zur regulären Gesundheitsversorgung zu erhalten.
„Gesundheit darf keine Frage von Herkunft, Versicherung oder Geldbeutel sein“, sagt Dr. Jörg von Fürstenwerth. „Solange Menschen durch das bestehende System fallen, bleibt die MMM notwendig.“
Unterstützung für die kommenden Jahre
Die Berliner MMM wird jeweils zur Hälfte aus Mitteln der Berliner Senatsverwaltung und aus Spenden finanziert. Seit 2015 ist die Praxis Teil des von der Senatsverwaltung geförderten Integrierten Gesundheitsprogramms. Für die weitere Arbeit sind die Malteser dennoch auf Spenden angewiesen.
Auch ehrenamtliche Unterstützung wird weiterhin gebraucht. Gesucht werden Ärztinnen und Ärzte sowie medizinisches Fachpersonal, die ihre Erfahrung regelmäßig oder bei Bedarf für Menschen ohne Krankenversicherung einsetzen möchten.
Das Jubiläum am 25. August war deshalb nicht nur Anlass, auf die vergangenen 25 Jahre zurückzublicken. Es war vor allem ein Dank an die Menschen, die die Arbeit der MMM ermöglichen, und ein Zeichen dafür, dass medizinische Hilfe dort gebraucht wird, wo Menschen sonst durchs Raster fallen.
Ein besonderer Dank gilt allen Unterstützerinnen und Unterstützern der Berliner MMM, darunter der Deutschen Postcode Lotterie.
Weitere Informationen zur Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung gibt es unter www.malteser-berlin.de/mmm