Berlin. Die Malteser in Berlin haben am Freitagabend ihren traditionellen Neujahrsempfang für ehrenamtlich Engagierte aus dem gesamten Erzbistum Berlin gefeiert. Rund 150 Malteser aus Berlin, Potsdam und Stralsund kamen erstmals am neuen Standort der Malteser am Siemensdamm 50 zusammen, um gemeinsam und stellvertretend für die mehr als 1500 Engagierten auf das Engagement des vergangenen Jahres zu blicken und verdiente Ehrenamtliche zu würdigen.
Der Empfang ist fester Bestandteil des Malteser Jahreskalenders: Er bietet Gelegenheit, jenen Menschen Danke zu sagen, die in ihrer Freizeit Verantwortung übernehmen und die Arbeit der Malteser in all ihren Facetten erst möglich machen. Entsprechend vielfältig war auch das Bild der Gäste: Ehrenamtliche aus dem Katastrophenschutz, aus Besuchs- und Hospizdiensten, aus der Malteser Jugend, aus sozialen Projekten sowie hauptamtliche Mitarbeitende und Führungskräfte aus allen Bereichen der Organisation kamen zum Empfang.
„Sie alle stehen für Menschlichkeit und übernehmen Verantwortung dort, wo sie gebraucht wird“, sagte Diözesanleiter Dr. Jörg Freiherr von Fürstenwerth in seiner Ansprache. Gemeinsam mit Geschäftsführer Marc Czernetzki dankte er den Engagierten, „die das Rückgrat der Malteser bilden“. Unter den Gästen waren auch die Direktorin des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin, Prof. Dr. Ulrike Kostka, sowie Heinrich Kramer, Regionalleiter der Region Nord-Ost.
Vom Gottesdienst zum neuen Malteser-Standort
Den Auftakt des Neujahrsempfangs bildete eine Eucharistiefeier unter der Leitung von Diözesanseelsorger Dekan Bernd Schaller. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von einer Band rund um zwei ehrenamtlich engagierte Malteserinnen aus dem Betreuungsdienst, deren aufmunternde Klänge die Feier bereicherten. Anschließend kamen die Gäste am neuen Malteserstandort im Wernerwerkhochhaus zusammen.
Dort stimmte ein Film auf das vergangene Jahr ein und zeigte exemplarisch, wie breit das ehrenamtliche Engagement der Malteser im Erzbistum Berlin aufgestellt ist: von großen Sanitätsdiensten über Angebote wie „Trauer und Tango“, Führungen für Menschen mit Demenz im Britzer Garten bis hin zu Besuchsdiensten für ältere und einsame Menschen. Der Malteser Chor begleitete den Abend musikalisch mit Liedern, die aktuelle gesellschaftliche Themen aufgriffen.
Blick nach vorn: Krisenresilienz stärken
Mit Blick auf das neue Jahr kündigten die Berliner Malteser an, den Katastrophenschutz und die Krisenresilienz der Dienste weiter zu stärken. Erfahrungen aus dem jüngsten und größten Stromausfall Berlins zu Beginn des Jahres im Berliner Süden hätten deutlich gemacht, wie wichtig es sei, Strukturen, Abläufe und Szenarien regelmäßig zu überprüfen.
Vor diesem Hintergrund ernannte von Fürstenwerth Oberst i. G. Wilhelm Neißendorfer zum Diözesanbeauftragten für Krisenresilienz. Ab Februar wird er die Dienste als Sparringspartner und Berater begleiten, um die Widerstandsfähigkeit der Malteser weiter auszubauen.
Ehrungen, Ernennungen und Dank
Ein zentraler Programmpunkt des Abends waren die Ehrungen und Ernennungen. Zahlreiche Malteserinnen und Malteser wurden für ihr langjähriges Engagement ausgezeichnet oder in neue Aufgaben berufen - darunter für 40 Jahre Mitarbeit, für besondere Verdienste im Katastrophenschutz sowie für Leitungs- und Fachfunktionen auf Diözesan- und Landesebene.
Auch strukturelle Veränderungen wurden bekanntgegeben: Peter Limbourg und Dr. Alexander Freiherr von Aretin scheiden aus der stellvertretenden Diözesanleitung aus, um künftig im neu belebten Beirat mitzuwirken. Gemeinsam mit weiteren Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft soll der Beirat die Vernetzung der Malteser in Berlin und Brandenburg stärken. Für ihr bisheriges Engagement dankte die Diözesanleitung beiden ausdrücklich. Neuer stellvertretender Diözesanleiter und gleichzeitig Landesbeauftragter für Brandenburg wird Thomas Vargas von Rentzell.
Die Malteser Jugend als starkes Zeichen der Zukunft
Besonderen Applaus erhielt die Malteser Jugend, deren Mitglieder ebenfalls zahlreich vertreten waren. Ihnen überreichte von Fürstenwerth Dankesurkunden als Zeichen der Anerkennung für ihr Engagement und ihren Einsatz für die Werte der Malteser. Mit derzeit 538 aktiven Mitgliedern sendet die Malteser Jugend ein starkes Signal, gerade in einer Zeit, in der kirchliche Jugendarbeit vor großen Herausforderungen steht.
„Ihr seid unsere Zukunft“, betonte von Fürstenwerth. Ein besonderer Dank galt dabei auch Lukas Miethke, der die Jugendarbeit maßgeblich mit aufgebaut und weiterentwickelt hat.
Der Neujahrsempfang zeigte, worauf die Arbeit der Malteser im Erzbistum Berlin beruht: auf dem verlässlichen Einsatz vieler Ehrenamtlicher in ganz unterschiedlichen Diensten. Zugleich richtete sich der Blick nach vorn mit besonderen Schwerpunkten im Jahr 2026, darunter 25 Jahre Hilfe für Menschen ohne Krankenversicherung und 30 Jahre Hospizarbeit, die das Engagement der Malteser seit Jahrzehnten prägen.
Ehrungen, Ernennungen & Veränderungen
Auszeichnungen & besonderer Dank
• Bernd Schaller: Verdienstmedaille in Silber für 40 Jahre Engagement
• Würdigung des Engagements der stellvertretenden Diözesanleitung von Peter Limburg, Dr. Alexander Freiherr von Aretin und Monika Schmitt-Vockenhausen: Verdienstplakette in Silber
• Thomas Franke, Klaus Brosig, Arne und Erik Fuhrmann, Catharina Wurf, Pascal Neuendorf, Nico Sonack, Simon Tümmler: Großer Dank für den jahrzehntelangen Aufbau des Fernmelde- und IuK-Dienstes sowie die engagierte Mitwirkung am Übergang zu neuen Strukturen und Technologien
• Dank an die Malteser Jugend, u. a. Lea Baschab, Stepan Vorontsov, Lukas Miethke und Sina Haas
• Uwe Hellwig (Trauerbegleitung), Daniel Pfeil (Realistische Unfalldarstellung), Eberhard Jungfer-Werner (Malteser Arztpraxis für Menschen ohne Krankenversicherung)
• Felix Tietze, Marvin Kaiser, Lennart Matzek, Stefan Gotschol: Einsatzleitung Großeinsätze
Ernennungen & Veränderungen
• Aufbau eines Beirats zur stärkeren Vernetzung in Berlin und Brandenburg
• Oberst i. G. Wilhelm Neißendorfer: Diözesanbeauftragter Krisenresilienz
• Valentin Otto: Herzenswunsch-Krankenwagen (ehrenamtliche Verantwortung)
• Dr. Ferdinand Worel: Stv. Diözesanarzt, ärztliche Leitung Einsatzdienste
• Thomas Vargas von Rentzell: Berufung als stv. Diözesanleiter und Landesbeauftragter Brandenburg
• Nico Sonack und Simon Tümmler übernehmen gemeinsam die Leitung Information und Kommunikation (IuK)
• Simon Mainitz und Leon Scheil übernehmen gemeinsam die Co-Leitung Logistik der Schutzbekleidung