Wenn Menschen nicht mehr leben wollen

Zwischen Steinen im Wasser wächst ein grünes Pflänzchen
Was tun, wenn jemand äußert, nicht mehr leben zu wollen? Die Schulung der Malteser gibt Orientierung und Handlungssicherheit. (Foto: Malteser BGL) (Foto: Mrtvolka666/Pixabay)

Berchtesgaden/Landkreis. Suizidgedanken und Todeswünsche gehören zu den größten Tabuthemen unserer Gesellschaft. Wer im privaten oder beruflichen Umfeld damit konfrontiert wird, fühlt sich oft hilflos. Die Malteser bieten deshalb gemeinsam mit der Hospiz- und Palliativregion in Berchtesgaden eine kostenlose Schulung an, die Wissen vermittelt und konkrete Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit geäußerten Todeswünschen aufzeigt. Das Angebot richtet sich an Angehörige, ehrenamtlich Engagierte sowie an Menschen aus sozialen, pflegerischen und beratenden Berufsfeldern.

Referentin Claudia Hanrieder von den Maltesern Rosenheim leitet seit zwei Jahren das Präventionsprojekt. Sie beleuchtet Hintergründe zum Thema Suizid und assistierter Suizid und gibt Handlungsempfehlungen. Dazu gehören auch die Selbstreflexion (was es in einem selbst auslöst, wenn man von Todeswünschen erfährt) sowie der Umgang mit der eigenen Angst und Überforderung. Außerdem erläutert Hanrieder rechtliche Aspekte und die Auswirkungen des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zu § 217 StGB.

Die Schulung findet am Dienstag, 14. Juli 2026, von 17 bis ca. 20 Uhr im Gemeindesaal der Evangelischen Kirchengemeinde Berchtesgaden, Ludwig-Ganghofer-Str. 28, statt. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung bis zum 7. Juli ist jedoch erforderlich. Parkplätze stehen auf dem Parkdeck unterhalb der Christuskirche zur Verfügung. 

Weitere Informationen und Anmeldung telefonisch montags und dienstags unter der Nummer 0170 966 2527 oder 08031 80957-255 sowie per E-Mail an claudia.hanrieder@malteser.org.

 

Aufbau der Schulung

Modul 1: Todeswünsche – Hintergründe und Handlungsempfehlungen. 
Hier geht es unter anderem um die eigene Betroffenheit: Was macht es mit mir, wenn ich von einem Todeswunsch höre, und wie gehe ich damit um? Was sind mögliche Hintergründe von Todeswünschen?

Modul 2: Rechtliche Aspekte mit der Einordnung des § 217 StGB und dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 26.02.2020. Daraus ergeben sich wiederum Fragen zur eigenen, organisatorischen und gesellschaftlichen Haltung zum Umgang mit Todeswünschen und assistiertem Suizid.

Modul 3: Die Haltung der Malteser und/oder bei Bedarf Praxisübung. Zum Beispiel für Menschen, die ausprobieren möchten, wie bestimmte Aussagen möglicherweise bei Betroffenen ankommen.


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