Wolfratshausen. Wer neu in Deutschland ankommt, steht oft vor sprachlichen und kulturellen Hürden. Der Kulturdolmetscherdienst im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen unterstützt Zugewanderte dabei, Missverständnisse zu vermeiden und schneller Fuß zu fassen. Das Kooperationsprojekt von Caritas, Malteser Hilfsdienst, Kreisbildungswerk Bad Tölz-Wolfratshausen und der Stadt Geretsried bildet seit 2019 ehrenamtliche Sprach- und Kulturdolmetscherinnen und Kulturdolmetscher aus und vermittelt sie im Landkreis.
„Die Nachfrage nach Kulturdolmetschenden in unserem Landkreis steigt stetig“, sagt Ursula Steiner, Leiterin des Kulturdolmetscherdienstes der Malteser. Gemeinsam mit Caritas und KBW Bad Tölz-Wolfratshausen organisieren die Malteser deshalb erneut eine umfassende Fortbildung. Möglich wird sie durch eine Förderung der Erzdiözese München und Freising. Im Oktober startet das Ausbildungsseminar „Kulturdolmetscher plus“ bereits zum siebten Mal. Das Seminar findet an drei Wochenenden im Oktober statt – jeweils Freitagabend und samstags. Der Kurs startet am Freitag, den 16. Oktober und endet am Samstag, den 31. Oktober. Es sind noch einige Plätze frei.
Wer sich für das Ausbildungsseminar interessiert, kann sich am Informationsabend am 22.09.2026 von 18:30 bis 19:30 Uhr im Caritas-Zentrum Geretsried vorab informieren. Wer darüber hinaus Informationsmaterial anfordern oder sich anmelden will, wendet sich bitte an die Website www.malteser-bistum-muenchen.de/kdm oder schreibt eine E-Mail an kulturdolmetscher.wor@malteser.org.
Zum Ausbildungsseminar:
Die Ausbildung umfasst 42 Stunden und basiert auf einem Curriculum der Katholischen Erwachsenenbildung der Erzdiözese München und Freising, des Dachauer Forums und der Domberg-Akademie. Der Kurs „Kulturdolmetscher plus – sharing empowerment“® vermittelt interkulturelle Kompetenz und bezieht die eigene Migrations- und Integrationsgeschichte der Teilnehmenden ein. Die Ehrenamtlichen kommen im gesamten Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zum Einsatz – etwa bei Behörden, Arztpraxen, Schulen, Kindergärten, Vermietern oder im Jobcenter. Sie unterstützen Zugewanderte bei Gesprächen, Terminen und Alltagsfragen. Vertreten sind unter anderem Arabisch, Albanisch, Dari, Farsi, Englisch, Französisch, Kroatisch, Nordmazedonisch, Russisch, Spanisch, Portugiesisch, Tigrinya, Tschechisch, Türkisch, Kurdisch und Ukrainisch. Ursula Steiner betont: „Jede Fremdsprache wird gebraucht. Besonders gesucht sind derzeit Ukrainisch, Russisch, Kurdisch, Arabisch, Französisch, Englisch, Dari und Farsi.“