Hannover (mhd). Könnten die Malteser mein zukünftiger Arbeitgeber sein? Diese Frage stellten sich acht Jugendliche beim „Zukunftstag“ am Donnerstag, 23. April 2026 in der Malteser-Stadtgeschäftsstelle Hannover. Zum zweiten Mal beteiligte sich der katholische Hilfsdienst in der Landeshauptstadt an diesem besonderen Tag, der Schülerinnen und Schülern Einblicke in den beruflichen Alltag eröffnen soll.
Sie waren etwas unsicher, fast schüchtern, doch schließlich legten sie beherzt Hand an das Herz eines Fremden, auch wenn es nur eine Übungspuppe war. Unter der sicheren Anleitung von Erste-Hilfe-Ausbilderin Christine Bank gelang den Schülerinnen und Schülern bei einer kurzen Einführung in die Erste Hilfe schließlich die Herzdruckmassage mit der richtigen Handhaltung. Dafür gab es am Ende auch ein verdientes Lob: „Ihr habt toll mitgearbeitet,“ freute sich die erfahrene Malteser-Ausbilderin über das Interesse der sechs Mädchen und zwei Jungen, die aus verschiedenen Schulen in die Malteser-Stadtgeschäftsstelle gekommen waren. Und das ganz ohne Werbung, allein durch Mundpropaganda.
Dieser erste Einblick in die Erste Hilfe war nur ein Teil des Programms, das für die Jugendlichen im Alter von zehn bis 16 Jahren um 8.30 Uhr morgens begonnen hatte. Neele Engel und Josie Miehe von den Maltesern hatten ein abwechslungsreiches Halbtagesprogramm vorbereitet und die ebenso abwechslungsreichen Dienste der Malteser vorgestellt: Dazu gehörte auch ein Abstecher zum Rettungsdienst, wo Notfallsanitäterin Lisa Wegener die Ausstattung eines Rettungswagens erklärte und die faszinierten Jungen und Mädchen den Puls und die Sauerstoffsättigung messen und einen Knochen bohren ließ – wenn auch keinen echten!
Eine „Schnitzeljagd“ durch die Malteser-Dienststelle beendete den interessanten Vormittag. Wer gut aufgepasst hatte, konnte denn auch die Fragen beantworten: „Welche Telefonnummer muss man in Notfall wählen?“ und „Was ist der Unterschied zwischen einem Rettungs- und einem Notfallsanitäter?“ waren nur zwei davon. Mit einem kleinen Abschiedsgeschenk gingen die Jugendlichen schließlich nach Hause.
Der „Zukunftstag“ – auch „Girl’s Day, Boy’s Day“ genannt - wird in jedem Schuljahr an allen allgemeinbildenden Schulen für die 5. bis 9. Klassen durchgeführt und dient laut niedersächsischem Kultusministerium der „gendersensiblen beruflichen Orientierung.“ Das Ministerium schreibt dazu: „Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen erhalten an diesem Aktionstag Einblicke in verschiedene Berufe, die geeignet sind, das traditionelle, geschlechtsspezifisch geprägte Spektrum möglicher Berufe für Mädchen und Jungen zu erweitern. Sie können an Aktionen in Betrieben, Hochschulen und Einrichtungen teilnehmen und sollen so Berufe erkunden, die sie selbst meist nicht in Betracht ziehen.“ Vielleicht hat an diesem „Zukunftstag“ tatsächlich ein junges Talent bei den Maltesern den Beruf der Rettungssanitäterin für sich entdeckt.