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Ein Jahr „Plaudernetz“ in Deutschland

Plaudern macht Freude. Das Plaudernetz bietet die Möglichkeit, unkompliziert miteinander ins Gespräch zu kommen. Foto: Lena Kirchner/Malteser

Im Durchschnitt reden die Telefonierenden knapp 30 Minuten miteinander, ab und an werden es auch mal zwei Stunden. Dabei geht es um das, was den beiden Plauderern in diesem Moment über die Lippen kommt. „Plaudern ist etwas, was uns Freude macht, vielleicht auch ein wenig ‚leichter‘ macht. Die Anrufenden erzählen gerne von ihrem Tag, von ihrer Stimmung, von dem was sie machen möchten, eher eben von den kleinen Dingen“, berichtet Thomas Borgböhmer, Plaudernetz-Koordinator der Malteser, die das Angebot zusammen mit der Deutschen Telekom ins Leben gerufen haben. Charakteristisch ist auch, sagt Borgböhmer, „dass so ein Gespräch zwei Menschen auf Augenhöhe führen“.
 

Offen für den Gesprächspartner

Das Plaudernetz ist kein Sorgentelefon. Hier findet keine Beratung für schwierige Lebenslagen statt. Es ist vielmehr dafür da, Momente der Einsamkeit zu lindern. „Offen und neugierig auf mein Gegenüber zu sein, kennzeichnet die Gespräche - und macht den Erfolg des Plaudernetzes aus“, sagt Sabrina Brüggemann, Leiterin des Bereichs „Soziale Teilhabe“ der Malteser in Deutschland.

Die Anrufenden sind Menschen ab 18 Jahren – Studierende, Berufstätige, Rentner. So berichten es die Plauderpartnerinnen und Plauderpartner. Genaue Daten werden wegen der Anonymität nicht erhoben. Die sozioökonomischen Hintergründe, Bildung und ähnliches entsprechen dem deutschen Durchschnitt. Häufig befinden sich die Anrufenden in Umbruchphasen, etwa nach der Ausbildung, nach einem Umzug oder zum Berufsende. Eine weitere große Gruppe sind Menschen, die aufgrund von Krankheit oder Beeinträchtigung wenig oder gar nicht aus ihren vier Wänden kommen.

Unkompliziertes Engagement für die Gesellschaft

Die rund 800 Plauderpartnerinnen und Plauderpartner, die sich bisher engagieren, werden der wachsenden Nachfrage alleine nicht gerecht. Sabrina Brüggemann: „Wir freuen uns, wenn weitere Freiwillige dazukommen. Es ist eine einfache Art sich für die Gemeinschaft einzusetzen. Dieses Engagement benötigt keinen festen Ort, die Zeiten sind frei wählbar und das Smartphone ist ja fast immer griffbereit.“ 

Eva Sartory, Vice President ESG (Environmental, Social, Governance) Telekom Deutschland, sagt: „Das Plaudernetz zeigt auf besondere Weise, was Verbindung bedeutet: Menschen kommen miteinander ins Gespräch, teilen ihren Alltag und schenken sich Zeit. Digitale Technologien können genau das ermöglichen – Nähe schaffen, wo sie sonst fehlen würde. Deshalb unterstützen wir als Deutsche Telekom dieses bundesweite Projekt als Teil unseres Engagements für den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Wir sponsern die Verbindungskosten und freuen uns, dass viele Telekom Kolleginnen und Kollegen ehrenamtlich als Plauderpartner zur Verfügung stehen.“

Über die Plauderpartnerinnen und Plauderpartner

Die mehr als 800 ehrenamtlichen Plauderpartnerinnen und Plauderpartner sind zu 60 Prozent zwischen 30 und 60 Jahren alt. Gut ein Viertel ist über 60, und unter 30 Jahre sind zehn Prozent von ihnen. 70 Prozent sind weiblich, 30 Prozent männlich. Die Frauen und Männer bereiten sich in einer kurzen Online-Schulung auf ihre Aufgabe vor. Im Austausch mit anderen freiwilligen Plauderpartnern können sie ihre Erfahrungen teilen und sich Tipps von anderen holen. Sie werden dabei vom Malteser Team mit Workshops unterstützt.

Plauderpartnerinnen und Plauderpartner müssen mindestens 18 Jahre alt sein, ein Smartphone mit der Plaudernetz-App nutzen und sie können sich nach ihren zeitlichen Möglichkeiten an- oder abmelden. Stellen sie auf „An“, kann ein Zufallsmechanismus einen Anrufenden an sie leiten. Es werden keine persönlichen Daten wie Telefonnummern oder Namen angezeigt. Im Plaudernetz sind die einander unbekannten Gesprächspartner oft schnell einfach beim „Du“ und finden häufig schnell gemeinsame Themen.

Einfach ausprobieren: Tel. 0800 / 330 1111. Mehr Informationen https://plaudernetz.malteser.de 


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