Homburg/Rom. Ende 2025 unterstützte ein Team des Malteser Sanitätsdienstes aus Homburg die Pilgerinnen und Pilger in Rom – und kehrte am 10. Januar 2026 zur Sonderaudienz mit Papst Leo XIV. zurück. Daniela Drumm und Clara Dickert berichten von ihren Erlebnissen.
1. Welche Aufgaben habt ihr während eurer Woche in Rom konkret übernommen?
Clara Dickert: Medizinisch war es überraschend ruhig – echte Notfälle hatten wir kaum. Vielmehr fühlten wir uns manchmal wie Touristenführer in Uniform. Viele Menschen suchten Orientierung, wollten wissen, wohin sie gehen oder wie lange sie noch warten müssen.
Daniela Drumm: Nach der Generalaudienz änderte sich das. Plötzlich waren Menschenmassen unterwegs, und es wurde unübersichtlich und wir waren häufiger im Einsatz.
2. Wie groß war euer Team vor Ort und wie habt ihr euch auf den Einsatz im Heiligen Jahr vorbereitet?
Daniela Drumm: Jede Diözese musste zwei Teams stellen. Jedes Team bestand aus einer Ärztin oder einem Arzt, einer/em Notfallsanitäter/in, einer/em Rettungssanitäter/in und einer/em Einsatzsanitäter/in.
Zur Vorbereitung haben wir uns einmal getroffen. Hauptsächlich um Claras Flug umzubuchen, da sie am letzten Tag vor der Abreise noch Dienst hatte. Lustigerweise war sie trotzdem vor uns da – trotz Zwischenstopp in Venedig.
3. Welche Herausforderungen bringt ein internationaler Pilgerstrom mit sich – besonders in den vier Papstbasiliken?
Clara Dickert: Am schwierigsten war tatsächlich die Sprache. Die Menschen sahen unsere Uniform und dachten automatisch, wir könnten Italienisch. Zum Glück ergänzte sich unser Team super: Einer konnte Französisch, ich spreche ganz gut Englisch und ein Arzt konnte sogar Italienisch. Und wenn gar nichts mehr ging, half der Google-Übersetzer. Am Ende war’s ein buntes Sprach-Puzzle – und wir haben erstaunlich gut funktioniert.
4. Gab es typische medizinische Probleme bei den Pilgerinnen und Pilgern?
Daniela Drumm: Ein Muster gab es nicht. Von allergischen Reaktionen bis zum Sturz auf dem Petersplatz war wirklich alles dabei.
5. Wie lief die Zusammenarbeit mit Maltesern aus anderen Ländern?
Clara Dickert: Wir hatten vor allem Kontakt zu den italienischen Gruppen. Sonst trafen wir hauptsächlich andere Malteser aus Deutschland. Wir haben uns jedes Mal gefreut, wenn wir uns zufällig wiedergesehen haben.
6. Was war euer eindrucksvollstes Erlebnis während der Woche in Rom?
Daniela Drumm: Für mich war es die Wertschätzung und der Respekt, der uns entgegengebracht wurde. Manche salutierten sogar vor uns, andere begrüßten uns freundlich oder nickten uns zu. Ohne Uniform gingen wir einfach als Touristen durch – mit Uniform waren wir Malteser.
Clara Dickert: Besonders schön war, dass wir Malteser aus ganz Deutschland und sogar aus den USA trafen – dieser internationale Austausch war beeindruckend.
7. Gab es Situationen, die euch besonders gefordert oder überrascht haben?
Clara Dickert: Der Kontakt zu den Menschen – im positiven Sinne. Trotz Sprachbarrieren entstanden viele lustige, herzliche Momente. Die Dankbarkeit war überall spürbar.
8. Wie unterscheidet sich ein Einsatz in Rom von einem typischen Dienst in Deutschland?
Daniela Drumm: Zunächst: die enorme Menschenmenge. Die Medikamente wurden vor Ort gestellt und unterschieden sich von deutschen ärztlichen Standards. Und dann die Aufsicht des Malteser Ordens in Rom. Die Uniform musste perfekt sitzen und Verhaltensregeln beachtet werden. Auch optisch unterschieden wir uns: Wir trugen weiße Hemden mit Malteser-Armbinde, die italienischen Malteser blaue Hemden.
9. Was nehmt ihr persönlich und als Team mit aus dieser Woche in Rom?
Clara Dickert: Viele von uns sind seit über zehn Jahren dabei – aber in Rom haben wir uns noch einmal ganz anders kennengelernt. Das hat uns als Team richtig zusammengeschweißt.
10. Wie habt ihr die Sonderaudienz des Papstes am 10. Januar erlebt?
Daniela Drumm: Ich bin morgens hingeflogen und abends zurück – ein straffer Tagestrip von 21 Stunden. Rund 6.500 Menschen waren eingeladen. Papst Leo XIV. sprach auf Italienisch; die englische Version erschien erst später online. Als er durch die Reihen ging, herrschte eine ganz besondere Stimmung. Einige hatten das Glück, ihm die Hand zu geben.
Clara Dickert: Ich habe auf dem Petersplatz sogar Menschen wieder getroffen, die ich im November kennengelernt hatte – Rom ist groß, aber manchmal eben doch ein Dorf.
Weitere Infos: www.malteser-homburg.de
HINTERGRUND
Seit 1975 sind die Malteser aus Deutschland fester Teil des Sanitätsdienstes in den Heiligen Jahren in Rom. Das kommt – in der Regel – nur alle 25 Jahre vor und bedeutet, dass die Heiligen Pforten der Papstbasiliken geöffnet sind und Gläubige aus aller Welt in die Ewige Stadt pilgern. Der Malteserorden hat im Auftrag des Vatikans die Aufgabe übernommen, einen täglich besetzten Sanitätsdienst an allen vier römischen Papstbasiliken zu betreiben. Insgesamt knapp 500 Malteser aus Deutschland waren 2025 im Einsatz. Sie hatten jeweils eine Woche Dienst, von Samstag bis Samstag, täglich acht Stunden. Mit einer Sonderaudienz im Januar 2026 hat Leo XIV. den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Heiligen Jahres gedankt.