Kirche im Bevölkerungsschutz - Arbeitskreis und Kompetenzzentrum geplant bei den Maltesern für Zivilschutz in Gemeinden

Kirche im Bevölkerungsschutz - Ein Aufgabengebiet in herausfordernden Zeiten
Informationen zum Zivilschutz auch in Kirchengemeinden verbreiten, etwa im Pfarrbrief oder auf der Gemeindehompeage - Krisenresilienz und Notfallvorsorge einüben ist wichtig im Winter 2026 - Überlegt gerne mit uns zusammen und helft mit, dass Kirchen zivilschutztauglich werden - Telefon: 0561 8619142

Das war eine Großschadenslage zum Jahresanfang in Berlin, denn ein Blackout nach den Befürchtungen und Szenarien der Fachleute umfasst ganze Städte und Landstriche. Ein Stromausfall mit allen Folgen ist eine nicht zu unterschätzende Krise, das haben viele erlebt.
Die Tage in Berlin waren ein großer Schrecken und ein Weckruf zur Krisenresilienz. 

Wir durften dort auch das sehen: Viele Kirchengemeinden und Einrichtungen waren betroffen und ebenso haben sich Kirchorte von Anfang aktiv eingebracht in der Hilfe in der Krise.

Engagierte Gläubige in Gemeinden vermittelten Schlafplätze, boten Räume und Heißgetränke an, organisierten Nachbarschaftsnetzwerke und konnten von Anfang an auch auch staatliche Strukturen ergänzen… Wir werden sicher noch viel darüber zu lesen bekommen.

Überlegt gerne mit uns zusammen und helft mit, dass Kirchen
zivilschutztauglich
werden.
Wo können die Kirchen und Religionsgemeinschaft im
Bevölkerungschutz hilfreich sein
 - Telefon: 0561 8619142

  • Netz der Kirchengemeinden in der Krise ein Segen

Die Berliner Caritas-Direktorin Ulrike Kostka hat das Krisenmanagement des Landes beim anhaltenden großflächigen Stromausfall am Jahresbeginn 2026 im Berliner Südwesten kritisiert. Die aktuelle Situation zeige, wie wichtig das Netz der Kirchengemeinden sei, so Kostka. Sie seien vor Ort, genauso wie die Dienste und Einrichtungen der Caritas. "Wir sind direkt im Sozialraum und können nah bei den Menschen sein. Das ist gut, ebenso wie die Unterstützung durch die Malteser. Das zeigt noch einmal, dass die Kirche gerade in der Krisenhilfe sehr stark ist."  (Quelle 06.01.2026)

  • Erfahrungen aus Berlin am Jahresanfang 2026

... In der Emmaus-Gemeinde fragt Pfarrerin Susanne Seehaus nicht nach Zuständigkeiten. Sie hat seit Samstag ihre Ehrenamtlichen aktiviert, Rundmails geschrieben und die Kirche geöffnet. „Die Berliner strotzen nur so vor Hilfsbereitschaft“, sagt sie. „Das wärmt mich in meinem Herzen.“ Viele Betroffene aber haben sich schon vorher selbst geholfen, sind bei Verwandten oder im Hotel untergekommen... (Link / Quelle)

  • Zivilschutzthemen auch im Pfarrbrief und auf der Gemeinde-Homepage

Da habt Ihr bestimmt schon selbst dran gedacht: Zivilschutzthemen im Pfarrbrief und den Publikationen der Kirchengemeinde können sinnvoll und zielgruppengercht über die Katastrophenvorsorge informieren. Das muss nicht gleich das „Notläuten“ der Kirchenglocken zur Warnung der Bevölkerung sein, sondern es sind vor allem die Hinweise auf Schutzräume in der Nachbarschaft oder Tipps zur individuellen Notfallvorsorge, also einfache Dinge zur praktischen Nächstenliebe. Über Notfallvorräte, Erste-Hilfe-Kurse oder Verhalten bei Katastrophen (Naturereignisse, Krieg) können kleine Artikel aufklären und auch Vorschläge sammeln für Gebet und Andacht in Not, Leid und in unheilvollen Zeiten.
Nicht vergessen sollen die Pfarrbüros und Zentralen Dienststellen für Schriftenstände in Gotteshäusern und Einrichtungen die kostenlosen Ratgeberbroschüren des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) "Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ zu bestellen und auszulegen.

  • Sind die Kirchen eigentlich zivilschutzfähig?

Diese Fragen stellen wir uns schon am Gedenktag des Maltesergründers des sel. Gerhard am 13. Oktober 2025. Dieser Tag ist seit 2009 auch der “Internationale Tag der Katastrophenvorbeugung”, der jährlich begangen wird. Wie passend, da doch die Malteser in Not und Katastrophenhilfe engagiert sind! Allerdings ist der erste Blick in Literatur und Studie ernüchternt. Zum einen werden Kirchen und Religionsgemeinschaften kaum gesehen und tauchen nicht mal als “Multiplikatoren” auf, die das Anliegen von Schutz und Sicherheit für die Bevölkerung bewerben könnten. Auf der anderen Seite rechnet auch niemand mit einem Beitrag, denn eine Studie (4/2025) formuliert es klar: “… Kirchen oder religiöse Vereinigungen (0 Prozent) spielen nur eine untergeordnete beziehungsweise keine Rolle” im Bevölkerungsschutz.

  • Mehr Resilienz und klare Zuständigkeiten im Katastrophenschutz zum Jahresanfang 2026 gefordert

Martin Schelleis ist Bundesbeauftragter für Krisenresilienz, Sicherheitspolitik und Zivil-Militärische Zusammenarbeit bei den Maltesern und hilft dem Verband krisentauglich zu werden. Es braucht darüber hinaus in der Gesellschaft einen ganzheitlichen Ansatz für den Katastrophenschutz: "weniger Transparenz bei kritischer Infrastruktur, mehr Redundanzen, schnelle Reparaturteams und klare Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Die Katastrophe zeigt, wie dringend Deutschland seine Resilienz stärken muss..." (Quelle)

Naturkatstrophen, Unglücksfälle, Ausfall von kritischer Infrastruktur,
militärische Konflikte: Wir alle sind gefordert, uns darauf vorzubereiten.
Die Malteser arbeiten in vielen Aufgabenfeldern dazu. (Link)

  • Praktische Ansätze in Kassel

Am Kirchort Sankt Joseph in Kassel wird das Thema bereits konkret seit Herbst 2025: Beim Begegnungscafé nach der Messe testeten Besucher schon mal Kurbelradios – eine wichtige Informationsquelle bei Stromausfall. 
Bald folgten weitere Aktionen, etwa Brotsuppe über offenem Feuer kochen, inspiriert von Erfahrungen Geflüchteter. So wird Zivilschutz greifbar – mitten im Gemeindeleben.
In den Sitzungen des Pfarrgemeinderates der Großpfarrei Sankt Elisabeth erinnert Pfr. Krönung immer wieder an den Bevölkerungschutz und ermutigt die Gemeinden Verantwortung über den Kirchturm hinaus zu lernen.
Dabei liegen jedes Mal auch die kostenlosen BBK-Broschüren zur Katastrophenvorsorge aus und für die Helferschaft gibt eine 12seitige Handreichung mit ersten Empfehlungen und Hinweisen.

  • Bischof Gerber mahnt Gemeinwohl in der Gesellschaft und der Kirche an

Bischof Dr. Michael Gerber ruft zum Jahresschluss 2025 im Fuldaer Dom dazu auf, Verantwortung über den eigenen Kreis hinaus zu übernehmen. In einer Zeit von Polarisierung und Entsolidarisierung brauche es einen Perspektivwechsel hin zu Gemeinwohl und Menschenrechten. Gerber wirbt für die Fähigkeit, „ein Geschehen aus der Perspektive anderer zu sehen“ und plädiert für neue Allianzen. Für das Bistum Fulda kündigt er einen Klärungsprozess an: Aufgaben und Kräfte sollen neu gebündelt werden. ... ( Link )

  • Kirchen als Schutzräume im Blick

Mitte Dezember 2025 wird bekannt, dass das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe die Städte und Gemeinden aufgefordert hat, ab März 2026 öffentliche Schutzräume zu benennen. Genannt werden laut dem Dokument unterirdische Räume wie Keller von Schulen, Verwaltungen, Kirchen oder Kindertagesstätten sowie unterirdische Bahnhöfe oder Tiefgaragen. Wovor die Bevölkerung mit den Räumen geschützt werden soll, benennt das Dokument nur vage: Ziel sei es, „den sicheren Aufenthalt und Selbstschutz der Bevölkerung in Gefahrensituationen zu gewährleisten“.
Am Krieg in der Ukraine, aber auch an der Lage in Israel ist zu sehen, dass Menschen zwar vor allem Schutz vor Raketen und Drohnentrümmern suchen, allerdings immer seltener in U-Bahnstationen oder spärlich ausgestattete Keller flüchten. 
Seit Wochen und Monaten ist die Frage offen mit welchem Schutzraumkonzept die Behörden den aktuellen Herausforderungen begegnen wollen. Eine Veröffentlichung wurde mehrfach verschoben, wie den Medien zu entnehmen ist.

Diese Seite ist seit 05.01.2026 im Netz und wird bei Bedarf aktualisiert, so am 22.01.2026 - Die Themenseite zum Bevölkerungsschutz unseres Notfallvorsorgereferats ist derzeit noch in Bearbeitung. Die Themen "Kirche im Zivilschutz" und Krisenresilienz in der eigenen Helferschaft haben wir uns vorgenommen. Wir berichten und dokumentieren die aktuellen Möglichkeiten, die wir haben und danken für Eure Rückmeldungen unter 0561.8619142. Danke!

 


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