Entschleunigung auf drei Rädern

Garbsens Bürgermeister Claudio Provenzano und die Niedersächsische Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung Melanie Walter nehmen in der Malteser-Rikscha Platz. Daneben (von links): die Rikschapiloten Rainer Werner, Andrea Papke und Veronika Märtens, Leiterin des Rikschadienstes; Bildquelle: Lukas/Malteser

Garbsen (mhd). Der 16. Stadtteilrundgang der Stadt Garbsen am Montag, 17. August 2026, wurde für einige der rund zwei Dutzend Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einer kleinen Rundfahrt: Sie durften in einer Malteser-Rikscha Platz nehmen, mit der der Hilfsdienst den historischen Rundgang im Stadtteil Horst begleitete. Mit von der Partie: Bürgermeister Claudio Provenzano (SPD) und die Niedersächsische Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung Melanie Walter (SPD).

Seit rund einem Jahr gibt es in Garbsen einen ehrenamtlich getragenen Rikschadienst der Malteser: Im Sommer 2025 konnte der katholische Hilfsdienst mit Hilfe der Bürgerstiftung Garbsen eines der auffälligen roten Räder der Marke „Bakfiets“ kaufen. Unter der Leitung von Veronika Märtens haben sich inzwischen neun ehrenamtliche Rikschapilotinnen und -piloten ausbilden lassen, die Seniorinnen und Senioren zu Hause oder an einem Treffpunkt abholen und mit ihnen gemeinsam eine kostenfreie ein- bis zweistündige Ausfahrt unternehmen. Möglich sind auch Gräberbesuche auf dem Friedhof oder die Fahrt zu Erinnerungsorten.

Durch den unterstützenden Elektroantrieb der Räder bleibt auch den Fahrerinnen und Fahrern genug Puste zum Reden mit den Fahrgästen. Der Weg und die gemeinsame Zeit sind das Ziel, sagt Andrea Eckhoff-Rosenbaum, Diözesanreferentin Soziales Ehrenamt der Malteser in der Diözese Hildesheim. Oft steht auf dem Programm auch ein gemeinsames Kaffeetrinken oder ein leckeres Eis. Stationiert ist die Rikscha auf dem Gelände der katholischen Kirche St. Maria Regina in Garbsen-Berenbostel.

Nachdem der Rikschadienst im August 2025 seinen regulären Fahrbetrieb aufgenommen hat, konnten die Malteser bislang 15 Fahrten mit jeweils ein bis zwei Fahrgäste unternehmen. Oft begleiteten weitere Familienmitglieder die Ausfahrt auf einem eigenen Fahrrad. Außerdem habe die Rikscha an vielen öffentlichen Veranstaltungen Probefahrten angeboten, erzählt Bernhard Mock, einer von vier weiteren Ehrenamtlichen, die die Fahrten eher im Hintergrund organisieren, ohne selbst zu fahren. So habe die rote Malteser-Rikscha unter anderem die Gemeindefeste der Kirchengemeinden in Garbsen und Seelze bereichert. Ab August 2026 werden regelmäßig Fahrten für Bewohnerinnen und Bewohner einer Garbsener Seniorenresidenz angeboten.

Nach einem Jahr ist der Rikschadienst also längst angekommen in der Garbsener Stadtgesellschaft. Er darf aber gerne noch bekannter werden. Kurzfristig nahmen die Malteser daher die Einladung des Garbsener Bürgermeisters Provenzano an, den Stadtteilrundgang in Horst auf drei Rädern zu begleiten. Und in der Tat gab es dabei einiges zu entdecken: Kundig führte Sören Lindner, der Leiter des Garbsener Stadtarchivs, die große und interessierte Gruppe zu einigen ausgewählten Gebäuden entlang der Andreaestraße, an denen die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte sichtbar werden - von der ehemaligen Sparkasse und der Volksbank bis hin zu Gaststätten und Einkaufsläden. Eine der allerneusten Entwicklungen war dabei stets im Blick: die Entschleunigung unserer hektischen Welt auf drei Rädern!

Der Erfolg sprach für sich - so kann Teilhabe von Menschen gelingen. Die Stadt Garbsen und die Malteser prüfen daher, in Zukunft regelmäßig Rikschas bei Stadtrundgängen in Garbsen einzusetzen und damit dauerhaft zu etablieren.

Information und Anfragen für Fahrten:

E-Mail: rikscha.garbsen@malteser.org


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