20 Jahre Malteser Freudenstadt: „Wir wissen, wenn es darauf ankommt, ist jemand da“

Gruppenfoto
Die Malteser Freudenstadt beim ökumenischen Gottesdienst in der Taborkirche Freudenstadt
Gruppenbild mit Vertreter der Politik
Vertreterinnen und Vertreter aus der Stadt und dem Landkreis dankten für das vielfältige Engagement der Malteser und die gute Zusammenarbeit in den verschiedenen Bereichen.
Magdalena Schittenhelm und Elisabeth Tritschler wurden für ihre zehnjährige Mitarbeit als ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen geehrt. Fotos: Malteser

In der Freudenstädter Taborkirche wurde sichtbar, was die Malteser seit 20 Jahren im Landkreis verbindet: Sie sind da, wo Menschen Hilfe brauchen. Mit ihren Rettungshunden suchen sie nach Vermissten, im Rettungsdienst helfen sie in akuten Notlagen. Im Café Malta schaffen sie Begegnungen für Menschen mit Vergesslichkeit. Und sie begleiten Familien, in denen ein Kind oder ein Elternteil lebensverkürzend erkrankt ist.

Dabei fing alles klein an: in einer Garage und mit der Rettungshundestaffel. Besonders Isolde Eppler, die bis Anfang 2026 Kreisbeauftragte der Malteser Freudenstadt war, prägte den Aufbau und verwurzelte die Malteser in der Region. Wolfgang Kortus, der seit März die Nachfolge angetreten hat, würdigte sie beim Jubiläum als Motor der Gliederung. Auch Diözesangeschäftsführer Klaus Weber erinnerte sich: Als Isolde Eppler 2006 auf ihn zukam, sei der Schwarzwald für die Malteser noch ein weißer Fleck gewesen.

Hinter jeder Zahl stehen Menschen und Familien

Heute engagieren sich knapp 50 Ehrenamtliche bei den Maltesern Freudenstadt – vor allem in der Rettungshundestaffel, im ambulanten Kinder-, Jugend- und Familienhospizdienst und im Café Malta. Wieviel Engagement dahinter steckt, zeigen allein die rund 550 Trainingsstunden, die die derzeit 19 Einsatzkräfte der Rettungshundestaffel mit ihren Hunden jährlich absolvieren. Im Jubiläumsjahr rückten die Rettungshundeteams bereits 16-mal aus – gemeinsam mit dem DRK. „Hinter jedem Alarm steht die Sorge um einen vermissten Menschen“, betonte Wolfgang Kortus.

Auch der ambulante Kinder-, Jugend- und Familienhospizdienst ist fest im Landkreis verankert. Seit seinem Beginn 2012 haben die ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter 93 Familien begleitet. Diana Schmidt, die seit Beginn den Dienst leitet, baute nicht nur das Angebot in Freudenstadt auf, sondern unterstützte auch den Aufbau weiterer ambulanter Hospizdienste in Rottweil, Calw und Tuttlingen. Magdalena Schittenhelm und Elisabeth Tritschler wurden für ihre zehnjährige Mitarbeit als ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen geehrt.

2021 – mitten in der Corona-Pandemie - startete das von Daniela Kodweiß geleitete Café Malta für Menschen mit Vergesslichkeit. Es war kein einfacher Start: damals mit einer Mitarbeiterin und einem Gast. „Manchmal ist es nicht die große Eröffnung, sondern dass sich zwei Menschen am Tisch gegenübersitzen“, so Wolfgang Kortus. Heute treffen sich jeden Montag Menschen mit und ohne Vergesslichkeit bei Kaffee und Kuchen und verbringen einen unbeschwerten Nachmittag miteinander und mit dem qualifizierten Café-Malta-Team. Klaus Weber brachte in seiner Rede den Ansatz auf den Punkt: „Hier steht nicht die Krankheit im Mittelpunkt, sondern der Mensch.“

Dank der Stadt und des Landkreises für den vielfältigen, verlässlichen Einsatz der Malteser

Auf den Krankentransport folgte der Rettungsdienst. Heute gibt es drei Rettungswachen im Landkreis, unter anderem seit 2017 die neue Malteser Rettungswache in der Robert-Bosch-Straße in Freudenstadt. 

Dass Menschen auf diese Hilfe vertrauen können, würdigte Landrat Andreas Junt: „Wir wissen, wenn etwas ist, wird geholfen. In einer Zeit, die herausfordernd ist, geben die Malteser uns Hoffnung. Sie haben ein Wertefundament, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Ich weiß, wenn ich Sie anrufe, sind Sie da.“ Auch Katrin Schindele, Landtagsabgeordnete für den Landkreis Freudenstadt und Wolfgang Fahrner, Bürgermeister in Freudenstadt dankten den Maltesern für ihren vielfältigen verlässlichen Einsatz. 

Für die kommenden Jahre haben Wolfgang Kortus und sein Stellvertreter Tobias Faßnacht bereits neue Aufgaben im Blick: Derzeit bauen sie den Sanitätsdienst und eine Helfer-vor-Ort-Gruppe im Landkreis Freudenstadt auf. Auch in Zukunft werden die Malteser in Freudenstadt eng mit  Stadt, Landkreis, Kirchengemeinde und anderen Hilfsorganisationen zusammenarbeiten.


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