Anton und Maria Weskamp – Ein Leben im Dienst am Nächsten

Ehrung für Anton und Maria Weskamp.

Es gibt Menschen, die das Ehrenamt nicht nur ausüben, sondern es über Jahrzehnte hinweg prägen. Anton und Maria Weskamp aus Neuenheerse gehören zweifellos zu diesen Persönlichkeiten. Bei der Jahreshauptversammlung der Malteser Altenbeken im März wurden sie für ihr außergewöhnliches Engagement mit der silbernen Auszeichnung Pro Merito Melitensi geehrt. Eine Würdigung, die für beispielhafte Nächstenliebe und herausragenden Dienst am Menschen steht. 

Die erstmalige Verleihung dieser hohen Ehrung ist als ein besonders bewegender Moment in die Geschichte der Gliederung Altenbeken eingegangen. Mit großer Wertschätzung und sichtbarer Dankbarkeit würdigte die Versammlung das Lebenswerk des Ehepaars. Seit 1963 sind Anton und Maria Weskamp unermüdlich im Einsatz für die Malteser und haben über Jahrzehnte hinweg mit ihrem Engagement, ihrer Verlässlichkeit und ihrer tief verwurzelten Haltung der Nächstenliebe die Arbeit entscheidend mitgeprägt. 

Ein gemeinsamer Weg unter dem Malteserkreuz 

Die Geschichte der Weskamps ist untrennbar mit der Geschichte der Malteser in der Region verbunden. Beide, Jahrgang 1942, kennen den Malteser Hilfsdienst „von der Pike auf“. Was einst mit Sanitätsdiensten bei kirchlichen und sportlichen Veranstaltungen begann, entwickelte sich zu einem lebenslangen Engagement. 

Seit sie sich kennen, „passt zwischen die beiden kein Blatt Papier“. Ob im Alltag oder im Einsatz: Anton und Maria Weskamp waren fast immer gemeinsam unterwegs. Eine Partnerschaft, die weit über das Private hinausgeht. Ihr Wirken ist geprägt von einem gemeinsamen Werteverständnis und der tiefen Überzeugung, dass Hilfe dort geleistet werden muss, wo sie gebraucht wird. 

„Als Malteser müssen wir hier helfen“ 

Ein Schlüsselmoment ihres Engagements liegt im Jahr 1990. Während einer Reise nach Budapest, wohin viele Menschen aus der DDR geflüchtet waren, wurden sie mit erschütternden Zuständen konfrontiert: überfüllte Krankensäle, mangelhafte Hygiene, fehlende medizinische Ausstattung. Auch in Einrichtungen für ältere Menschen und Kinder mit Behinderungen zeigte sich die Not in bedrückender Weise. 

Diese Erfahrungen ließen sie nicht los. „Als Malteser müssen wir hier helfen“ – dieser Satz wurde für sie zur Haltung und zum Handlungsauftrag. Noch im selben Jahr organisierten sie ihren ersten Hilfstransport. Viele weitere folgten. 

Oft in Zusammenarbeit mit anderen Gliederungen planten sie Hilfsgüter, bauten Netzwerke auf und führten Transporte teils selbst durch. Insgesamt waren sie über 200 Tage im Ausland im Einsatz. Für dieses Engagement wurden sie bereits mit der Malteser-Einsatzmedaille ausgezeichnet. 

Hilfe, die verbindet 

Ihr Einsatz beschränkte sich nicht nur auf Transporte. Zuhause bauten sie ein beeindruckendes Netzwerk aus Helferinnen und Helfern auf. Gemeinsam wurden Kleidung und Textilien gefertigt wie Schals, Mützen, Socken, Jacken und Hosen, um Menschen in Not konkret zu unterstützen. 

Dabei ging es ihnen nie nur um materielle Hilfe. Ihr Engagement war immer auch Ausdruck von Menschlichkeit und Verbundenheit. So wurde ihnen für ihren Einsatz im Auslandsdienst bescheinigt, einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung geleistet zu haben. 

Ein Lebenswerk voller Anerkennung 

Bereits 2019 wurden Anton und Maria Weskamp mit der höchsten Auszeichnung des Malteser Hilfsdienstes für ehrenamtliches Engagement geehrt: der Verdienstplakette in Gold. 

Umso bedeutender ist die nun verliehene Pro Merito Melitensi in Silber. Seit 1920 steht diese Auszeichnung für außergewöhnliche Verdienste im Sinne des Souveränen Malteser Ritterordens. Sie ehrt besonderes Engagement, das den Werten und Zielen des Ordens dient und würdigt weit mehr als einzelne Taten: nämlich ein ganzes Leben im Dienst am Nächsten. 

Vorbilder für Generationen 

Auch heute sind die Weskamps den Maltesern eng verbunden. Pilgerfahrten, wie zum Beispiel nach Werl oder Lourdes, gehören weiterhin zu ihrem Leben. Trotz ihres Alters ist spürbar, dass sie noch immer für den Gedanken der Malteser „brennen“. 

Ihr Wirken reicht weit über ihre eigenen Einsätze hinaus. Sie haben Strukturen mit aufgebaut, Verantwortung übernommen und Generationen von Helferinnen und Helfern inspiriert. Ihr Engagement steht exemplarisch für das, was Ehrenamt ausmacht: Beständigkeit, Hingabe und gelebte Nächstenliebe. 

Die Auszeichnung ist daher nicht nur eine Ehrung zweier Menschen. Sie ist ein Zeichen des Dankes für ein außergewöhnliches Lebenswerk. Ein Leben, das ganz im Zeichen des achtspitzigen Malteserkreuzes steht. 

Foto/Text: Linda Reuter/Malteser Altenbeken


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