Stadtversammlung bei den Maltesern in Bonn

Stadtbeauftragter Gerd Mainzer (l. stehend) und Stadtgeschäftsführer Nikolas Derwahl bei der Stadtversammlung der Malteser Bonn, Bildrechte: Malteser Bonn

So beschrieb Raphael Hänsel, Leiter des Telefonbesuchsdienstes (TBD), den Aufbau seines Dienstes bei der Stadtversammlung am 25.10.2022, die endlich wieder live stattfinden konnte. 

Bei den rund 50 Teilnehmenden sorgte das für große Erheiterung. Und tatsächlich ist es beim Telefonbesuchsdienst so ähnlich: ehrenamtlich Helfende stehen individuell und regelmäßig als Telefonpartner für interessierte Seniorinnen und Senioren bereit, nachdem beide Seiten sich in einem Schnupper-Telefonat kennenlernen und erproben können, ob die Chemie stimmt. 

Stadtbeauftragter Gerd Mainzer freute sich sehr, wieder in Präsenz einladen zu dürfen, nachdem man sich noch im April aus Vorsichtsgründen in digitaler Form versammelt musste.

So trafen sich Teilnehmende aus der Führungsebene, darunter der stellvertretende Diözesanleiter Prof. Dr. Andreas Archut, die stellvertretende Stadtbeauftragte Hildegard Dahm, der stellvertrende Stadtbeauftragte Dr. Rainer Müller, Stadtgeschäftsführer Nikolas Derwahl sowie die Zugführer aus den Einsatzeinheiten Max Weyler und Paul Gonsiorowski mit den Helferinnen und Helfern und interessierten Mitgliedern in den Räumlichkeiten des LVR-Museums. Gerd Mainzer eröffnete die Sitzung mit einem Impuls zum Thema Hoffnung, der sich auf die aktuellen Ereignisse, dem Krieg in der Ukraine, aber auch auf die letzten zwei Jahre Pandemiegeschehen bezog.

Nach Einhaltung der zu konstatierenden Formalia und Vorstellung der Agenda hatten anschließend die Leitungskräfte der verschiedenen Bereiche Gelegenheit, aus den Diensten zu berichten. So lag neben den Bereichen Katastrophenschutz und Breitenausbildung dieses Mal einer der Schwerpunkte auf den Diensten des sozialen Ehrenamtes.

Neben dem oben genannten TBD bieten wir Malteser in Bonn Fahrten mit dem Herzenswunsch-Krankenwagen an, der die Wünsche von unheilbar kranken Menschen erfüllt. Oder das Projekt „Miteinander-Füreinander“, dessen Schwerpunkt die Prävention von Einsamkeit, v. a. bei Menschen ab 65 Jahren, ist. Wir Bonner Malteser bieten hier vielfältige Unterstützungs- sowie Begleitungsangebote an. Alle Dienste werden rein ehrenamtlich getragen und finanziert und sind daher dringend auf Spendengelder angewiesen. 

Matthias Heiden, Diözesan-Auslandsreferent, berichtete über die aktuelle Situation in Albanien, wo die Malteser im Erzbistum Köln caritative Projekte unterhält. Auch hier machten sich Corona-geschuldete Engpässe bemerkbar, so Heiden. Trotz Lieferschwierigkeiten könnten aber die albanischen Kollegen sonntags in der Armenküche rund 500 Essen an Bedürftige ausgeben. Zudem sei der Aufbau eines ALD-Teams auf Gliederungsebene geplant. Hier stünden die zuständigen Stellen in engem Austausch.

Einen kurzen Exkurs zur Malteser Garde lieferte Dr. Michael Faber. Die Gruppe für ehemalige Dienstschaffende aus Haupt- und Ehrenamt, die sich von uns Maltesern nicht trennen können und/oder möchten, so der Vorsitzende. Wer zur "Truppe" dazu kommen möchte, könne sich gerne bei ihm melden.

Stadtgeschäftsführer Nikolas Derwahl skizzierte die wirtschaftliche Entwicklung. 2021 war ein schwieriges Jahr, sowohl für den Katastrophenschutz und die Sanitätsdienste aufgrund von ausfallenden Veranstaltungen als auch für die Breitenausbildung durch den Ausfall von Erste-Hilfe-Kursen, resümierte er. Wir Malteser hätten die Herausforderungen trotz aller Widrigkeiten jedoch mit besonderem Engagement und kreativen Ideen gemeistert. Dies bestätigte der Bericht der Rechnungsprüfer, der als Kassenbericht vorlag und alle zuständigen Stellen entlastete.

In einem kurzen Überblick berichtete der stellvertretende Stadtbeauftragter Dr. Rainer Müller aus den Einsatzdiensten. Es wurde eine neue Ortsleitung implementiert, die künftig noch enger mit den Einsatzdiensten zusammenarbeiten wird. Somit können u. a. Sanitätsdienste oder Einsatz-Teams bei Gefahrenlagen noch besser koordiniert werden. Die Einsatzdienste freuten sich über die Anschaffung eines neuen Betreuungs-LKWs mit einem flexiblen Küchenmodul, das nach dem finalen Ausbau hoffentlich bald in den Einsatz gehen kann.

Die derzeitige Energie-Krise ist auch bei uns Maltesern ein aktuelles Thema, das im Fokus sowohl im Haupt- als auch im Ehrenamt liegt. Er sei zu diesem Thema in Arbeitsgruppen auf Diözesanebene involviert, so Müller, und stehe in engem Austausch zu den Führungskräften der Gliederungen. 

Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt waren die Wahlen der Helfervertreter sowie die Ernennung und Berufung der stellvertretenden Stadtbeauftragten, die ihre Urkunden von Gerd Mainzer erhielten. Dr. Rainer Müller wird sich um den Katastrophenschutz kümmern, Hildegard Dahm um das soziale Ehrenamt. Mit der Fluthilfe-Medaille des Landes Nordrhein-Westfalen wurden Gerd Mainzer und Dr. Michael Faber ausgezeichnet. Max Weyler wurde gleich zwei mal geehrt: zum einen ist er als stellvertrendener Leiter Einsatzdienste, zum anderen als Zugführer der Einsatzeinheit BN 02 berufen.

In einem Schlusswort dankte Gerd Mainzer allen ehrenamtlichen Kräften für die vielen Stunden, die sie mit Einsatz, Planung, Nachbereitung und auch allgemeiner Verwaltung verbracht haben, stets hoch motiviert und engagiert. Er betonte, dass in dieser Verlässlichkeit die Stärke des Ehrenamtes liege und sei sicher, dass auch die kommenden Aufgaben und Herausforderungen auf diese Weise bewältigt werden.


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