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Im Ernstfall richtig handeln: Malteser Motorradstaffel räumt mit Erste Hilfe Mythen auf

28.04.2026
Malteser Motorrad, Feuerwehr und Notarzt an einem Unfallort. Foto: Malteser)

Mit dem Start in die Motorradsaison steigt nicht nur der Fahrspaß, sondern auch das Unfallrisiko. Gerade bei Motorradunfällen fühlen sich viele Ersthelfende unsicher und zögern aus Angst, etwas falsch zu machen. Die Ehrenamtlichen der Malteser Motorradstaffel erleben diese Situation regelmäßig. Ihr Appell lautet klar: handeln statt abwarten. Marc‑André Zimmer, hauptberuflich Notfallsanitäter und ehrenamtlich Mitglied der Malteser Motorradstaffel im Saarland, räumt mit den häufigsten Erste‑Hilfe‑Mythen auf.

Mythos 1: „Den Helm darf man nicht abnehmen.“
„Kaum ein Mythos hält sich so hartnäckig wie dieser. Dabei kann die Helmabnahme lebensrettend sein – insbesondere dann, wenn die verunfallte Person bewusstlos ist oder nicht normal atmet. Um Lebenszeichen zu überprüfen und die Atemwege zu sichern, kann es notwendig sein, den Helm abzunehmen. Wenn möglich, sollte das zu zweit erfolgen, um die Halswirbelsäule bestmöglich zu schonen. Besteht jedoch akute Lebensgefahr und keine zweite Person ist vor Ort, gilt: Die Atemwege haben Vorrang.“

Mythos 2: „Ich kann sowieso nichts tun.“
„Gerade die ersten Minuten nach einem Unfall sind entscheidend. Auch Menschen ohne medizinische Ausbildung können viel bewirken – etwa durch das Absichern der Unfallstelle, das Absetzen eines Notrufs, die Atemkontrolle oder das Lagern in der stabilen Seitenlage. Wichtig ist eine sinnvolle Risiko‑Nutzen‑Abwägung mit dem Ziel, Leben zu erhalten. Auch beruhigendes Zureden oder Schutz vor Auskühlung sind wertvolle Maßnahmen.“

Mythos 3: „Verletzte Motorradfahrende darf man nicht bewegen.“
„Diese Aussage stimmt nur eingeschränkt. Ist eine Person ansprechbar, stabil und atmet frei, sollten unnötige Bewegungen vermieden werden. Bei Bewusstlosigkeit hat jedoch die Atemsicherung oberste Priorität. Moderne Schutzkleidung und ausgereifte Protektoren bieten heute guten Schutz, sodass eine stabile Seitenlage auch bei vollständig ausgerüsteten Motorradfahrenden möglich und sinnvoll ist.“

Mythos 4: „Ich warte lieber auf den Rettungsdienst.“
„Vor allem in ländlichen Regionen oder bei größeren Veranstaltungen kann es dauern, bis professionelle Hilfe eintrifft. In dieser Zeit können mutige Ersthelfende den entscheidenden Unterschied machen. Die Malteser Motorradstaffel ist regelmäßig auf beliebten Strecken unterwegs und leistet dort Erste Hilfe. Anders als in einigen Nachbarregionen ist sie im Saarland noch nicht in die offizielle Alarmierungskette eingebunden – daran arbeiten wir“, so Zimmer.

Fazit: Motorradunfälle sind Ausnahmesituationen, erfordern jedoch keine Perfektion, sondern Mut, Entschlossenheit und grundlegende Erste‑Hilfe‑Maßnahmen. Die Malteser Motorradstaffel macht deutlich: Jeder kann helfen – und wer handelt, kann Leben retten.


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