Wenn Philipp Genter sich etwas in den Kopf gesetzt hat, legt er sich ausdauernd und beharrlich ins Zeug. Mit Betonung auf dem UND. Als Stadtbeauftragter für die Malteser in Erfurt wünscht er sich seit Jahren, vielmehr seit Jahrzehnten, eine mobile Kochstation im Großformat. Ende der 1990er Jahre gehörte er im Bundesjugendlager der Malteser zum Feldküchen-Team. Das war sein Sommerurlaub, damals mit neunzehn, während seiner Koch-Ausbildung. „Diese Gemeinschaft ist etwas, was mich nie wieder losgelassen hat“, sagt Philipp Genter in einer Stimmlage, als würde er etwas alltäglich Banales erzählen würde und überlässt die Überzeugungskraft dem Funkeln seiner Augen.
Dank der Fördermittel über das Thüringer Ehrenamtsgesetz besitzt der Malteser Hilfsdienst der Diözese Erfurt nun eine Feldküche, die gebraucht erstanden wurde. Und wie lässt die sich besser einweihen als mit einem Testdurchlauf in kollegialer Gemeinschaft. Bei bestem Freiluftkochwetter schält das Team aus zwölf haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf dem Hof der Geschäftsstelle in Erfurt 20 Kilogramm Kartoffeln. Fünf Kilogramm Erbsen hatte Philipp Genter am Vorabend eingeweicht: „Wir machen hier keine Dose auf. Auch Sellerie, Karotten und Zwiebeln kommen frisch in die Suppe.“ Mit wohl dosiertem Schwung füllt er die beiden Edelstahlbehälter, in die jeweils 125 Liter passen. Bei der Menge ist das richtige Maß beim Würzen entscheidend. Kräftig ja, aber verliebt-salzig soll’s nicht schmecken.
Etwas bewegen, auf die Beine stellen und Verantwortung übernehmen, so ist Philipp Genter seit 1993, seit seiner Zeit bei der Malteser Jugend, aktiv. Als Stadtbeauftragter setzt er seine Devise „reden ja, aber dann auch machen“ um, ohne seine Energie an Bedenkenträgerei zu vergeuden: „Mit der Feldküche habe ich nicht lockergelassen, weil sie uns zu den Menschen bringt.“ Sie soll vor allem bei kirchlichen Anlässen, wie zum Beispiel bei Wallfahrten, zum Einsatz kommen. Deswegen ist bei der Erbsensuppe-Premiere auch Sabine Orlob dabei, die Pastoralreferentin beim Malteser Hilfsdienst der Diözese Erfurt: „Ein fester Termin ist die Bistumswallfahrt am 20. September auf dem Domplatz in Erfurt. Dort werden wir Suppe ausgeben. So, wie es lange Zeit Tradition war. Die wollen wir wiederbeleben.“
Pünktlich zur Mittagszeit ist die Erbsensuppe fertig. Auch für die Gäste, die alle im Team einladen durften. „Es gibt kaum eine bessere Gelegenheit, um ins Gespräch zu kommen. Das ist Netzwerken, das einfach nebenher passiert. Und dann staunen die Leute, ach, das machen die Malteser auch oder hier könnte ich ja mitmachen“, beschreibt Philipp Genter die Situation bei Tisch, nun mit Inbrunst in der Stimme. „Die Feldküche kann mit dazu beitragen, dass die Arbeit der Malteser sichtbarer wird. Und zugleich unterstützen wir diejenigen, die eine aufwändige Veranstaltung organisieren. Das ist ein echter Gewinn für alle.“
Schon in wenigen Tagen steht der erste Einsatz an: beim Fußballturnier der Bistümer. Für noch mehr Einsätze braucht es Ehrenamtliche im Feldküchen-Team. Die Malteser in Erfurt freuen sich auf hoffentlich viele Bewerbungen.