Beim diesjährigen Neujahrsempfang der Malteser Lahn-Dill im Bildungszentrum Rettungsdienst in Wetzlar stand die Bedeutung qualifizierter Ausbildung, verlässlicher Hilfsstrukturen und internationalen Engagements im Fokus. Zahlreiche Gäste aus Politik, Ehrenamt und Hilfsorganisationen folgten der Einladung der Malteser.
Der Kreis- und Stadtbeauftragte der Malteser Boris Falkenberg betonte in seiner Begrüßung die zentrale Rolle des Bildungszentrums für einen leistungsfähigen Rettungsdienst. „Hier werden die hauptberuflichen Rettungsdienstmitarbeitenden von morgen ausgebildet“, so Falkenberg. Gleichzeitig rücke auch die Ausbildung weiterer Einsatzkräfte der Gefahrenabwehr wieder stärker in den Fokus.
Angesichts internationaler Krisen unterstrich Falkenberg die Bedeutung gut ausgebildeter Einsatzkräfte: „Gerade solche Entwicklungen zeigen, wie unverzichtbar gut ausgebildete Einsatzkräfte sind.“ Kritisch äußerte er sich zur Finanzierung der Ausbildung im Landes-Katastrophenschutz. Mit Blick auf die derzeitigen Pauschalen stellte er fest: „Es ist offensichtlich, dass dies nicht ausreichend ist“, und appellierte an die Politik, hier nachzusteuern.
In seiner Neujahrsansprache würdigte Landrat Carsten Braun die Malteser als unverzichtbaren Bestandteil der Gesellschaft. „Die Malteser stehen für gelebte Nächstenliebe – aber auch für Professionalität, Organisation und Verlässlichkeit“, sagte Braun. Besonders hob er das Zusammenspiel von Ehren- und Hauptamt hervor: „Beides zusammen ergibt eine Stärke, die unsere Gesellschaft dringend braucht.“
Das Bildungszentrum Rettungsdienst in Wetzlar habe dabei eine überregionale Bedeutung. „Dass hier Rettungsfachpersonal für Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Baden-Württemberg ausgebildet wird, ist ein starkes Signal – weit über unsere Region hinaus“, so Braun. Der Lahn-Dill-Kreis sei damit Teil einer besonderen Verantwortung für die Notfallversorgung.
Einen Einblick in Entwicklung und internationale Ausrichtung des Bildungszentrums gab Claus Kemp, Bezirksgeschäftsführer des Bildungszentrums Rettungsdienst. „Wetzlar hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Keimzentrum unseres Bildungszentrums entwickelt“, erklärte Kemp. Seit dem Umzug in den Neubau vor vier Jahren würden hier jährlich rund 60 Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter ausgebildet, insgesamt an sechs Standorten etwa 200 pro Jahr.
Neben realistischen Simulationen sei das Bildungszentrum auch an Forschungs- und Entwicklungsprojekten beteiligt. International engagieren sich die Malteser seit 2018 in einer Partnerschaft mit Uganda. „Wir bauen dort nicht nur Strukturen auf, sondern qualifizieren Menschen vor Ort nachhaltig“, so Kemp. In Kampala wurde 2020 eine Rettungsdienstschule errichtet, Lehrkräfte kommen regelmäßig zur Fortbildung nach Deutschland. Mit der implementierung der ersten einheitlichen Notrufnummer in Uganda sei nun ein weiterer Meilenstein erreicht.