„Es gibt mir eine tiefe innere Freude!“

Eine Frau umarmt einen Mann im Rollstuhl.
Die Malteser Ehrenamtliche Monika Dultmeyer und Ernst-Otto Senkler waren zwei von insgesamt rund 130 Teilnehmenden der Tageswallfahrt. Foto: Malteser / Ulrike Berg
Ein Kircheninnenraum mit voll besetzten Bänken während einer Messe
Die heilige Messe wurde in der Basilika gefeiert und musikalisch begleitet vom Schützenmusikzug Hoheging-Kellerhöhe-Bürgermoor. Foto: Malteser / Ulrike Berg
Männer und Frauen teilen Erbseneintopf an Wallfahrende aus.
Im Pilgerhaus "Maria Einkehr" gab es mittags die deftige Erbsensuppe aus der Malteser-Feldküche. Nachdem alle Wallfahrenden an Gemeinschaftstischen Platz genommen hatten, wurde die Suppe verteilt. Foto: Malteser / Ulrike Berg
Zwei Frauen sitzen in einem Speisesaal an einem Tisch.
An den Gemeinschaftstischen im Pilgerhaus wurde sich rege über das Erlebte ausgetauscht. Foto: Malteser / Ulrike Berg
Eine Lachende ältere Dame und ein lachender Mann vor einer Basilika.
Die Freude stand Vielen an diesem Tag ins Gesicht geschrieben - so auch diesen beiden Wallfahrenden. Foto: Malteser / Ulrike Berg

Wallfahrtsgemeinde St. Marien in Bethen am Samstag, 25. Mai 2024, um 10.15 Uhr: Mit einem Lächeln schiebt die Malteser Ehrenamtliche Monika Dultmeyer aus Vechta den Rollstuhl mit Ernst-Otto Senkler zum Eingang der Basilika. Beide nehmen an diesem Tag an der Wallfahrt nach Bethen teil, zu der die Malteser im Oldenburger Land gemeinsam mit der Wallfahrtsgemeinde auch in diesem Jahr Menschen mit und ohne Einschränkungen eingeladen haben. Dultmeyer und Senkler sind zwei von insgesamt rund 130 Teilnehmenden. Das Leitwort der Tagewallfahrt in diesem Jahr: „Wählt das Leben, damit ihr lebt!“.
„Wir haben uns so sehr auf die Wallfahrt gefreut. Sie hat uns schon im vergangenen Jahr sehr gut gefallen“, erzählt Monika Dultmeyer. Die 73-Jährige ist seit 42 Jahren die Betreuerin von Erst-Otto Senkler. Für andere Menschen da zu sein, das ist ihr Ding. Neben ihrer Arbeit als pädagogische Mitarbeiterin im Andreaswerk beginnt Monika Dultmeyer 1993 ihre ehrenamtliche Tätigkeit bei den Maltesern. Sie lässt sich zur Schwesternhelferin ausbilden und ist fortan bei Blutspendeterminen dabei. Heute engagiert sie sich beim Mobilen Einkaufswagen der Malteser und – wie gesagt – als Helferin bei der Tageswallfahrt nach Bethen. Sie ist an diesem Tag eine von 25 Ehrenamtlichen, die Teilnehmende mit Einschränkungen begleiten, dafür sorgen, dass ausreichend Plätze für das Mittagessen und die Kaffeetafel barrierefrei vorhanden sind, Essen und Getränke an die Tische bringen und mit den Menschen ins Gespräch gehen. „Es gibt mir eine tiefe innere Freude, wenn ich anderen Gutes tun kann. Denn: Es tut auch mir gut“, sagt Monika Dultmeyer.

Mit leichter Verzögerung beginnt die heilige Messe in der Basilika. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, von denen sich auf Wunsch eingeschränkte Personen von den Malteser Fahrdiensten von zu Hause haben abholen lassen, bekommen noch Namensschilder. „Der gesamte Tag steht im Zeichen des gemeinsamen Erlebens und des Miteinanders. Die Namensschilder dienen auch dazu, ungezwungen miteinander ins Gespräch zu kommen“, sagt Heike Wolke. Bei der Malteser-Referentin Soziales Ehrenamt laufen die Fäden für die Vorbereitung der Wallfahrt zusammen. „Die Wallfahrt gibt besonders jenen die Gelegenheit, mit uns Gottesdienst zu feiern und einen schönen Tag zu verbringen, die wegen einer Behinderung oder anderen Beeinträchtigungen sonst wenig oder keine Möglichkeit haben, nach Bethen zu kommen“, führt sie weiter aus. Natürlich seien auch die Angehörigen, Freunde und Bekannte immer herzlich willkommen, ergänzt der Referent Malteser Pastoral, Bernhard Konken. Heike Wolke betont: „Dafür, dass dieser Tag jedes Jahr seit 2010 wieder zu einem Erlebnis wird, danken wir allen helfenden Händen.“

Gegen 10.40 Uhr haben alle ihre Plätze im Innern der Basilika eingenommen. Für die Rollstuhl-Fahrenden sind die Plätze vor der ersten Bankreihe vorgesehen. Hier sitzt auch Ernst-Otto Senkler mit Monika Dultmeyer – mit freiem Blick zum Altar und auf den Chor mit dem Mosaik des Gnadenthrons. Hauptzelebrant und Malteser-Diözesanseelsorger Pater Karl Gierse, Monsignore Dr. Dirk Költgen, Pfarrer der Wallfahrtsgemeinde Bethen, Referent Malteser Pastoral Bernhard Konken und Diakon Martin Bockhorst, Bereichsleiter Soziales Ehrenamt der Malteser im Oldenburger Land, führen durch die Messe, die musikalisch vom Schützenmusikzug Hoheging-Kellerhöhe-Bürgermoor begleitet wird.

Gegen 11.30 Uhr: Das Angebot, sich segnen zu lassen, nehmen viele an. Im Anschluss lockt die deftige Erbsensuppe aus der Malteser-Feldküche ins Pilgerhaus „Maria Einkehr“. Schon auf dem Weg dorthin werden angeregt Gespräche geführt, an den Tischen in geselliger Runde noch viel mehr.

Gegen 13:30 Uhr: Die Angebote zum Rosenkranzgebet, zum Besuch der Gnadenkapelle und zum geistigen Impuls nehmen zahlreiche Wallfahrer und Wallfahrerinnen an. Zur Kaffeetafel gegen 14:30 Uhr finden sich dann alle nochmals im Pilgerhaus zusammen und tauschten sich rege über die Erlebnisse des Tages aus. Ab 15.30 Uhr stehen dann wieder die Malteser Fahrdienste für die Heimfahrt bereit.

„Es war heute wieder ein wundervoller Tag. Auch Ernst-Otto hat es sehr gefallen. Wir sind im kommenden Jahr wieder dabei“, sagt Monika Dultmeyer und winkt zum Abschied – Ernst-Otto Senkler lacht glücklich.

► Informationen zum Malteser-Ehrenamt: https://www.malteser.de/ehrenamtlich-helfen.html

 


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