Gerade Menschen mit Vergesslichkeit drohen häufig, sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurückzuziehen. Der Tagestreff schafft Begegnungen, gibt Struktur und ermöglicht Teilhabe. Für viele Gäste ist er zu einem festen und wichtigen Bestandteil ihres Alltags geworden“, betonte Malteser Regionalgeschäftsführer Klaus Weber bei der Jubiläumsfeier.
Marion Koch, Abteilungsleiterin des Amts für Soziales Integration und Sport, Sozialplanung und Projektarbeit der Stadt Esslingen, gratulierte seitens der Stadt: "Der Tagestreff ist eine wichtige Einrichtung in Esslingen - die Stadt schätzt dieses Angebot sehr. Falsches Verhalten und Ungeduld gibt es im Tagestreff nicht – jeder gestaltet den Tag im eigenen Tempo. Hier steht nicht das Thema Demenz im Mittelpunkt, sondern der Mensch.“
Der Mensch mit seinen Fähigkeiten steht im Mittelpunkt
An fünf Tagen in der Woche werden Menschen mit Vergesslichkeit jeweils sechs Stunden lang begleitet. Aktuell besuchen 17 Gäste den Tagestreff an ein bis vier Tagen pro Woche. Gemeinsam wird gebastelt, gebacken, musiziert, gespielt oder einfach Zeit miteinander verbracht.
„Hier können Menschen kommen, wie sie sind - mit ihren Fähigkeiten, Interessen und Lebenserfahrungen. Unser Tagestreff soll ein Ort sein, an dem Alltag erlebt werden kann und an dem Menschen erfahren: Ich kann etwas, ich werde gebraucht und ich gehöre dazu“, beschreibt Silke Siegle, Leiterin des Tagestreff, das Konzept. „Wir setzen an den Ressourcen der Menschen an. Was sie ein Leben lang gern gemacht haben oder besonders gut konnten, hat auch heute noch einen Platz – ob backen oder handwerkliche Tätigkeiten. Immer wieder erleben wir, wie viel Fähigkeiten und Lebensfreude vorhanden sind.“
Kreativität wird im Tagestreff großgeschrieben
Im Tagestreff ist aus den Werken, die die Gäste über die Jahre hinweg gestaltet haben, eine eigene Ausstellung entstanden. In jedem der Werke ist die Lebensgeschichte und Persönlichkeit der Menschen sichtbar, die den Tagestreff besuchen.
Zweimal im Jahr steht der Besuch der Staatsgalerie Stuttgart auf dem Programm. Hier nehmen die Tagestreffgäste an einer speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Führung teil. Anschließend setzen sie sich im Tagestreff kreativ mit ihren Eindrücken auseinander.
Entlastung für Angehörige
Für die Angehörigen ist der Tagestreff eine wertvolle Unterstützung. „Menschen mit einer Vergesslichkeit benötigen oft über viele Jahre hinweg Unterstützung. Angebote wie unsere Tagestreffs und Café Malta fördern die Lebensqualität der Betroffenen, entlasten Angehörige und helfen dabei, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten. Angesichts einer älter werdenden Gesellschaft werden solche Angebote auch künftig wichtig sein“, so Silke Siegle.
Das Team, Partner und Förderer sind tragende Säulen des Tagestreffs
Getragen wird der Tagestreffs Margarete und Fritz Faber von einem Team aus fünf Fachkräften in Teilzeit, sechs ehrenamtlich Engagierten und einer Person im Freiwilligendienst. Darüber hinaus sammeln regelmäßig Schülerinnen und Schüler im Rahmen von Sozialpraktika Erfahrungen in der Betreuung älterer Menschen.
Die Errichtung und der laufende Betrieb des Tagestreffs wird maßgeblich gefördert von der Faber Stiftung, ohne die der Tagestreff nicht existieren könnte. Zudem gibt es Förderungen durch die Stadt und den Landkreis Esslingen sowie durch die Pflegekassen.