Mit diesem Wachstum gehen nun weitere Aufgaben einher. Die Malteser Rietberg werden künftig noch stärker in bundesweite Konzepte des Bevölkerungsschutzes eingebunden. Dazu gehört insbesondere die medizinische Versorgung verletzter Personen nach besonderen CBRN-Großschadenslagen, wie etwa bei freigesetzten Gefahrstoffen. Für die Rietberger Einsatzkräfte ist dieses Aufgabengebiet dabei nicht neu: bereits seit 2013 wirken sie in einer entsprechenden Einheit der Kreisfeuerwehr Gütersloh mit und konnte dort wertvolle Erfahrung sammeln.
„Die Zusammenarbeit im Kreis ist über viele Jahre gewachsen und sehr vertrauensvoll. Deshalb freuen wir uns, dass wir unsere Erfahrung in die neuen Strukturen des Zivilschutzes einbringen können“, sagt Sven-David Vormittag, Leiter Einsatzdienste bei den Rietberger Maltesern.
Mit den zusätzlichen Aufgaben sind jedoch auch neue Anforderungen verbunden. Neben spezieller Ausrüstung werden auch weitere Fahrzeuge nach Rietberg kommen. Bereits vor zwei Jahren wurde ein älterer Krankentransportwagen durch ein modernes Fahrzeug ersetzt. Nun sind weitere Fahrzeuge und Materialien vorgesehen, darunter größere Einsatzfahrzeuge, die dauerhaft untergebracht, gepflegt und einsatzbereit gehalten werden müssen.
Eine Abordnung konnte kürzlich bereits ein erstes neues Fahrzeug in Augenschein nehmen. Es ist dafür vorgesehen, künftig Personal und Material zu Einsätzen zu transportieren. Nach aktueller Planung soll Anfang nächsten Jahres ein weiteres Fahrzeug folgen.
Für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte ist diese Entwicklung Anerkennung und Herausforderung zugleich. Denn die derzeitige Dienststelle der Malteser ist bereits heute an ihrer Grenze. Die vorhandene Fahrzeughalle bietet danach kaum noch Reserven. Auch die Räume für Ausbildung, Umkleiden, Materiallagerung und Einsatzvorbereitung entsprechen nicht mehr in allen Punkten den heutigen strengen Anforderungen. Um die bestehende Unterkunft dauerhaft weiter nutzen zu können, wären umfangreiche bauliche Maßnahmen notwendig.
„Wir merken sehr deutlich, dass unsere Aufgaben gewachsen sind – und mit ihnen auch der Bedarf an verlässlichen, räumlichen Strukturen“, erklärt Markus Buschkröger, Geschäftsführer der Malteser Rietberg. „Unser Ziel ist es, langfristig gut aufgestellt zu sein: für unsere ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, für die Erste-Hilfe-Ausbildung und vor allem für die Menschen, denen wir im Einsatzfall helfen.“
Vor diesem Hintergrund hatten sich die Malteser auch um die Nachnutzung des künftig freiwerdenden Rietberger Feuerwehrgerätehauses am Torfweg beworben. Aus Sicht der Hilfsorganisation bringt der Standort, auch schon ohne Umbau, viele Voraussetzungen mit, die für die neuen Aufgaben besonders gut geeignet sind: ausreichend Platz für Fahrzeuge, Helfende und Material. Darüber hinaus eine zentrale Lage, kurze Wege für Einsatzkräfte sowie die Möglichkeit, Räume auch gemeinsam mit anderen Vereinen und Gruppen zu nutzen.
Das Auswahlverfahren von Politik und Verwaltung führte am Ende zu einer anderen Entscheidung. Gleichzeitig bleibt die Frage nach einer zukunftsfähigen Unterbringung für die Ortsgruppe bestehen.
„Uns geht es nicht um eine kurzfristige Lösung, sondern um eine Perspektive für die kommenden Jahre“, betont Buschkröger. „Die Malteser in Rietberg sind gewachsen, übernehmen zusätzliche Aufgaben und möchten diese Verantwortung auch weiterhin zuverlässig erfüllen. Dafür brauchen wir Räume, die zu diesen Aufgaben passen.“
Die Ortsgruppe hofft deshalb, dass die Suche nach einer geeigneten Lösung gemeinsam mit Stadt, Politik und weiteren Beteiligten fortgesetzt werden kann. Denn klar ist: Das ehrenamtliche Engagement der Malteser ist ein Gewinn für Rietberg – und es braucht Rahmenbedingungen, die dieses Engagement dauerhaft möglich machen.