Weltkriegsbombe in Pforzheim: Malteser unterstützten bei Evakuierungsmaßnahmen

Fahrzeuge mit Malteseraufschrift
Rund 1.500 Einsatzkräfte waren am Sonntag im Einsatz. Foto: Malteser Mannheim
Malteser registrieren sich
Auch die Malteser aus ganz Baden-Württemberg waren mit 32 Helferinnen und Helfer aus dem Katastrophenschutz sowie mit Kräften aus dem Rettungsdienst vor Ort. Foto: Malteser Bruchsal
Michael Becker aus Stuttgart lobte die professionelle und kameradschaftliche Zusammenarbeit bei diesem Einsatz. Foto: Malteser Stuttgart
Zwei Malteser vor einem Auto
Für die Helferinnen und Helfer - hier aus Kirchheim/Teck - war es ein langer Einsatztag. Foto: Malteser Kirchheim/Teck
Gruppenbild Malteser
Die Malteser unterstützten bei der Evakuierung und auch bei der Registrierung in den Notunterkünften. Foto: Malteser Kämpfelbach

Der im Vorfeld eingerichtete Sicherheitsradius mit einem Umfang von rund 1,5 Kilometern um den Fundort der Weltkriegsbombe musste im Laufe des Sonntagmorgens vollständig evakuiert werden. Von den Maßnahmen betroffen waren etwa 27.000 Einwohnerinnen und Einwohner sowie zahlreiche Einrichtungen wie Alten- und Pflegeheime. Auch sogenannte Sonderobjekte wie Pflegeeinrichtungen, betreute Wohnformen und weitere sensible Einrichtungen mussten geräumt und die Menschen sitzend oder liegend transportiert werden.

Die Malteser aus Aalen, Bruchsal, Göppingen, Heidelberg, Kämpfelbach, Karlsruhe, Kirchheim/Teck, Korntal, Mannheim, Nürtingen, Stuttgart und Wiesloch unterstützten gemeinsam mit den anderen Hilfsorganisationen die Evakuierungsmaßnahmen dieser Einrichtungen und sorgten unter anderem dafür, dass die Menschen sicher in die Notunterkünfte und wieder zurück transportiert wurden. Auch bei der Registrierung der Menschen in den eingerichteten Notunterkünften unterstützten sie. 

Es war ein langer Einsatztag in Pforzheim, denn er begann für alle Helfenden schon sehr früh. 

 

Stimmen von Helfenden nach dem Einsatz: 

Michael Becker, 7. Einsatzeinheit des Katastrophenschutzes der Malteser Stuttgart: 
„Aus meiner Sicht als Einsatz- und Führungskraft war der Einsatz eine große Bereicherung, aus dem ich viel mitnehmen konnte. Zwar gibt es für solche Lagen standardisierte Abläufe, in dieser Größenordnung ist es jedoch kein Tagesgeschäft.
Die Vorbereitung eines solchen Einsatzes benötigt eine gute Zusammenarbeit und Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Fachbereichen. Besonders hervorheben möchte ich den kameradschaftlichen und zugleich sehr professionellen Umgang der Führungskräfte – ein großes Dankeschön dafür!“

Uwe Blümler, Katastrophenschutz der Malteser Mannheim: 
„Begonnen hat der Tag um 4 Uhr in Mannheim. In Pforzheim angekommen, wurden wir zu Menschen geschickt, welche beim Verlassen der Wohnung oder des Altenheim Unterstützung brauchten. Wir halfen am Vormittag bei einer Tragehilfe und einer eingeschränkt gehfähigen Person. Beim Rücktransport am Nachmittag unterstützten wir bei einem Liegendtransport und eine Person sitzend aus der Klinik in die Wohnung. Eine Evakuierung bedeutet immer die gewohnte Umgebung zu verlassen, manchmal in eine große Halle zu müssen, keine Ruhe zu haben, Gemeinschaftstoiletten. Ein besonderes Erlebnis waren auch die vielen Katastrophenschutz-Einheiten quer durch alle Organisationen. Fahrerinnen und Fahrer von verschiedenen Behindertenfahrdiensten standen beisammen - alle mit demselben Ziel, derselben Aufgabe.“

Tamara Sperber, Katastrophenschutz der Malteser Kirchheim/Teck:
„Bei der Evakuierung waren wir als Sanitäter mit unserem Krankentransportwagen im Einsatz. Besonders bewegend war die Begegnung mit einer älteren Dame, die wir von einem Altenheim verlegt hatten. Sie war gesundheitlich eingeschränkt und erzählte mir ihre ganz persönliche Geschichte. Am Sonntag musste sie sehr früh aufstehen, um von den Pflegekräften für den Tag fertig gemacht zu werden. Trotz aller Anstrengung war sie sowohl gegenüber den Pflegekräften als auch uns gegenüber sehr dankbar – das war einfach total schön.“

Tobias Nitschke, stellvertretender Leiter Einsatzdienste Kämpfelbach: 
„Wir waren am Sonntag mit insgesamt sieben Helfern beim Betrieb der Notunterkunft in der Ludwig-Erhard-Schule Pforzheim im Einsatz. Dort waren wir für die Registrierung verantwortlich. Schon allein die Anzahl der Fahrzeuge bei der Anfahrt am Sonntag zum Messplatz war überwältigend. Nachdem wir in der Schule die Meldestelle eingerichtet hatten, dauerte es nicht lange, bis die ersten Anwohner eintrafen. Bald folgten immer mehr Anwohnerinnen und Anwohner in Bussen. Trotz der vielen Menschen erledigten alle die Registrierung ruhig und gelassen. Alle waren entspannt, die Kinder spielten miteinander. Der Einsatz war – trotz des ernsten Hintergrunds - eine tolle Erfahrung.“

Michael Raab, Malteser Stadtbeauftragter Bruchsal, im Einsatz als Fahrer eines Rettungswagens:
„Unser Rettungswagen wurden als Unterstützung der eingesetzten Krankentransportwagen in Reserve gehalten, falls es einem Patienten schlechter geht, oder erweiterte fachliche oder technische Kompetenzen notwendig wäre – zum Beispiel aufgrund Heimbeatmung. Dies war nicht erforderlich."

 

Ein herzliches Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer für Ihr Engagement bei diesem Einsatz!

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