Hilfsorganisationen übten gemeinsam den Katastrophenfall

Eine Person liegt auf einer Trage am Boden eines Gebäudes, während zwei Einsatzkräfte in Schutzkleidung die Person kniend versorgen.
Foto: Malteser/ Silvia Bergmann - Ehrenamtliche Mimen tragen zum Erfolg von Übungen bei.
Foto: Malteser/ Silvia Bergmann - Katastrophenschutz-übungen dienen dazu, die Einsatzbereitschaft für größere Schadenslagen kontinuierlich zu optimieren.
Auf einem Parkplatz gehen mehrere Einsatzkräfte in Schutzkleidung zu einem blauen Mannschaftsfahrzeug und einem weißen Einsatzfahrzeug. Im Hintergrund steht ein mehrstöckiges Gebäude, weitere Fahrzeuge sind am Fahrbahnrand geparkt.
Foto: Malteser/ Silvia Bergmann - Die beteiligten Hilfsorganisationen trainierten bei der Übung „Septemberunwetter 2026“ ihr Zusammenspiel, um im Ernstfall noch effektiver zusammenarbeiten zu können.
Auf einer Wiese liegt eine Person auf einer Trage, während mehrere Einsatzkräfte in Schutzkleidung die Versorgung übernehmen. Im Vordergrund steht eine Fahrtrage mit Ausrüstung, im Hintergrund sind weitere Einsatzkräfte und Personen zu sehen.
Foto: Malteser/ Silvia Bergmann - Die Verantwortlichen zogen ein positives Fazit: Neben der praktischen Zusammenarbeit konnten wichtige Erfahrungen gewonnen werden.
Eine Person sitzt auf einem Stuhl und bekommt von zwei Einsatzkräften Wunden geschminkt. Die Einsatzkräfte tragen blaue Einmalhandschuhe und schminken Verletzungen an beiden Armen. An Kleidung und Gesicht der sitzenden Person sind Wunddarstellungen zu sehen.
Foto: Malteser/ Silvia Bergmann - Mit geschminkten Verletzungen und teils bühnenreifen Darstellungen taten sie ihr Bestes für authentische Szenarien.

Szenario bei der Übung „Septemberunwetter 2026“ am 19. September auf dem Gelände der ehemaligen Taunuskaserne war eine großflächige Unwetterlage, die sich auf dem Papier dramatisch las: Sturmtief mit mehrtägigem Starkregen und Orkanböen, zusätzliche Verwüstungen durch eine Windhose, verletzte und vermisste Personen. Unter möglichst realistischen Bedingungen trainierten Einsatzkräfte der Malteser aus Oestrich-Winkel, der THW Ortsverbände Geisenheim, Heidenrod und Wiesbaden sowie des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aus Idstein und Taunusstein und des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) aus Niedernhausen und Taunusstein. Vermisstensuche, Rettung von Personen und Versorgung und Betreuung von Verletzten bildeten die Schwerpunkte der Übung, an dem rund 80 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des Katastrophenschutzes im Rheingau-Taunus-Kreis teilnahmen. 

„Ich hör nichts, ich kann Sie nicht hören!“

„Das brennt so! Meine Haut, Hilfe!“, „Warum hilft denn niemand meiner Schwester?“ oder „Ich hör nichts, ich kann Sie nicht hören!“ hallte es aus Gebäuden und Sanitätszelten – rund 30 ehrenamtliche Mimen trugen zum Erfolg der Übung bei. Mit geschminkten Verletzungen und teils bühnenreifen Darstellungen taten sie ihr Bestes für authentische Szenarien. Für einen spektakulären Übungsabschluss kam sogar Pyrotechnik zum Einsatz, um die Explosion eines Heizkraftwerkes realistisch zu simulieren.

Fokus lag auf organisationsübergreifender Zusammenarbeit

Im Mittelpunkt der Übung stand vor allem die organisationsübergreifende Zusammenarbeit der Einsatzkräfte. „Gemeinsame Übungen mit verschiedenen Organisationen sind wichtig, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt“, erklärt Übungsleitung Jan Hadwiger, Zugführer des THW Geisenheim. „Jede Organisation hat ihre Besonderheiten. Die Übung ermöglicht es uns, die Bedürfnisse der anderen Organisationen zu verstehen und im Einsatz effektiv zusammenzuarbeiten.“

Gemeinsame Übungen stärken den Katastrophenschutz

Auch Tim Kastenholz, Zugführer der Malteser in Oestrich-Winkel und ebenfalls Übungsleiter in Kemel, betont die Notwendigkeit solcher Übungen: „Wir können durch gemeinsames Üben die Stärken der einzelnen Katastrophenschutzeinheiten besser kennenlernen und gezielt nutzen. So ergänzen wir uns gegenseitig und werden gemeinsam noch leistungsfähiger.“ Übungen dienten dazu, so Kastenholz, die Einsatzbereitschaft für größere Schadenslagen stetig zu verbessern.

ARD-Wetterkompetenzzentrum unterstütze mit fiktiven Vorhersagen

Für zusätzliche Realitätsnähe sorgte bereits im Vorfeld eine für die Übung eingerichtete Messenger-Gruppe, über die die Teilnehmenden mit Nachrichten zum fiktiven Unwetterszenario versorgt wurden. Unterstützt durch das ARD-Wetterkompetenzzentrum, das eigens produzierte Einspieler beisteuerte, wurde das Szenario über mehrere Tage hinweg mit fiktiven Wettervorhersagen und Unwetterwarnungen schrittweise aufgebaut.

Positives Fazit bei praktischer Zusammenarbeit und Verbesserungen

Die Verantwortlichen zogen ein positives Fazit: Neben der praktischen Zusammenarbeit konnten wichtige Erfahrungen gewonnen werden. Diese werden in den kommenden Monaten ausgewertet, um Abläufe weiter zu optimieren und die Einsatzfähigkeit des Katastrophenschutzes im Rheingau-Taunus-Kreis weiter zu stärken. 

Beteiligte im Überblick:

Katastrophenschutz-Einheiten:

  • 1. Sanitätszug des Rheingau-Taunus Kreis (Malteser Oestrich-Winkel)
  • 2. Sanitätszug des Rheingau-Taunus Kreis (DRK)
  • 1. Betreuungszug des Rheingau-Taunus Kreis (ASB)
  • Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung (THW Geisenheim)
  • Fachgruppe Bergung (THW Geisenheim)
  • Fachgruppe Bergung (THW Heidenrod)
  • Zugtrupp (THW Wiesbaden)

Weitere Mitwirkende:

  • Zugtrupp (THW Frankfurt)
  • Realistische Unfalldarstellung (Malteser Kelkheim)
  • Mimenleitung, Betreuung Verletztendarsteller (Malteser Frankfurt)
  • Übungsbeobachter aus den beteiligten Organisationen

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