Gut aufgetischt!

Vier Kinder malen und zeichnen gemeinsam an einem Tisch mit Stiften, Papier und Bastelmaterial.
Mit vollem Magen malt es sich gerne; Bildquelle: Lukas/Malteser

Garbsen (mhd). Es war zu sehen und zu hören: Erst etwas zögerlich, doch immer schneller füllte sich der Pfarrsaal in der katholischen Kirchengemeinde St. Raphael in Garbsen mit Schulkindern. Für Freitag, 30. Oktober 2026, hatten die Malteser unter dem Titel „KinderHoffnungsTeller“ zum ersten Mal hungrige Schülerinnen und Schüler der 1. bis 7. Klasse nach der Schule zu einem gesunden und nahrhaften Mittagessen eingeladen. Mehr als ein Dutzend Kinder – und teilweise auch deren Eltern – nahmen das Angebot an.


Die Idee ist gut, doch der Erfolg war unsicher: Nicht alle Schulkinder können nach dem Unterricht zuhause auf ein gutes Mittagessen vertrauen. Das zeigt die Erfahrung vieler Lehrer. Warum nicht zwei Mal im Monat für solche Kinder kochen? Mit dieser Idee wandte sich Josefa Günther aus Garbsen an die dortigen Schulen und stieß auf offene Türen, ebenso bei den Maltesern, die das Projekt organisatorisch und finanziell unterstützen wollten. Schnell scharte die 51-jährige Rechtsanwalt- und Notarfachangestellte ein 20-köpfiges ehrenamtliches Koch- und Betreuerteam um sich und nach mehrmonatiger Vorarbeit wurde es am vergangenen Freitag zum ersten Mal ernst: Nudeln mit Tomatensoße und Hühnchen-Hack kamen auf den Tisch. Dazu gab es selbstgemachten Apfelbrei aus frischen Äpfeln.

„Aufgetischt“ wurden nach dem Essen aber auch Spiele und Blätter zum Ausmalen. Kyra Kluck-Seidensticker, Diözesanjugendreferentin der Malteser in der Diözese Hildesheim, die den „KinderHoffnungsTeller“ von Seiten des katholischen Hilfsdienstes mitbetreut, und die Ehrenamtliche Kira Steger wurden dort Zeugen, wie Eichhörnchen und andere Tiere durch kreative Kinderhände ein buntes Fell erhielten. Konzentriertes Ausmalen, aber auch fröhliches Lachen zeigten, dass sich die kleinen Gäste wohlfühlten.

Für Josefa Günther ist dies ein großer Erfolg und Beleg dafür, dass hier tatsächlich Bedarf besteht. Durch den „KinderHoffnungsTeller“ möchte die engagierte Ehrenamtliche, die in St. Raphael auch schon einen Nähkreis aufgebaut hat, etwas an die Gesellschaft zurückgeben: „Mehr Wir und weniger Ich“ wünscht sich die zweifache Mutter. Damit konnte sie auch Tochter Ana und Ehemann Stefan überzeugen. Beide engagieren sich ebenso für diesen neuen Mittagstisch wie unter anderem Teresia Njahira Njehia, genannt „Tessi“. Die 36-jährige Krankenschwester mit afrikanischen Wurzeln arbeitet gerne mit Kindern und möchte dazu beitragen, dass sie sich in St. Raphael zuhause fühlen. Das scheint, dem fröhlichen Kindertreiben nach zu urteilen, auch gelungen zu sein.

Der „KinderHoffnungsTeller“ in Garbsen wird alle zwei Wochen freitags von 13.30 bis 15.30 Uhr in der Pfarrgemeinde St. Raphael, Antareshof 5, aufgetischt. Er richtet sich vor allem an Schulkinder der 1. bis 7. Klassen aus sozial schwächeren Familien und ist kostenlos. Andere Kinder sind jedoch ebenfalls eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Das Projekt findet in Kooperation mit der Katholischen Kirchengemeinde St. Raphael statt und wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Kinder- und Jugendplan (KJP) des Bundes. Zudem handelt es sich um einen Segensort des Bistums Hildesheim und erhält auch von dort eine Förderung. Die nächsten Termine in diesem Jahr sind Freitag 13. und 27. November sowie 4., 11. und 18. Dezember.

Information:
Josefa Günther,
E-Mail: kinderhoffnungsteller.garbsen@malteser.org


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