Noch einmal Wind in den Segeln

Älterer Mann sitzt am Steuer eines Segelbootes am Starnberger See.
Noch einmal selbst am Steuer: Manfred Lütze (93) lebt seine Segelleidenschaft aus (Foto Malteser).

München/ Starnberg.  Das Segeln hat Manfred Lütze ein Leben lang begleitet. Der 93-Jährige, der heute im Seniorenwohnheim Sankt Josef in Starnberg lebt, ist seit einer Unterschenkelamputation und durch weitere Erkrankungen stark eingeschränkt. Ein Wunsch aber blieb: noch einmal gemeinsam mit seiner Tochter Dagmar die Segel zu setzen. Der ambulante Hospizdienst der Malteser in Gräfelfing vermittelte seinen Wunsch an das Team des Malteser Herzenswunsch-Krankenwagens. 

Gemeinsam mit dem Münchner Yacht-Club in Starnberg bereiteten die Malteser den besonderen Ausflug im September vor. Bei strahlendem Wetter fuhr Manfred Lütze an den Starnberger See und bereits beim Anblick der Segelboote war die alte Leidenschaft für das Segeln wieder da. Der sonst eher stille 93-Jährige kam sofort mit dem Eigner des Segelbootes Holger Schmidt und dem Team des Yacht-Clubs ins Gespräch. Die Segler fachsimpelten und tauschten Erinnerungen aus. Wegen des niedrigen Wasserstands wurde der Einstieg zur Herausforderung: Fast einen Meter zusätzliche Höhe musste das Team überwinden. Gemeinsam gelang es, Manfred Lütze sicher an Bord zu bringen. Kaum auf dem Boot, übernahm er mit sichtlicher Freude selbst das Steuer.

Zweieinhalb Stunden dauerte der Segeltörn mit der „Now or Never“ – ein passender Name für diesen Tag. Gemeinsam mit seiner Tochter Dagmar tauchte Manfred Lütze noch einmal in die vertraute Welt des Segelns ein. Für einige Stunden rückten Alter und körperliche Einschränkungen in den Hintergrund. Anschließend ließ die Gruppe den Ausflug bei einem Essen im Yacht-Club ausklingen. Mit den ehrenamtlichen Maltesern Sunny Klee und Reinhold Schilz wurde erzählt, gelacht und weiter über das Segeln gesprochen. Stolz, aber auch etwas wehmütig, erinnerte sich Manfred Lütze an seine zahlreichen Törns auf den Weltmeeren.

„Ein herzlicher Dank gilt Holger Schmidt, Jörg Hohmann und dem gesamten Team des Münchner Yacht-Clubs für die liebevolle Betreuung und die große Unterstützung“, so die beiden Ehrenamtlichen vom Malteser Herzenswunsch-Krankenwagen Sunny Klee und Reinhold Schilz, und „es war uns eine Ehre, diesen Tag mit so einem erfahrenen Kapitän verbringen zu dürfen.“ 

Der Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser
Die letzten Wünsche schwerstkranker Menschen sind so unterschiedlich wie ihre Lebensgeschichten. Manche möchten noch einmal einen besonderen Ort besuchen, andere eine langjährige Leidenschaft erleben. Der Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser macht solche besonderen Momente möglich. Die Fahrten sind für die Gäste kostenfrei und werden ausschließlich durch Spenden finanziert. Wer die Erfüllung eines letzten Herzenswunsches unterstützen möchte, erreicht das Koordinierungsteam des Malteser Herzenswunsch-Krankenwagens im Erzbistum München und Freising unter 089 / 43608-120 oder per E-Mail an herzenswunsch.muenchen@malteser.org 


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