Kälte, Nässe und Traurigkeit: Ein Friedhofsbesuch in der kalten Jahreszeit drückt nicht selten aufs Gemüt. Auch am Allerheiligentag sorgte das Wetter mit Wind und Regen für eine triste Kulisse. Umso schöner war an diesem Tag die Anwesenheit der Malteser an insgesamt fünf Friedhöfen der Diözese.
Trotz des starken Windes und Regens wurde überall für wettergeschützte Aufenthaltsmöglichkeiten gesorgt. Überdachte Sitzbereiche unter Pavillons, in den Eingangsbereichen der Kapellen oder in angrenzenden Vorräumen boten Schutz und Gelegenheit zum Austausch in angenehmer Atmosphäre.
In Gladbeck war für diese besondere Aktion der Wärmebus im Einsatz. So wie jeden Samstag, wenn er für Bedürftige und Obdachlose bereitsteht, lud er auch die Friedhofbesucherinnen und -besucher herzlich dazu ein, sich bei einer heißen Tasse Kaffee oder Tee und einem Stück Gebäck aufzuwärmen, zur Ruhe zu kommen und mit anderen in Kontakt zu treten.
Gerade an einem Tag des Gedenkens wurde das Angebot an allen Standorten mit großer Dankbarkeit angenommen. Trotz des ungemütlichen Wetters nutzten viele Menschen die Gelegenheit, sich miteinander auszutauschen. Es entstanden berührende Gespräche und tiefe Verbundenheit.
Die Geste der Erinnerung
Ein älterer Herr, der das Grab seiner verstorbenen Frau in Gladbeck besuchte, brachte es auf den Punkt: „Meine Kinder wohnen weit weg, ich habe sonst niemanden mehr. Wenn ich jetzt nach Hause gehe, sitze ich dort allein herum.“ Er war dankbar für die Zeit und das Gespräch, die ihm geschenkt wurden. „Coffee to stay“ steht für ein offenes Ohr und eine ausgestreckte Hand.
Die Aktion zeigt, wie viel Kraft in kleinen Gesten steckt und wie viel Hoffnung diese geben können. An diesem Tag war spürbar, wie sehr Menschen solche Orte der Begegnung brauchen und annehmen.