Mit einer bewusst offen formulierten Frage hat der Ambulante Hospizdienst in Mühlhausen den Dialog mit pflegenden Angehörigen gesucht: „Was macht Ihr Leben bunt?“ Im Rahmen einer Minimesse im Familienzentrum kamen die Hospiz-Koordinatorinnen Claudia Kürbis und Silvana Scholz so mit zahlreichen Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch.
Die Aktion war Teil einer Reihe von Veranstaltungen für pflegende Angehörige in Thüringen. Im Mittelpunkt des Beitrags des Ambulanten Hospizdienstes stand dabei weniger die reine Information, sondern vor allem der persönliche Austausch. Der niedrigschwellige Zugang über eine emotionale Einstiegsfrage ermöglichte es vielen Gästen, über ihre individuelle Situation, ihre Belastungen und ihre Kraftquellen zu sprechen. „Gerade pflegende Angehörige erleben oft herausfordernde Situationen im Alltag. Uns ist es wichtig, ihnen einen Raum zu geben, in dem sie sich gesehen und gehört fühlen“, so der Ansatz der Hospizarbeit vor Ort. Die Gespräche entwickelten sich entsprechend vielseitig: Neben Fragen zur Unterstützung durch den Hospizdienst ging es auch um persönliche Erfahrungen, Ängste und das, was im Alltag Halt gibt.
Ein fester Bestandteil der Arbeit des Ambulanten Hospizdienstes ist das ehrenamtliche Engagement. Dies wurde auch bei der Veranstaltung sichtbar: Mit Jörg Mußbach war ein erfahrener Hospizbegleiter vor Ort, der aus seiner Praxis berichten und Einblicke in die Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen geben konnte. Die Minimesse zeigte eindrücklich, wie wichtig solche Formate für die Hospizarbeit sind. Sie bieten nicht nur Informationen über Unterstützungsangebote, sondern machen vor allem eines möglich: echte Begegnungen. Für den Ambulanten Hospizdienst sind sie damit ein wesentlicher Baustein, um Vertrauen aufzubauen und Menschen frühzeitig mit Hilfsangeboten zu erreichen.