Wichtige Abwechslung vom Alltag

Bernd Christen-Paucksch an der Gitarre

Eichstätt. „Oh, du lieber Augustin…“ schallt es durch die Wandelhalle des Eichstätter Seniorenheims St. Elisabeth. Fröhlich wippen die betagten Frauen und Männer im Takt der Musik, alle kennen den Text. Bernd Christen-Paucksch begleitet den ungewöhnlichen Chor auf der Gitarre. Er ist ausgebildeter Seelsorgebegleiter der Malteser - und hat mit dem Seniorensingen einen ganz eigenen Weg gefunden, sein Ehrenamt zu gestalten.

„Ich habe gemerkt, dass ich mit der Musik die Menschen sehr gut erreiche, besser vielleicht als mit Gesprächen“, erklärt der 59-Jährige. Eine Einschätzung, die Irene Stiegler, Einrichtungsleiterin des Caritas-Seniorenheims, nur bestätigen kann: „ Musik bietet einen Zugang bis zuletzt, bis zum Sterben. Das weiß man heute aus der senioren- oder gerontopsychiatrischen Forschung. Und wir merken es auch hier, wie unsere Bewohner sich während des Singens verändern, besonders wenn es noch einhergeht mit Bewegung, mit Klatschen.“

Alle zwei Wochen kommt der musizierende Seelsorgebegleiter nachmittags vorbei, um mit den Seniorinnen und Senioren zu singen. Sein Besuch passt perfekt in den Tagesablauf des Seniorenheims, da dort immer eine Aktivität am Vormittag und eine am Nachmittag angeboten wird. „Diese Angebote sind wichtig, weil sie eine Abwechslung im Alltag sind. Solche Abwechslungen und auch Ortswechsel sind Sinnesanregungen. Gerade auch, wenn sie, wie die Musik von Bernd, Erinnerungen an die Vergangenheit wecken“, erläutert Irene Stiegler.

Bernd Christen-Paucksch setzt bewusst auf Volksmusik und Schlager: „Das kennen die Leute dieser Generation aus ihrer Jugend. Auf die Texte können sie, mit ein bisschen Unterstützung, immer noch zugreifen.“ Im Laufe der Zeit ist ein eigenes Liederheft entstanden - voll mit fröhlicher Musik und glücklichen Erinnerungen. Wenn dann noch Oskar, der kleine Hund der Einrichtungsleiterin, die Singstunde besucht, ist das Glück noch größer und der Nachmittag perfekt.

 


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