Weiler. Zum 35. Mal öffnete sich der Vorhang in der voll besetzten Rhein-Nahe-Halle für die Theateraufführung der Malteser Weiler. Gespielt wurde die Komödie „Von allen Geistern verlassen“ von Regina Harlander.
Die beiden Wanderer, dargestellt von Karin Kirchner und Timo Schieferstein, führten das Publikum zu einem verfallenen Haus in der Sandkaut, in dem es Gerüchten zufolge spuken soll. Dort haben die Schwestern Erna (Annika Pierrón) und Olga Redlich (Freia Schmitt) gemeinsam mit ihrem Gehilfen Rudi (Marco Porth) kürzlich ihr neues Zuhause bezogen – bereits der fünfte Umzug in vier Jahren. Grund dafür ist Olgas Tätigkeit als Wahrsagerin unter dem Künstlernamen „Madame Ozeana“, mit der sie zwar ihren Lebensunterhalt verdient, es mit der Wahrheit jedoch nicht allzu genau nimmt. Stattdessen erzählt sie ihren zahlungskräftigen und leichtgläubigen Kundinnen genau das, was diese hören möchten.
Schon bald erscheint ihre Stammkundin Rita Sonntag (Rica Schultz) aus dem Hunsrück, die wissen möchte, ob ihr Mann bei der Bürgermeisterwahl wiedergewählt wird. Während Rudi im Hintergrund für die passenden Effekte sorgt, wird die Glaskugel „fachgerecht“ befragt. Doch diesmal verlangt die Kundin genauere Auskünfte – und so kommt es zu einer Geisterbeschwörung, die völlig aus dem Ruder läuft. Nach lautem Donnergrollen und flackerndem Licht steht plötzlich tatsächlich ein Gespenst im Raum.
Der Geist, der sich Max (Sven Schaumlöffel) nennt, ist über sein Erscheinen ebenso überrascht wie seine unfreiwillige Beschwörerin. Schnell wird klar: Nur Olga und Erna können ihn sehen und hören. Max hat keine Erinnerung an sein früheres Leben, kann das Haus nicht verlassen und muss seinen Mörder entlarven, um endlich Ruhe zu finden.
Die Nachforschungen führen zunächst ins Leere – weder auf dem örtlichen Friedhof noch bei der spektakulären Geisteraustreibung von Pfarrer Fromm (Sascha Karch), der mit Weihwasser „to go“ und Höllenfeuerlöscher anrückt, ergeben sich Hinweise. Erst als die Pennerin Paula (Lea Schieferstein) auftaucht, kommt Bewegung in die Sache. Sie kannte Max zu Lebzeiten und weiß, wie und wann er starb.
Weitere Hinweise liefern fünf Kisten voller Geld sowie ein Wahlplakat des Bürgermeisters Erwin Sonntag (Peter Link), die Rudi im Holzschuppen entdeckt. Mit einer List locken die Beteiligten schließlich den zwielichtigen Bürgermeister und seine Frau in die Sandkaut und bringen ihn – unterstützt von Paula in Geistergestalt – zum Geständnis.
Eine der Geldkisten hatte Max bereits zu Lebzeiten versteckt, sodass Paula ihre Zukunftssorgen überwinden kann. Olga hingegen schwört ihrer Schwester, nie wieder Geister zu beschwören – doch zu spät: Mit Blitz und Donnergrollen endet das turbulente Stück.
Zum Abschluss stellten die beiden Wanderer das Ensemble namentlich vor. In den Nebelschwaden erkennt Olga schließlich, dass auch sie vom „Theatervirus“ erfasst wurden und im kommenden Jahr wieder auf der Bühne stehen werden.
Ein herzlicher Dank galt außerdem den Souffleusen Iris Grünewald und Ursula Harnecker, den Maskenbildnerinnen Gabi Rauber und Melanie Gregori sowie den Verantwortlichen für Bühnenbau und Technik, dem Malteser-Team, dem CCW-Technikteam und Jürgen Bootz. Ebenso wurde den zahlreichen Helferinnen und Helfern im Hintergrund gedankt – beim Kartenvorverkauf, Auf- und Abbau, im Ausschank und in der Küche sowie dem CCW, dem Musikverein und dem WCV für ihre tatkräftige Unterstützung.