„Wir brauchen jetzt endlich eine Entscheidung zum Einsatz von Gemeinde-Notfallsanitätern! Das Rettungsdienstsystem steht auf dem Spiel!“ Diesen dringlichen Appell richteten die Verantwortlichen des Malteser Rettungsdienstes im Landkreis Vechta am vergangenen Mittwoch an den CDU-Fraktionsvorsitzenden im niedersächsischen Landtag, Sebastian Lechner, anlässlich seines Informationsbesuchs in der Vechtaer Dienststelle am Lattweg. Unterstützt wurden sie dabei durch Tobias Gerdesmeyer, Landrat des Landkreises Vechta, der Träger des Rettungsdienstes ist. Lechner kam gemeinsam mit dem CDU-Landtagsabgeordneten des hiesigen Wahlkreises, André Hüttemeyer, der sich bereits bei seinem Besuch einige Wochen zuvor zu diesem Thema hatte informieren lassen.
Oliver Peters, Bereichsleiter der Malteser Notfallvorsorge für den Bezirk Oldenburg, und Sebastian Jütte, Leiter Malteser Rettungsdienst im Landkreis Vechta, berichteten über die positive, entlastende Wirkung des Einsatzes von Gemeinde-Notfallsanitätern auf die gesamte Notfallversorgung: „Bis zu 70 Prozent der Menschen, die einen Rettungsdienst alarmieren, können durch Gemeinde-Notfallsanitäter zuhause versorgt werden, weil kein lebensbedrohlicher Gesundheitszustand oder eine Transportindikation vorliegen. Das zeigen Begleitstudien zum Modellprojekt und das belegen auch unsere eigenen Erfahrungen im Landkreis Vechta.“
Interessiert folgten Lechner und Hüttemeyer auch den Ausführungen von Markus Eckhardt. Er ist einer von derzeit neun Gemeinde-Notfallsanitätern im Landkreis Vechta, die allesamt durch die Malteser weitergebildet wurden. Eckhardt kommt im Jahr auf rund 1.500 Einsätze und kann aus seinem Einsatzalltag die Positiveffekte bestätigen. „Es ist ein Erfolgsmodell“, betonte auch Landrat Gerdesmeyer. Dennoch sei das 2019 vom Land Niedersachen in der Region Oldenburg gestartete und eigentlich auf zwei Jahre ausgelegte Projekt „Gemeinde-Notfallsanitäter“ noch immer ohne gesetzlichen Auftrag, so Peters. Das führe zu Planungsunsicherheit und zu Frustrationen bei allen Beteiligten. Sebastian Lechner gab an, das Thema auf die Tagesordnung im Landtag setzen zu lassen. „Wir brauchen solche Instrumente, um die Notfallversorgung in unserem Flächenland sichern zu können.“
Überdies wurde sich an diesem Abend über weitere prekäre Themen wie Fachkräftemangel und die Ausbildungssituation ausgetauscht.
Weitere Informationen zum Gemeinde-Notfallsanitäter: www.gemeindenotfallsanitaeter.de