Eine Liebeserklärung Gottes

Malteserfahnen vor dem Dom zu Fulda; Bildquelle: Lukas/Malteser

Fulda (mhd). 37 Malteser aus der Diözesangliederung Hildesheim waren am Samstag, 3. Oktober 2026, bei der zweiten Sternwallfahrt des Malteser Hilfsdienstes Deutschland in Fulda dabei – und stellten damit rund zehn Prozent aller Wallfahrerinnen und Wallfahrer. Dabei wurden sie Zeugen, wie der Malteser-Bundesseelsorger Bischof Heinrich Timmerevers aus seinem Amt verabschiedet wurde.

Es war ein Meer roter Fahnen, das am frühen Nachmittag dem Eingangsportal des Doms von Fulda entgegenwogte: Malteserbanner in verschiedenen Größen und Formen, getragen von Männern und Frauen in verschiedenen Dienstkleidungen: Ob in schicker Ausgehuniform mit Krawatte und Orden, ob in praktischer Dienstkleidung oder einfach nur mit Malteser-Halstuch: Das weiße Malteserkreuz auf rotem Grund trugen sie alle, woher aus Deutschland sie auch nach Fulda gekommen waren. In der Stadt am gleichnamigen Fluss feierten rund 350 Malteser aus allen Teilen Deutschlands mit ihrem Bundesseelsorger Bischof Heinrich Timmerevers und dem Weihbischof von Fulda, Prof. Dr. Karlheinz Diez, um 13.30 Uhr einen großen Gottesdienst im Dom St. Salvator, wo auch der Heilige Bonifatius begraben liegt.

Vielleicht ist es mehr als ein Zufall, dass diese zweite Sternwallfahrt genau auf den 800. Todestag des Heiligen Franz von Assisi fiel. In seiner Predigt sah Bischof Timmerevers denn auch klare Parallelen zwischen den Maltesern und dem verstorbenen Heiligen und seinem Orden. Beide zeichne ein hohes Maß an Kompetenz, Fachlichkeit und menschlicher Nähe aus. „Brüder im Geiste“ seien Malteser und Franziskaner, sagte der scheidende Bundesseelsorger, und das Malteserkreuz eine „Liebeserklärung Gottes an die Menschen.“

Heinrich Timmerevers, der selbst Mitglied des Malteserordens ist, war seit 2012 Bundesseelsorger des katholischen Hilfsdienstes, zunächst in seiner Eigenschaft als Bischöflicher Offizial des Bistums Münster in Vechta, seit 2016 als Bischof von Dresden-Meißen. Nach seinem überraschenden Rücktritt vom Bischofsamt vor wenigen Wochen legte er nun auch sein Amt als Bundesseelsorger der Malteser nieder, nicht ohne allerhöchstes Lob für sein Wirken durch Dr. Elmar Pankau, den Vorsitzenden des Geschäftsführenden Vorstands des Malteser Hilfsdienstes. Heinrich Timmerevers habe sein Amt „wie kein Zweiter“ ausgefüllt und sich sehr viel Zeit für die Malteser genommen, lobte Pankau zum Ende des Wallfahrtsgottesdienstes. In diesem Amt sei der scheidende Bundesseelsorger immer „bodenständig, nahbar und weltoffen“ aufgetreten. Die Kopie einer Skulptur des Seligen Gerhard aus der Malteserkommende in Ehreshoven wird den emeritierten Bischof in Zukunft an seine Zeit als Malteser-Bundesseelsorger erinnern.

Aus der Diözesangliederung Hildesheim waren 37 Wallfahrerinnen und Wallfahrer aus Haupt- und Ehrenamt am frühen Morgen gemeinsam nach Fulda aufgebrochen und hatten die letzten Kilometer zum Dom zu Fuß zurückgelegt. Viele von ihnen nahmen das Angebot an, sich nach dem Gottesdienst persönlich von einem der Bischöfe mit einer Reliquie des Heiligen Bonifatius segnen zu lassen.


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