"Meine Freundin ist auf der Treppe gestürzt"

Blutendes Mädchen wird behandelt

Preith. „Plötzlich steht jemand in der Tür und sagt: meine Freundin ist auf der Treppe gestürzt. Mehr Informationen gibt es zunächst nicht. Also raus aus dem Schulungsraum, Situation erfassen – und handeln“, erzählt Oliver Bundschuh. Der ehrenamtliche Geschäftsführer der Preither Malteser war Teilnehmer einer Fortbildung der Einsatzdienste des Ortsvereins.

 Tobias Mayinger, Einsatzgliederungsführer in Preith, erklärt: „Erfreulicherweise mussten wir in der vergangenen Saison keine Reanimation durchführen. Gerade deshalb ist es uns wichtig, Wissen und praktische Abläufe regelmäßig aufzufrischen. Denn manches braucht man hoffentlich lange nicht – im entscheidenden Moment sollte es trotzdem sitzen.“ Für die Fortbildung hatte Mayinger verschiedene möglichst realistische Situationen vorbereitet. Einige Übungen wurden ganz bewusst nicht vorher angekündigt oder erklärt. „Im echten Leben bekommen wir schließlich auch keine Fallbeschreibung ausgehändigt“, sagt er.

Zwei Mitglieder der Malteser Jugend Preith dienten als Übungspatientinnen. Sie wurden für die verschiedenen Situationen realistisch geschminkt – zum Beispiel nach dem angenommenen Sturz auf der Treppe oder bei einem Wespenstich im Bereich der Lippe.  „Mit dabei waren Helferinnen und Helfer mit ganz unterschiedlichen Ausbildungsständen. Auch das war uns wichtig. Denn nicht jeder muss alles können. Aber jeder kann etwas tun“, berichtet Oliver Bundschuh. „Denn bei einem Notfall gibt es viel zu tun: Wer übernimmt den Notruf? Wer holt Material? Wer kümmert sich um das Umfeld? Wer unterstützt diejenigen, die medizinisch mehr Erfahrung und Ausbildung mitbringen? Und vor allem: Was ist jetzt eigentlich das Wichtigste?“

Ein wichtiger Teil der Fortbildung war das Thema Reanimation. An Übungspuppen konnten die Teilnehmenden ihre Kenntnisse der Herzdruckmassage auffrischen.  „Spätestens nach einigen Minuten war wieder klar: Das sieht leichter aus, als es ist. Eine Reanimation braucht Konzentration, Kraft und Durchhaltevermögen. Oder anders gesagt: Manches Wissen sitzt nach einer Fortbildung nicht nur im Kopf, sondern am nächsten Tag auch ein bisschen in den Muskeln“, lacht Bundschuh.


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