Malteser setzen Virtual Reality in der Erste-Hilfe-Ausbildung ein

Benjamin Schreiber (Diözesangeschäftsführer), Renate Reher (Schulungskoordinatorin) und Ralf Walbaum (Leiter Ausbildung) mit der VR-Brille.
Als erster Malteser-Standort bundesweit setzen die Malteser im Bistum Münster Virtual Reality in der Erste-Hilfe-Ausbildung ein: (v. l.) Benjamin Schreiber (Diözesangeschäftsführer), Renate Reher (Schulungskoordinatorin) und Ralf Walbaum (Leiter Ausbildung) mit der VR-Brille.

Münster. Die Malteser im Bistum Münster setzen als bundesweit erster Malteser-Standort Virtual-Reality-Technologie in der Erste-Hilfe-Ausbildung ein. Nach einer erfolgreichen Pilotphase erleben Teilnehmende reale Notfallsituationen nun in einer virtuellen Umgebung und können lebensrettende Maßnahmen unter realitätsnahen Bedingungen trainieren. Ziel ist es, Sicherheit im Handeln zu gewinnen und Hemmschwellen zur Hilfeleistung abzubauen.

„Viele Menschen wissen grundsätzlich, was in einem Notfall zu tun ist – aber in der realen Situation kommt oft Unsicherheit oder Stress dazu“, sagt Ralf Walbaum, Leiter Ausbildung der Malteser im Bistum Münster. „Mit der Virtual-Reality-Technik können wir genau diese Ausnahmesituation realistisch trainieren. So gewinnen die Teilnehmenden Sicherheit, Routine und vor allem die Bereitschaft, im Ernstfall wirklich zu helfen.“

Erste Hilfe erleben statt nur üben

In den VR-gestützten Lehrgängen tauchen die Teilnehmenden mithilfe einer VR-Brille in verschiedene Notfallszenarien ein, etwa bei einem Verkehrsunfall, einem medizinischen Notfall oder einer akuten Gefahrensituation. In einem geschützten, aber realitätsnahen Umfeld trainieren sie dabei die vorher erlernten lebensrettenden Maßnahmen sowie die richtigen Abläufe bei einem Notfall und gewinnen so Sicherheit für den Ernstfall.

Während eine freiwillige Person das virtuelle Notfallszenario live erlebt, können die übrigen Teilnehmenden das Geschehen über eine Übertragung auf Beamer oder Bildschirm mitverfolgen - wie einen Film durch eine Unfallsituation. Sie können Hinweise geben, gemeinsam Lösungen diskutieren und den Ablauf unterstützen. So wird aus der VR-Anwendung kein Einzeltraining, sondern ein gemeinsames Lernerlebnis für den gesamten Kurs.

Realistisch, aber nicht schockierend

Bei der Gestaltung der virtuellen Szenarien legen die Malteser großen Wert auf eine sensible Darstellung. Auf blutrünstige oder verstörende Inhalte wird bewusst verzichtet. Ziel ist es, Teilnehmende zur Hilfeleistung zu motivieren und ihnen Sicherheit zu geben, nicht sie zu überfordern oder abzuschrecken. Gleichzeitig sorgt die moderne Technik für Begeisterung und Spaß am Lernen.

Ab Februar 2026 fest im Kursangebot

Nach der erfolgreichen Pilotphase wird die VR-Technik nun schrittweise ausgeweitet. Ab Februar 2026 kommt sie in allen öffentlich ausgeschriebenen Erste-Hilfe-Lehrgängen der Malteser in Münster zum Einsatz, die an Donnerstagen stattfinden. Eine Buchung ist über www.malteser-kurse.de möglich.

Unternehmen und Einrichtungen, die ihre betrieblichen Ersthelferinnen und Ersthelfer durch die Malteser ausbilden lassen, können bei der Buchung den Wunsch äußern, den Lehrgang mit VR-Technik durchzuführen. Soweit es organisatorisch möglich ist, kommen die Malteser diesem Wunsch gerne nach.


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