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Malteser Touren-Fahrdienst endet zum Schuljahreswechsel

Fotos: Anke Buttchereit

Viertel vor acht an der Janusz-Korczak-Gesamtschule in Gütersloh: Zwei Malteser-Transporter rollen auf den Parkplatz. Am Steuer sitzen Bahri Özyörük und Wolfgang Riewe. Für viele Schülerinnen und Schüler ist dieser Anblick seit Jahren ein vertrauter Teil des Schulalltags. Doch heute ist es anders: Es ist der letzte Schultag vor den Ferien – und zugleich die letzte Tour der beiden Fahrer mit ihren jungen Fahrgästen. Der Touren-Fahrdienst der Malteser in Gütersloh wird zum Ende des Schuljahres eingestellt. Die Malteser konnten sich bei der aktuellen Ausschreibung der Stadt nicht erneut platzieren: eine Sachentscheidung, aber auch ein Einschnitt für die Passagiere und ihre Familien.

Besonders deutlich wird das bei Jonah. Seit der Grundschule bringt Bahri Özyörük den Zwölftklässler zuverlässig zur Schule und wieder nach Hause. Über die Jahre ist daraus mehr geworden als eine Fahrt von A nach B: Man kennt sich, vertraut sich, gehört ein Stück weit zum Alltag der Familie. Auch Jonahs Schulbegleiterin Rieta Maraha steht an diesem Morgen wie immer bereit, um ihn am Parkplatz in Empfang zu nehmen.

Nach den Ferien geht es für Jonah weiter in die dreizehnte Klasse. Geschichte und Mathematik sind seine Leistungsfächer, im kommenden Jahr steht das Abitur an. Damit der Abschied nicht ganz so schwerfällt, haben Özyörük und Riewe kleine Geschenktäschchen vorbereitet. Auf der Heimfahrt, wenn die Zeugnisse im Gepäck liegen, erhalten die jungen Fahrgäste die Überraschung. Auch Tim und Karim, die Wolfgang Riewe regelmäßig fährt, dürfen sich darüber freuen.

Seit 2006 waren die Malteser-Transporter in Gütersloh unterwegs – auf Schullinien ebenso wie bei Individualfahrten für Menschen mit Gehbeeinträchtigung oder Rollstuhl. Für Bahri Özyörük war diese Aufgabe nie nur ein Beruf. Sie war Herzenssache. In seiner Freizeit fuhr er ehrenamtlich auch schon einmal bis nach München, um einem Fahrgast den Besuch eines Spiels des FC Bayern in der Allianz-Arena zu ermöglichen. 

Nach dem Aus blicken die Malteser und auch die zahlreichen Passagiere mit Dankbarkeit für viele Jahre Verlässlichkeit auf Rädern zurück.


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