Ein letzter Wunsch unter Sternen
Maik ist nicht nur ein 50-Jähriger, der lebensverkürzend erkrankt ist, und dem die Malteser seinen Herzenswunsch erfüllten, nochmal die Ostsee zu sehen. Er macht unter dem Namen Mika Wilhelmson Musik. Deshalb gibt es zu diesem Artikel ein Lied.
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Als die Sonne über dem Stettiner Haff aufgeht, liegt Maik im Schlafsack am Strand von Ueckermünde. Das Rauschen der Wellen, Möwen über dem Wasser, der Blick auf einen Ort, den er seit seiner Kindheit kennt. Für viele Menschen ist es ein gewöhnlicher Morgen. Für ihn ist es ein Abschied.
Maik lebt mit der seltenen neurologischen Erkrankung Multiple Systematrophie (MSA). Seit der Diagnose im Jahr 2023 weiß der heute 50-Jährige, dass seine Zeit begrenzt ist. Ein Wunsch aber ließ ihn nicht los: noch einmal dorthin zurückkehren, wo seine Kindheit begann und wo sein Herz bis heute zu Hause ist.
Diesen Wunsch erfüllte ihm das Herzenswunsch-Team der Malteser in Bamberg. Gemeinsam mit seinem 17-jährigen Sohn Erik machten sich die Ehrenamtlichen Jutta Sendner-Rau, Volker Rau und Stefan Landmann mit ihm auf den fast 600 Kilometer langen Weg an die Ostsee.
In Ueckermünde traf Maik zwei Schulfreunde und eine Schulfreundin wieder, besuchte den Märchenpfad seiner Heimatstadt und legte dort einen selbst gestalteten „Stein seines Lebens“ ab. Die Stadt ermöglichte sogar eine Übernachtung direkt am Strand. Dort, wo er als Kind unzählige Stunden verbracht hatte, konnte er ein letztes Mal unter freiem Himmel schlafen.
Besonders bewegt hat ihn eine Begegnung mit zwei Mitarbeitern der Strandaufsicht. Sie spendeten ihr Trinkgeld, um die Parkgebühren des Herzenswunsch-Krankenwagens zu bezahlen, und überreichten ihm zum Abschied ein kleines Porzellanschiff mit der Aufschrift „Heimathafen“.
„Dieses Schiff wird, solange ich lebe, einen Ehrenplatz haben“, sagt Maik.
Erinnerungen schaffen
Für die Ehrenamtlichen war die Fahrt zugleich eine Premiere. Denn Maik gehörte zu den ersten Gästen, die mit dem neuen Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser unterwegs waren.
Das speziell für Herzenswunschfahrten konzipierte Fahrzeug bietet mehr Komfort und Flexibilität als der bisher genutzte Wagen. Über den Gästen spannt sich ein beleuchtbarer Sternenhimmel. Eine moderne Trage ermöglicht unterschiedliche Liege- und Sitzpositionen und lässt sich individuell an die Bedürfnisse der Reisenden anpassen.
Auf der Rückfahrt machte sich das unmittelbar bemerkbar. Während Maik die Hinfahrt überwiegend sitzend verbracht hatte, konnte er den Weg zurück bequem im Liegen zurücklegen.
„Gerade bei langen Fahrten können wir unsere Gäste viel individueller lagern“, sagt die stellvertretende Teamleiterin Jutta Sendner-Rau. „Das ist ein großer Gewinn für die Menschen, die wir begleiten.“
Für das Herzenswunsch-Team steht jedoch nicht die Technik im Mittelpunkt. Entscheidend sind die Begegnungen und Erinnerungen, die dadurch möglich werden. „Wir ermöglichen Erinnerungen, schenken Familien gemeinsame Zeit und erfüllen Wünsche, die ohne unsere Ehrenamtlichen oft unerfüllt bleiben würden“, sagt Teamleiter Marco Hutzler.
Auch Maik nimmt von seiner Reise mehr mit als Erinnerungen. Nach seiner Rückkehr schrieb er ein neues Lied. Darin verarbeitet er die Erlebnisse dieser besonderen Tage und bedankt sich bei den Menschen, die sie möglich gemacht haben.